Dank Jonas Kaufmann springt der Funke der Operette über und reißt das Publikum in der Alten Oper Frankfurt von den Sitzen

Frankfurt, 9. Mai 2026

Im fulminanten Abschlusskonzert seiner Operetten-Tournee erweist sich Star-Tenor Jonas Kaufmann als wahrer Botschafter dieses Repertoires, das heutzutage fast in der Versenkung verschwunden ist. Das mitreißende Programm mit Stücken von ungarischen Komponisten wie Emmerich Kálmán, Franz Lehár, Karl Goldmark und Paul Abraham bietet eine große Bandbreite von Gefühlen. Mal wird in melancholischen Tönen die Heimatliebe besungen, dann übernimmt die Sehnsucht nach einem Ort der rosaroten Glückseligkeit. Zudem schwelgen Tenor und Sopran mit einigem Herzschmerz in der Liebe und nicht zuletzt jubilieren und tanzen sie voller Ausgelassenheit und vermitteln pure Lebensfreude, wobei das Publikum begeistert mitgeht.

Malin Byström und Jonas Kaufmann. Foto © Andreas Etter.

Dabei wird das ungarisches Flair spürbar, so wie es die damaligen Komponisten in nostalgischer Verklärung ihrer Heimat gezeichnet haben. Denn sie wollten sich mit ihrer Musik gegen die kulturelle Dominanz der Donaumonarchie behaupten. Gleich die erste Arie „Mondd meg, hogy imádom a pesti nőket“ (Wenn es Abend wird / Grüß mir mein Wien) singt Jonas Kaufmann mit schwärmerischer Samtigkeit auf Ungarisch.

Danach begrüßt der Tenor sein Publikum und erklärt, warum gerade dieses Stück in seiner Ursprungssprache dargeboten werden müsse, weil es eine Hommage an Budapest und die ungarischen Frauen sei, anders als in der deutschen Übersetzung, in der das Loblied der Donaumetropole und den reizenden Frauen aus Wien gilt. Eloquent und einnehmend vermittelt Kaufmann seine Begeisterung für das Operetten-Repertoire, dem er sein neues Album „Magische Töne“ gewidmet hat. Die dazu passende Tournee hat ihn und seine musikalische Begleitung in diesen Wochen durch 13 Städte in Europa geführt. Frankfurt ist an diesem Abend das letzte Konzert und der Tenor bekennt, dass ihn heute einige Wehmut überkommt und er sein geliebtes Operetten-Repertoire vermissen wird und sich gleichzeitig schon auf seine nächste Tournee freut (die er im Frühjahr 2027 mit einem Verdi-Programm bestreiten wird).

Jonas Kaufmann. Magische Töne Album. Foto: Sony Classical 2026_c_Dario Acosta

Lebensfreude und Feierlaune versprühen die dargebotenen Arien und Duette, die in eine sorgenfreie Welt entführen „wo die Rosen blühn“ („Komm mit nach Varasdin“), wo Kaufmann und seine Bühnenpartnerin, die Sopranistin Malin Byström verspielt dazu tanzen – mit Bewegungen, die an den Charleston erinnern. Die Tanzfreude setzt sich fort im Duett „Tanzen möcht ich … Tausend kleine Engel singen“, bei dem Tenor und Sopran schwungvoll im Walzertakt über die Bühne zu fegen. In der letzten Zugabe „Die Juliska aus Budapest“ hüpfen und klatschen beide ausgelassen und Kaufmann nimmt am Ende sogar den Platz des Dirigenten Jochen Rieder ein, der zuvorkommend sein Podest geräumt hat, und dirigiert die finalen Takte des Orchesters mit jungenhaftem Vergnügen.

Auch den Musizierenden der Philharmonie Baden-Baden merkt man an, dass der Enthusiasmus von Kaufmann und die mitreißende Musik im Laufe der Tournee auf sie übergesprungen ist: So erheben sich die ersten Geiger bei den Tanzeinlagen der Solisten ebenfalls von ihren Stühlen und schwingen mit in dieser Feierlaune.

Malin Byström und Jonas Kaufmann. Foto © Andreas Etter.

Mit dieser musikalisch zelebrierten Glückseligkeit trifft Kaufmann auch den Nerv seines Publikums. In der heutigen Zeit, in der wir täglich mit Nachrichten von Kriegen und Katastrophen konfrontiert werden, kommt eine solche Weltflucht gerade gelegen. Wer möchte nicht für kurze Zeit seine Sorgen vergessen?

