Wie entstehen Titel und Klappentext meines Romans? Habe ich als Autorin ein Mitspracherecht dabei?

Am 9. September 2026 erscheint mein neuer historischer Roman. In den nächsten Monaten bis zur Veröffentlichung möchte ich dir einige Einblicke hinter die Kulissen gewähren.

Hast du dich schon mal gefragt, wie der Titel für einen Roman festgelegt wird? Wie viel Mitspracherecht hat eine Autorin?

Heute erzähle ich dir, wie der Gmeiner Verlag den Titel für meinen neuen Roman entwickelt hat, der lautet: „Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte – Die Anfänge einer Duftdynastie“.

Arbeitstitel ist nicht gleich finaler Buchtitel

Wenn ich an einem Manuskript schreibe und es bei einer Agentur oder einem Verlag vorstelle, trägt es noch den sogenannten Arbeitstitel. Den vergebe ich selbst und versuche dabei, möglichst prägnant und bestenfalls auch wohlklingend die Essenz meiner Geschichte auszudrücken.

Bei meinen bisherigen beiden historischen Romanen lauteten die Arbeitstitel „Das Lachen der Pinguine“ und „Im Takt ihrer Träume“. Wie du merkst: Diese Arbeitstitel haben dem Verlag so gut gefallen, dass sie als finale Buchtitel übernommen worden sind. Das ist jedoch eher die Ausnahme.

Der Arbeitstitel für meinen Kölnisch-Wasser-Roman lautete: „4711 – Die Kölner Duft-Dynastie“. Zunächst hatte ich das Projekt als Trilogie geplant, da die Familien- und Firmengeschichte über zwei Jahrhunderte und sechs Generationen von 1792 (Firmengründung durch Wilhelm Mülhens) bis in die Wirtschaftswunderjahre im 20. Jahrhundert jede Menge dramatischen Romanstoff bietet.

Doch letztlich habe ich mich entschieden, vorerst in einem Einzelband den Fokus auf einen überschaubaren Zeitraum (1873 bis 1877) und nur eine Person zu richten, nämlich auf Ferdinand Mülhens, unter dessen Leitung die Marke „4711“ ihre Geburtsstunde erlebte und dessen verbotene Liebe zum Wiener Blumenmädchen Ottilie Riedl mich besonders berührt hat.

Das Blumenmädchen Ottilie Riedl aus Wien.

Nachdem ich im September 2025 den Verlagsvertrag mit Gmeiner geschlossen und das Manuskript im November eingereicht habe, begannen die Rädchen im Verlags-Getriebe zu laufen: Die Abteilungen Marketing und Vertrieb ebenso wie das Lektorat haben sich Gedanken über die Vermarktung meines Romans gemacht, der vom Verlag als überregionaler Spitzentitel im Herbstprogramm 2026 platziert wird.

Du musst wissen, dass die Entscheidungshoheit über den Buchtitel und die werblichen Texte beim Verlag liegt, denn dieser hat die Rechte am Manuskript gekauft und trägt auch das finanzielle Risiko, ob ein Buch im Verkauf die Produktionskosten wiedereinspielt.

Doch niemand kennt den Inhalt des zu verkaufenden Buches besser, als die Autorin / der Autor, sodass der Verlag diese eng miteinbezieht: Ich durfte einen Fragebogen ausfüllen. Darin habe ich Vorschläge für verschiedenartige werbliche Texte formuliert: Kurze Slogans, den U4-Umschlagtext (Buchrückseite, kürzer), den Klappentext (Buchinnenseite, länger) sowie „Blurbs“ (lobende Zitate aus Rezensionen zu meinen bisherigen Romanen), die z.B. in der Programmvorschau für den Buchhandel verwendet werden können.

