Jahresrückblick 2025 auf mein Autorinnenleben

Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu und es ist Zeit, innezuhalten und zurückzublicken. Für mich als Autorin war es ein Jahr voller Inspiration und Wörter, die zu Geschichten wurden. Voller Hoffnungen, von denen sich einige erfüllt haben. Und ein Jahr reich an wunderbaren Begegnungen mit anderen Büchermenschen.

Was ich geschrieben habe

Im Januar 2025 habe ich das letzte Drittel meines Piemont-Romans geschrieben. Für diese Geschichte war ich im Oktober auf Recherchereise vor Ort und bin ab 1. November 2024 ins tägliche Schreiben eingestiegen. Das Manuskript in der ersten Fassung habe ich mit 550 Normseiten (130.000 Wörtern) fertiggestellt. Im Februar folgte dann nach dem super hilfreichen Feedback meiner bewährten Testleserin die erste Überarbeitung und Kürzung auf 520 Seiten.

Ohne Pause habe ich mich dann ins nächste Projekt (AT: „Wald“ / „Dorfgeheimnisse“) gestürzt, inspiriert durch eine Dokumentation über ein ganz besonderes Bergdorf im Trentino-Südtirol. Durch das Setting von Berg und Wald spielt bei meinem Gesellschaftsroman auch die Natur eine große Rolle, sodass ich den Romananfang am 3. März beim Deutschen Preis für Natur Writing eingereicht habe. Diese enge Frist hat mir zwar einerseits einigen Zeitstress gemacht, was meine Produktivität jedoch vorangetrieben hat.

In den folgenden 4 Monaten (März bis einschließlich Juni) habe ich täglich (außer sonntags) an meinem bisher ambitioniertesten Roman geschrieben. Es handelt sich um ein Gesellschaftsporträt im Mikrokosmos einer Dorfgemeinschaft mit alten Traditionen. Gleichzeitig gebe ich tiefe Einblicke in die Entwicklung einzelner Figuren, die in einer persönlichen Lebenskrise stecken (Trauer eines Witwers mit kleinen Kindern, ungewisse Herkunft eines Findelkindes und Gefangensein einer reifen Frau in häuslicher Gewalt).

Mein episches Werk hatte in seiner ersten Fassung 710 Normseiten (169.000 Wörter). Auch hier hat mir wieder eine Testleserin zur Seite gestanden, die mich ermutigt und mir kritisch-konstruktives Feedback gegeben hat. Im Juli habe ich das gesamte Manuskript überarbeitet und es auf 685 Seiten gekürzt (8.700 Wörter gestrichen, 1.600 neu geschrieben).

Unternehmens- und Familiensaga aus dem Rheinland

Dieses Projekt verfolge ich bereits seit 2021. Nach umfassender Recherche im Rheinland und in diversen Quellen hatte ich im Jahr 2023 bereits eine längere Leseprobe geschrieben (rund 200 Seiten / 48.000 Wörter. In diesem Jahr habe ich dieses Projekt wiederaufgegriffen und das Manuskript von Ende August bis Ende November vollendet. Die erste Fassung, die ich beim Gmeiner Verlag eingereicht habe, ist 530 Normseiten (118.800 Wörter) lang. Hinzu kommt noch ein Nachwort von 32 Seiten (8.170 Wörter).

Zudem habe ich zwei Artikel für die Federwelt – Das Magazin rund ums Schreiben“ verfasst, der erste aus dieser Serie ist im Oktober-Heft (Nr. 174) erschienen. Hierbei habe ich meine Kenntnisse vom Buchmarkt mit meiner Expertise als Volljuristin verbunden: „Ist das Kunst? Oder landet das vor Gericht?“ Es geht dabei um juristische Fallstricke für Autor:innen, wie man sie erkennt und am besten vermeidet. Vielen Dank an dieser Stelle an die Chefredakteurin Anke Gasch, die meinen Vorschlag für diese Artikelserie mit Begeisterung aufgenommen hat und als Lektorin mit viel Sprachgefühl am Text mit mir gefeilt hat.