So ist es nicht verwunderlich, dass dieses Repertoire seine Glanzzeit im Nachkriegsdeutschland und im Österreich der 1950er und 60er Jahre erlebt hat. Diese Stücke dürften einigen Menschen von den Schallplatten von Rudolf Schock bekannt sein, der sie seinerzeit zu Gassenhauern gemacht hat. Auch heute zaubert diese Musik den Zuhörenden ein Lächeln auf die Lippen.

Doch es gibt auch leise und innige Momente an diesem Abend. Besonders ergreifend interpretiert Jonas Kaufmann „Immer nur lächeln“, was den Zwiespalt zwischen der Sehnsucht nach Glück und Zufriedenheit und der Realität bestens zum Ausdruck bringt. Geht es in dem Lied nur um eine Frau, deren Liebe der Sänger nicht gewinnen kann, so dringt das Gefühl der Melancholie und einer bitteren Wahrheit jedoch tiefer.

Wenn es im Text heißt: „Lächeln trotz Weh und tausend Schmerzen, Doch wie’s da drin aussieht, geht niemand etwas an“, dann wundere ich mich nicht, dass dieses Lied geradezu als Lebensmotto der Menschen von damals gelten konnte, die vom 2. Weltkrieg traumatisiert waren und über ihre schlimmen Erinnerungen und ihre Schuld möglichst den Mantel des Schweigens gehüllt haben. Da kamen diese gutgelaunten Lieder mit viel Zuckerguss gerade recht. Man wollte eine heile Welt beschwören, die es nie gegeben hat – auch nicht, als diese Musik entstanden ist. Denn wenn man genau hinhört, schwingt auch viel Traurigkeit in diesen Stücken mit.

So macht Kaufmann im „Wolgalied“ (Allein, wieder allein) die Einsamkeit eines Soldaten, der auf verlorenem Posten für sein Vaterland kämpft auf eindringliche Weise spürbar. Dabei zeigt Kaufmann die vielen Schattierungen seiner Stimme, die in der Mittellage balsamisch weich und warm klingt.

Zwischen den Stücken erweist sich Kaufmann als spontaner und charmanter Moderator. Das Stück „Mint száműzött, ki vándorol … Hazám, hazám, te mindenem“ sei quasi die inoffizielle Nationalhymne der Ungarn, das Wort „Hazám“ bedeute „Heimat“ erklärt er. Diese Musik drücke das Selbstverständnis der Ungarn als eigenständiges Land aus, auch wenn es sich damals als Königreich in der Donaumonarchie dem mächtigen Kaiserreich Österreich unterordnen musste. Was wir heute über diese Zeit wüssten, stamme aus dem „Bildungsfernsehen mit Romy Schneider“ witzelt der Tenor und sorgt damit für einige Lacher bei den Leuten, die wohl alle mit den schnulzigen „Sissi“-Filmen groß geworden sind.

Das Programm bietet auch große romantische Gefühle, so in der schwärmerischen Arie eines frisch verliebten Jünglings „O Mädchen, mein Mädchen“ aus Friederike. Hier stellt Kaufmann in der Anmoderation den Bezug zu Frankfurt her, denn der Held dieser Operette ist kein geringerer als Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe, ein Kind dieser Stadt, dessen erste große Liebe hier für „süße“ Unterhaltung sorge.

Ein besonders magischer Moment des Abends ist die Arie „Magische Töne, berauschender Duft“ aus Die Königin von Saba, die Kaufmann zart und betörend mit Kopfstimme singt und dabei in eine sphärische Welt aus Goldstaub entführt. Begleitet wird der Tenor dabei von den himmlischen Klängen der Harfe.

Jonas Kaufmann beweist an diesem Abend seine Vielseitigkeit als Interpret und setzt seine Stimmfarben und sein goldenes Timbre schmeichlerisch und gefühlvoll ein, doch auch die schwungvollen und heroischen Momente gelingen ihm bestens.

Auch die Schwedin Malin Byström vermag mit ihrem dramatischen Sopran das Publikum zu begeistern. An der Seite von Kaufmann erweist sie sich als selbstbewusste und stimmstarke Duettpartnerin. Zwar wirkt das ungarische Temperament auf mich ein wenig aufgesetzt. Doch mit der letzten Arie „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ gelingt ihr ein feuriger Höhepunkt.

Jonas Kaufmann (Tenor), Malin Byström (Sopran) und Jochen Rieder (Dirigent) beim Schlussapplaus. Foto © Andreas Etter.

Der Star-Tenor und die Sopranistin bieten einen mitreißenden und bewegenden Musikgenuss auf höchstem Niveau, auch die Philharmonie Baden-Baden unter der Leitung von Jochen Rieder trägt ihren Teil zu diesem gelungenen Abend bei. Das Publikum in der Alten Oper Frankfurt gibt begeisterte Standing Ovations und wird mit fünf Zugaben belohnt.

PROGRAMM

Emmerich Kálmán (1882–1953)

Ouvertüre

Wenn es Abend wird (Grüß mir mein Wien) / Mondd meg, hogy imádom a pesti nőket

aus: Gräfin Mariza

Franz Lehár (1870–1948)

Hör’ ich Cymbalklänge

aus: Zigeunerliebe

Franz Lehár

Allein, wieder allein (Wolgalied)

aus: Der Zarewitsch

Emmerich Kálmán

So verliebt kann ein Ungar nur sein (Tief wie der Bergsee)

aus: Der Teufelsreiter

Johann Strauß (Sohn) (1825–1899)

Einzugsmarsch

aus: Der Zigeunerbaron

Emmerich Kálmán

Komm mit nach Varasdin

Komm, Zigány

aus: Gräfin Mariza

Ferenc Erkel (1810–1893)

Mint száműzött, ki vándorol … Hazám, hazám, te mindenem

aus: Bánk bán

Pause nach ca. 45 Minuten

Franz Lehár

Ouvertüre

Immer nur lächeln

Wer hat die Liebe uns ins Herz gesenkt

aus: Das Land des Lächelns

Franz Lehár

O Mädchen, mein Mädchen

aus: Friederike

Karl Goldmark (1830–1915)

Nacht-und Festmusik

Magische Töne, berauschender Duft

aus: Die Königin von Saba

Emmerich Kálmán

Heia, heia, in den Bergen ist mein Heimatland

Tanzen möcht ich … Tausend kleine Engel singen

aus: Die Csárdásfürstin

ZUGABEN

Paul Abraham, Will dir die Welt zu Füßen legen, aus: Die Blume von Hawaii
Franz Lehár, Meine Lippen, die küssen so heiß, aus: Giuditta
Franz Lehár, Schön wie die blaue Sommernacht, aus: Giuditta
Paul Abraham, Nur ein Mädel gibt es auf der Welt, aus: Viktoria und ihr Husar
Fred Raymond, Die Juliska aus Budapest, aus: Maske in Blau

„Immer nur lächeln“ singt Jonas Kaufmann und entführt das Hannoveraner Publikum in die heile Welt der ungarischen Operette

Hannover, 26. April 2026

Hannover war an diesem Wochenende für Klassik-Stars und -Fans der „place to be“. So trafen sich am Sonntagmorgen beim Frühstück im Hotel zwei der bekanntesten Tenöre der Welt: Jonas Kaufmann und Rolando Villazón, der am Abend zuvor sein Konzert im HCC gegeben hatte und seinen Kollegen dort bereits schriftlich ein herzliches „Toi toi toi“ hinterlassen hatte. Auch die beiden Sopranistinnen Malin Byström und Camilla Nylund waren mit von der Partie bei diesem „Klassenfoto“ aus dem Frühstücksraum des Hotels, das sie via Social Media mit ihren Fans geteilt haben.

Rolando Villazón (Tenor), Malin Byström (Sopran), Jonas Kaufmann (Tenor), Camilla Nylund (Sopran) und Jochen Rieder (Dirigent). Foto: Instagram von Jonas Kaufmann.
Jonas Kaufmann trifft Rolando Villazón. Foto: Instagram von Jonas Kaufmann (26.04.2026).
Rolando Villazón wünscht Jonas und Malin „toi toi toi“. Fotos: Instagram von Rolando Villazón (25.04.2026)

Am Abend präsentierte sich Jonas Kaufmann dann im festlichen Frack im gut gefüllten Kuppelsaal und begeisterte sein Publikum mit einem heutzutage fast in der Versenkung verschwundenen Programm aus der ungarischen Operette von Komponisten wie Emmerich Kálmán, Franz Lehár, Karl Goldmark und Paul Abraham.

Star-Tenor Jonas Kaufmann. Foto-Credit: Sören L. Schirmer / Deutsche Klassik

Gleich die erste Arie „Mondd meg, hogy imádom a pesti nőket“ (Wenn es Abend wird / Grüß mir mein Wien) singt er mit schwärmerischer Samtigkeit auf Ungarisch. Danach begrüßt der Tenor sein Publikum und erklärt, warum gerade dieses Stück in seiner Ursprungssprache dargeboten werden müsse, weil es eine Hommage an Budapest und die ungarischen Frauen sei, anders als in der deutschen Übersetzung, in der das Loblied der Donaumetropole und den reizenden Frauen aus Wien gilt. Eloquent und mit viel Charme vermittelt Kaufmann seine Begeisterung für das Operetten-Repertoire, dem er sein neues Album „Magische Töne“ gewidmet hat. Die dazu passende Tournee führt ihn und seine musikalische Begleitung in diesen Wochen durch 13 Städte in Europa. In Hannover wird heute mit Station Nr. 7 sozusagen das Bergfest gefeiert.