Artikel in der „Federwelt“ (Oktober 2025)
Mein Schreibjahr 2025 in Zahlen
  • 1.250 Normseiten von Manuskripten geschrieben (= 300.000 Wörter)
  • 3 Romanprojekte: zu großen Teilen neu geschrieben und komplett überarbeitet: „Piemont“ mit 550 Seiten, „Wald / Dorfgeheimnisse“ mit 710 Seiten und historische Rheinland-Unternehmensgeschichte mit 530 Seiten.
  • 1 Romananfang (50 Seiten) für den Deutschen Nature Writing Preis eingereicht (März)
  • 2 Artikel für die „Federwelt – Das Magazin rund ums Schreiben““ verfasst: „Ist das Kunst oder landet das vor Gericht“ – juristische Fallstricke für Autor:innen kennen und vermeiden (Artikel Nr. 1 ist im Oktober erschienen, Artikel Nr. 2 wird im Februar 2026 erscheinen)
  • 1 literarische Kurzgeschichte geschrieben für den Walter-Serner-Preis 2025 mit dem Thema: „money, money, money“
  • Auf 2 Literatur-Stipendien beworben (ohne mit einer Zusage belohnt zu werden). 
Welche Verträge ich unterschrieben habe

Nach einer Zeit der Ungewissheit und diverser Absagen für meine Romanprojekte haben sich doch die Türen für mich geöffnet und ich konnte im Sommer (ohne Mitwirkung einer literarischen Agentur) mit dem Gmeiner Verlag einen Zwei-Buch-Vertrag für mein Rheinland-Projekt (historisch) und meinen Gardasee-Liebesroman (zeitgenössisch) unterschreiben. Ich freue mich riesig darüber, bei diesem etablierten Verlag ein gutes Zuhause für meine Romane gefunden zu haben. Ich kann es kaum erwarten, diese auch im stationären Buchhandel entdecken zu können, was neu für mich ist.

Eine große Freude war auch die Zusage von Saga Storify, aus meinem Debütroman „Das Lachen der Pinguine“ ein Hörbuch zu machen.

Zusage von Saga Storify
Welchen Menschen ich begegnet bin

Besonders wertvoll in meinem Autorinnenleben ist mir der Austausch mit anderen Schreibenden und Büchermenschen. Ein Fixpunkt für mich ist jeden Monat das Online-Treffen mit meinen „Mastermind“-Kolleg:innen, bei dem wir uns vertrauensvoll über unsere jeweilige Situation und den Buchbranche austauschen. Sehr schön in diesem Jahr war, dann ich einige aus dieser Gruppe endlich erstmalig persönlich treffen konnte (Astrid, Stephan, Katja, Petra und Susanne T.).

Dank der Autor:innenvereinigung DELIA und Instagram bin ich mit weiteren Autorinnen vernetzt, die ich auch endlich persönlich treffen konnte (z.B. Stefanie, Camilla und Alma in Berlin).

Treffen mit meiner geschätzten Autorin-Kollegin Stefanie Hohn in Berlin

Eine besonders schöne Begegnung hatte ich in Hamburg mit Karolin Pape, die das Hörbuch von „Das Lachen der Pinguine“ ganz wunderbar eingesprochen hat, das im November 2025 erschienen ist und zu dem ich bereits einige begeisterte Rückmeldungen von Hörerinnen erhalten habe. Bevor Karolin mit der Arbeit daran begonnen hat, konnten wir uns bei einem gemeinsamen Essen über meine Romanfiguren austauschen und haben in unseren Bücher- und Tee-Vorlieben erstaunliche Ähnlichkeiten festgestellt.

Arabella Meran und Karolin Pape, die das Hörbuch zu „Das Lachen der Pinguine“ ganz wunderbar eingesprochen hat.
Naturliebe und kulturelle Eindrücke in Berlin und auf Reisen

Meine Wahlheimat Berlin ist für mich nach wie vor ein Ort, der für mich meine beste „Basisstation“ darstellt, wo ich im häuslichen Arbeitszimmer in Ruhe schreiben kann und direkt vor der Haustür auch Natur vorfinde, in der ich mich bei meinen täglichen Spaziergängen erholen kann. Die Natur im Wechsel der Jahreszeiten ist für mich eine stetige Quelle der Inspiration und der Kraft.

Für zusätzliche Anregung sorgen die vielfältigen kulturellen Angebote von Berlin, die ich rege in mich einsauge. Fast an jedem Sonntag zieht es mich in eine Kunstausstellung, ein Museum oder zu einem landschaftlich oder architektonisch schönen Ort. Auch in die Oper und in klassische Konzerte sowie zu Lesungen (z.B. von Marc-Uwe Kling) gehe ich regelmäßig. Bei diesen schönen Ausflügen ins Kulturleben begleitet mich häufig meine Freundin Vera.

Doch auch andere Städte locken mich mit ihrem kulturellen Angebot und zur Recherche: Im Juni und September war ich in Paris. Außerdem in Hamburg und in München.

Was ich ins neue Jahr 2026 mitnehme und was mich erwartet

Ich freue mich auf ein neues Highlight in meiner Karriere: Das Erscheinen meines historischen Rheinland-Romans bei Gmeiner im Juli 2026.