Jonas Kaufmann. Foto-Credit: Sören L. Schirmer / Deutsche Klassik

Lebensfreude und Feierlaune versprühen die dargebotenen Arien und Duette, die in eine sorgenfreie Welt entführen „wo die Rosen blühn“ („Komm mit nach Varasdin“) und wo man ausgelassen tanzt, was Tenor und Sopran auch zum Anlass nehmen, schwungvoll im Walzertakt über die Bühne zu fegen (in „Tanzen möcht ich … Tausend kleine Engel singen“ ) und in der letzten Zugabe ausgelassen zu hüpfen und zu klatschen („Die Juliska aus Budapest“).

Jonas Kaufmann und Malin Byström. Foto von Arabella Meran

In der heutigen Zeit, in der wir täglich mit Nachrichten von Kriegen und Katastrophen konfrontiert werden, kommt eine solche Weltflucht gerade gelegen. Wer möchte nicht für kurze Zeit seine Sorgen vergessen?

So ist es nicht verwunderlich, dass dieses Repertoire seine Glanzzeit im Nachkriegsdeutschland und im Österreich der 1950er und 60er Jahre erlebt hat. Diese Stücke dürften einigen Menschen von den Schallplatten von Rudolf Schock bekannt sein, der sie seinerzeit zu Gassenhauern gemacht hat. Auch heute zaubert diese Musik den Zuhörenden ein Lächeln auf die Lippen.

Jonas Kaufmann. Foto-Credit: Sören L. Schirmer / Deutsche Klassik

Besonders ergreifend interpretiert Jonas Kaufmann an diesem Abend „Immer nur lächeln“, was den Zwiespalt zwischen der Sehnsucht nach Glück und Zufriedenheit und der Realität bestens zum Ausdruck bringt. Geht es in dem Lied nur um eine Frau, deren Liebe der Sänger nicht gewinnen kann, so dringt das Gefühl der Melancholie und einer bitteren Wahrheit jedoch tiefer.

Wenn es im Text heißt: „Lächeln trotz Weh und tausend Schmerzen, Doch wie’s da drin aussieht, geht niemand etwas an“, dann wundere ich mich nicht, dass dieses Lied geradezu als Lebensmotto der Menschen von damals gelten konnte, die vom 2. Weltkrieg traumatisiert waren und über ihre schlimmen Erinnerungen und ihre Schuld möglichst den Mantel des Schweigens gehüllt haben. Da kamen diese gutgelaunten Lieder mit viel Zuckerguss gerade recht. Man wollte eine heile Welt beschwören, die es nie gegeben hat  auch nicht, als diese Musik entstanden ist. Denn wenn man genau hinhört, schwingt auch viel Traurigkeit in diesen Stücken mit.

So macht Kaufmann im „Wolgalied“ (Allein, wieder allein) die Einsamkeit eines Soldaten, der auf verlorenem Posten für sein Vaterland kämpft auf eindringliche Weise spürbar.

Auch in „Mint száműzött, ki vándorol … Hazám, hazám, te mindenem“ bekommt die Traurigkeit ihren Raum und der Tenor lässt mit seiner gefühlvollen Interpretation das Flehen und Leiden eines Mannes im Exil, der sich verzweifelt nach seiner Heimat sehnt, dramatisch aufflackern. Dabei zeigt Kaufmann die vielen Schattierungen seiner Stimme, die in der Mittellage balsamisch weich und warm klingt.

Das Programm bietet auch große romantische Gefühle, so in der schwärmerischen Arie eines frisch verliebten Jünglings „O Mädchen, mein Mädchen“ aus Friederike.

Jonas Kaufmann und Malin Byström. Foto von Arabella Meran

Auch in den Duetten mit der schwedischen Sopranistin Malin Byström wird die Liebe betörend heraufbeschworen, so in „Wer hat die Liebe uns ins Herz gesenkt“.

In einigen Solo-Stücken („Hör’ ich Cymbalklänge“ aus Zigeunerliebe) zeigt die Sopranistin ihre Stimmstärke und interpretiert mit großer Imbrunst, sowohl im Gesang als auch in der Mimik, was für meinen Geschmack jedoch zu dramatisch für dieses Repertoire wirkt. Doch das Publikum reagiert begeistert, vor allem mit „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ aus Giuditta kann sie punkten.

Malin Byström. Foto-Credit: Sören L. Schirmer / Deutsche Klassik

Jonas Kaufmann beweist an diesem Abend seine Vielseitigkeit als Interpret und setzt seine Stimmfarben und sein goldenes Timbre schmeichlerisch und gefühlvoll ein. Einzig bei den dramatischen Höhen klingt seine Stimme nicht ganz so kraftvoll, wie man es von ihm gewohnt ist. Hier fehlt es seiner Stimme an diesem Abend ein wenig an Frische, was sicherlich am fordernden Tour-Programm liegt, das von ihm (und allen Mitwirkenden) Auftritte an jedem zweiten Abend verlangt. Dazwischen liegt immer ein Reisetag (oft mit dem Flugzeug, gerade kommt das Ensemble aus Budapest), was einer echten Erholung und Regeneration der Stimmbänder sicherlich nicht zuträglich ist. Umso erstaunlicher, mit wie viel Energie und Freude sich Tenor und Sopran hier präsentieren.

Eine solche Tournee mit Orchester erfordert einiges an Logistik. Hier die Transportboxen der großen Instrumente. Foto: Arabella Meran.
Eine reiselustiges Team. Foto: Instagram von Jonas Kaufmann.

Ein besonders magischer Moment des Abends ist die Arie „Magische Töne, berauschender Duft“ aus Die Königin von Saba, die Kaufmann zart und betörend mit Kopfstimme singt und dabei in eine sphärische Welt aus Goldstaub entführt. Begleitet wird der Tenor dabei von den himmlischen Klängen der Harfe.

Besonders zauberhaft ist das Spiel der Harfistin. Foto: Arabella Meran.

Der Star-Tenor und die Sopranistin bieten einen mitreißenden und bewegenden Musikgenuss auf höchstem Niveau, auch die Philharmonie Baden-Baden unter der Leitung von Jochen Rieder trägt ihren Teil zu diesem gelungenen Abend bei. Das Publikum im Kuppelsaal applaudiert begeistert und wird mit fünf Zugaben belohnt.

Jonas Kaufmann, Jochen Rieder und die Philharmonie Baden-Baden. Foto-Credit: Sören L. Schirmer / Deutsche Klassik
Jonas Kaufmann und Malin Byström. Foto von Arabella Meran
Jochen Rieder und die Philharmonie Baden-Baden. Foto-Credit: Sören L. Schirmer / Deutsche Klassik
Konzertplakat im Foyer des HCC. Foto: Arabella Meran.

PROGRAMM

Emmerich Kálmán (1882–1953)

Ouvertüre

Wenn es Abend wird (Grüß mir mein Wien) / Mondd meg, hogy imádom a pesti nőket

aus: Gräfin Mariza

Franz Lehár (1870–1948)

Hör’ ich Cymbalklänge

aus: Zigeunerliebe

Franz Lehár

Allein, wieder allein (Wolgalied)

aus: Der Zarewitsch

Emmerich Kálmán

So verliebt kann ein Ungar nur sein (Tief wie der Bergsee)

aus: Der Teufelsreiter

Johann Strauß (Sohn) (1825–1899)

Einzugsmarsch

aus: Der Zigeunerbaron

Emmerich Kálmán

Komm mit nach Varasdin

Komm, Zigány

aus: Gräfin Mariza

Ferenc Erkel (1810–1893)

Mint száműzött, ki vándorol … Hazám, hazám, te mindenem

aus: Bánk bán

Pause nach ca. 45 Minuten

Franz Lehár

Ouvertüre

Immer nur lächeln

Wer hat die Liebe uns ins Herz gesenkt

aus: Das Land des Lächelns

Franz Lehár

O Mädchen, mein Mädchen

aus: Friederike

Karl Goldmark (1830–1915)

Nacht-und Festmusik

Magische Töne, berauschender Duft

aus: Die Königin von Saba

Emmerich Kálmán

Heia, heia, in den Bergen ist mein Heimatland

Tanzen möcht ich … Tausend kleine Engel singen

aus: Die Csárdásfürstin

ZUGABEN

Paul Abraham, Will dir die Welt zu Füßen legen, aus: Die Blume von Hawaii

Franz Lehár, Meine Lippen, die küssen so heiß, aus: Giuditta

Franz Lehár, Schön wie die blaue Sommernacht, aus: Giuditta

Paul Abraham, Nur ein Mädel gibt es auf der Welt, aus: Viktoria und ihr Husar

Fred Raymond, Die Juliska aus Budapest, aus: Maske in Blau

Kuppelsaal Hannover. Foto: Arabella Meran.
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