Auch meine Tätigkeit für die Federwelt geht weiter: Im nächsten Jahr werden zwei weitere Artikel von mir mit juristischer Expertise bezogen auf den Buchmarkt dort erscheinen.

Dankbarkeit, Geduld und Zuversicht

Ich habe gelernt, dass ich in meinem Autorinnenleben viel Geduld brauche. Nicht jedes Manuskript findet sofort einen Verlagsvertrag. Doch kein Wort habe ich vergeblich geschrieben. Bei jeder Geschichte habe ich tief aus meinem Innern geschöpft und mich als Autorin weiterentwickelt. Manche Manuskripte sind wie Samenkörner, die noch in der Erde ruhen und wachsen müsse und ihre Zeit brauchen, bis starke Pflanzen aus ihnen werden, die mich dann reich mit ihren Früchten beschenken werden. So vertraue ich darauf, dass es für jede meiner Geschichten den richtigen Zeitpunkt geben wird, in Buchform an die Öffentlichkeit zu gelangen und seine Leserschaft zu finden.

Bis dahin genieße ich den kreativen Prozess, das Imaginieren und Schreiben, was mir große Freude bereitet. Ich empfinde es als Privileg, meiner Berufung als Schriftstellerin folgen zu können. Ich bin frei in meiner Wahl der Stoffe, in meiner Zeiteinteilung und in kann mir aussuchen, mit welchen Menschen ich zusammenarbeiten möchte. Für diese Freiheiten bin ich dankbar. Meine lebendige Fantasie empfinde ich als das größte Geschenk, denn sie beflügelt mich täglich und lässt mich auch Schmerzhaftes und Enttäuschungen überwinden. 

Arabella Meran 2025
Ich gehe jeden Schritt mit Achtsamkeit für den Moment und Dankbarkeit für die Gaben der Natur und meine Flügel der Fantasie.

Jahresrückblick 2024 – ein Jahr voller Hoffnungen und nicht ohne Enttäuschungen

Das Jahr 2024 neigt sich dem Ende zu. Anlass genug für mich, eine Rückschau zu halten, was in diesem Jahr in meinem Autorinnenleben so alles passiert ist.

Buch-Veröffentlichungen

Die ersten Monate waren ziemlich ereignisreich und voller Spannung mit dem Erscheinen von „Das kleine Kräutercafé – Waffelherzen“ (Band 2) im Januar und „Pralinenküsse“ (Band 3) im März. Hierbei wurde ich durch eine Blog-Tour von wunderbaren Bloggerinnen unterstützt. Für mich sind die begeisterten Stimmen meiner Leser:innen die schönste Belohnung bei jeder Veröffentlichung. Dass meine Romane nicht jeden Geschmack treffen können, habe ich inzwischen auch gelernt. Die eine oder andere schlechte Rezension musste ich wegstecken.

Im Sommer habe ich mir selbst einen Traum erfüllt und zusammen mit einer professionellen Sprecherin ein Hörbuch zu „Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen produziert und im September herausgebracht.

Lilli Meinhardis – Das kleine Kräutercafé
Lilli Meinhardis auf der Leipziger Buchmesse am DELIA-Stand.
LESUNGEN

Ein besonders schöner Aspekt des Veröffentlichens ist für mich immer der Kontakt mit meinen Leserinnen und Lesern. Dieser ist bei meinen Lesungen besonders gut ausgeprägt. Dieses Jahr habe ich auf der Leipziger Buchmesse aus „Waffelherzen“ vorgelesen und zwei Lesungen in Berlin mit „Im Takt ihrer Träume (Arabella Meran) gehalten.

Arabella Meran liest im Kulturhaus Karlshorst aus „Im Takt ihrer Träume“.
Arabella Meran bei der Lesung aus „Im Takt ihrer Träume“ im AWO Margaretentreff im Oktober 2024.
Schreiben, schreiben, schreiben

Ab April ist es dann stiller geworden: Ich habe mich zum Schreiben zurückgezogen und bis zum Jahresende zwei neue Manuskripte geschrieben und überarbeitet und ein drittes fast fertiggestellt. Es handelt sich um zeitgenössische Liebesromane, die an einem Sehnsuchtsort spielen (den ich jeweils schon selbst bereist habe). In meinen Geschichten geht es um den Ausbruch aus dem Alltagstrott und die Suche nach den verborgenen Wünschen und Bedürfnisse, nach Identität und Herkunft – und letztlich darum, mutige Entscheidungen zu treffen, um den eigenen Lebenstraum zu verwirklichen – bestenfalls mit dem richtigen Partner an ihrer Seite.

Wenn die Inspiration auf fruchtbaren Boden fällt und etwas Lebendiges und Schönes daraus wächst.

Hierbei habe ich wieder gemerkt, wie viel Freude mir diese schöpferische Phase macht: Wenn ich eine Geschichte neu entwickele und aufschreibe, in meinen Ideen schwelge und mich noch nicht der Kritik (von Agent:in, Verlagslektor:in, Lesenden) stellen muss, wenn die Geschichte noch ganz mir alleine gehört und ich mir in meinen Träumen die schönsten Szenarien ausmalen kann („Diese Geschichte wird ganz viele Lesende erreichen und ein Bestseller werden) – ohne, dass die harsche Realität des Buchmarktes dazwischenfunkt.

Eine erste Belohnung für meine neuen Manuskripte habe ich durch meine bewährte Testleserin Dorit erhalten, die meine Geschichten gelesen und geliebt hat – wobei sie mir wie immer sehr wertvolle konstruktive Kritik gegeben hat, die ich in der Überarbeitung umgesetzt habe.

Ziel

Das Ziel für meine neuen Manuskripte lautet: Eine Veröffentlichung in einem großen Publikumsverlag, nicht nur im eBook-Bereich (wie bei meinen ersten 5 Romanen). Endlich möchte ich meine Bücher auch im stationären Buchhandel auf den Tischen liegen sehen. Das wäre für mich die nächste Stufe in meiner Autorin-Karriere.

Stufe für Stufe geht es hoffentlich nach oben in der Autorin-Karriere.
Erster Schritt in Richtung Verlagsvertrag: Eine gute Agentur

Um diesem Ziel näher zu kommen, bin ich im Sommer mit meinen zwei neuen Stoffen auf Agentursuche gegangen und schätze mich glücklich, mit Thomas Montasser einen tollen neuen Agenten gefunden zu haben. Er hat meine Manuskripte auf der Frankfurter Buchmesse allen großen Publikumsverlagen (die zu meinem Genre passen) angeboten. Bisher liegt allerdings noch kein Verlags-Angebot vor. Ich warte und hoffe täglich auf gute Nachrichten…

Realitäts-Check

Was sich in 2024 nicht erfüllt hat: Für meine neuen Manuskripte habe ich noch keinen Verlag gefunden. In 2025 wird es also voraussichtlich erst mal keine neuen Veröffentlichungen von mir geben. Hoffentlich dann jedoch wieder in 2026 und in den folgenden Jahren.

Fakt bleibt jedoch, dass ich ein ganzes Jahr lang mit vollem Einsatz gearbeitet habe, ohne einen finanziellen Lohn zu erhalten oder die verlässliche Aussicht auf eine Veröffentlichung.

Blogartikel

Immerhin gibt es auf meinem Blog keine Gate-Keeper und wenigstens hier kann ich meine Texte sofort veröffentlichen. Ich war in 2024 wieder einige Male als Kultur-Journalistin unterwegs und habe wunderbare Konzerte und eine Lesungs-Show besucht und anschließend einen Artikel darüber verfasst. Auch zu meinen eigenen Lesungen und zur Leipziger Buchmesse habe ich Beiträge erstellt. Hier meine Kultur-Reportagen und Beiträge aus dem Autorinnen-Leben.

Beim Rheingau-Musikfestival in Wiesbaden im Mai 2024.
Recherche-Reise

Auch in diesem Jahr bin ich wieder an den Schauplatz meines neusten Roman-Projekts gereist, um mir vor Ort jede Menge Eindrücke und Inspiration zu holen: Im Oktober war ich in Turin und in Alba im schönen Piemont.

Am Bahnhof von Turin mit Zugticket nach Alba.
In den Weinbergen von Alba
Mein Jahr 2024 in Zahlen:

2 Romane veröffentlicht („Das kleine Kräutercafé“ Band 2: „Waffelherzen“ und Band 3: „Pralinenküsse“)

1 Hörbuch herausgebracht („Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen“)

3 neue Manuskripte geschrieben

12 Blogartikel verfasst

3 Lesungen gehalten („Im Takt ihrer Träume“ als Arabella Meran)

zum 1. Mal auf der Leipziger Buchmesse mit Signierstunde beim DELIA-Stand

1 neue Agentur gefunden

1 Recherche-Reise nach Italien

Lilli Meinhardis / Arabella Meran bei der Leipziger Buchmesse 2024 am DELIA-Stand.

Wie war dein Jahr 2024? Stehen für dich die positiven Erlebnisse im Vordergrund oder lässt du dich (zuweilen) von Enttäuschungen herunterziehen?

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