Hier ein paar Beispiele aus meinen Eingaben:

Headline für Klappentext (max. 20 Zeichen):

„Der Duft der Liebe“

Mögliche Werbeaussage (max. 150 Zeichen):

„Eine berührende Liebesgeschichte und ein farbenprächtiges Panorama der Belle Époque.“

Einstieg in Klappentext:

„Der Parfümeur und das Blumenmädchen: Eine Liebe gegen alle Konventionen und der Siegeszug der Marke 4711 um die Welt.“

Aus diesen Vorschlägen hat meine Lektorin zusammen mit der Marketing-Abteilung dann die werblichen Texte erstellt: Zu diesen durfte ich Änderungsvorschläge machen, die tatsächlich so übernommen wurden.

Wie geht es dir als Lesebegeisterte? Was nimmst du bei einem Buch als Erstes wahr?

Die Marketingprofis wissen: Der Buchtitel ist sehr wichtig, denn darin stecken wesentliche Infos: worum es geht (Person, Ort) und die Emotion und Atmosphäre (je nach Genre darf der Buchtitel auch rätselhaft klingen und neugierig machen).

Deshalb war die nächste wichtige Weichenstellung für meinen Buchtitel: Darf der Verlag die ikonische Zahl 4711 verwenden?

Das Stammhaus in der Glockengasse in Köln.
Die Zahl 4711 und das Markenrecht

Historisch betrachtet handelt es sich um die französische Hausnummer des Stammhauses der Familie Mülhens in der Glockengasse in Köln. Doch bereits im Jahr 1875 hat Ferdinand Mülhens die Zahl „4711“ als Markennamen für sein Kölnisch Wasser schützen lassen. Diese Marke befindet sich heutzutage nicht mehr im Familienbesitz, sondern gehört der Firma Mäurer und Wirtz, die das berühmte „4711 Echt Kölnisch Wasser“ nun herstellt und vertreibt.

Also ist der Gmeiner Verlag an diese Firma herangetreten, hat unser Buchprojekt vorgestellt und eine Kooperation vorgeschlagen, so wie es in den letzten Jahren bei einigen Romanen mit Unternehmensgeschichten erfolgreich praktiziert worden ist. So z.B. bei „Die Teehändlerin – die Ronnefeldt-Saga“ von Susanne Popp bei Fischer, „Lindt & Sprüngli“ von Lisa Graf bei Goldmann und „Ritter Sport“ von Romy Herold bei Blanvalet.

Im Februar haben wir die Entscheidung der Firma erfahren: Sie untersagt die Nutzung des Markennamens für unser Buch und möchte uns nicht im Rahmen einer Kooperation unterstützen. Dafür gibt es einen bestimmten Grund, den ich dir erst im Frühjahr 2027 verraten darf.

Du kannst dir vorstellen, dass ich darüber ziemlich enttäuscht war.

Also hieß es für uns: Wir müssen einen Titel finden, der ohne die Zahl auskommt, dabei jedoch die Leseinteressierten erkennen lässt, um welches Produkt und welche historische Firmengeschichte es sich handelt.

Eine Zeit lang waren unsere Titel-Favoriten: „Der Duft der Liebe“ oder „Der Parfümeur und das Blumenmädchen“. Doch im Verlag wollte man auch die Glockengasse als Erkennungsmerkmal mit einflechten. Und so ist die Wahl schließlich auf diesen etwas längeren Titel gefallen:

Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte – Die Anfänge einer Duftdynastie“.

Nun weißt du, wie viele Schritte und Entscheidung nötig waren, um den passenden Titel und die werblichen Texte für meinen Roman zu finden.

Hier siehst du, wie mein Roman in der Gmeiner-Programmvorschau für den Herbst 2026 präsentiert wird:

Programmvorschau Herbst 2026 des Gmeiner Verlags
Programmvorschau Herbst 2026 des Gmeiner Verlags: „Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte – Die Anfänge einer Duftdynastie“

 

Cover-Enthüllung: Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte – Die Anfänge einer Duftdynastie

Heute ist es endlich soweit und ich kann euch das Cover meines neuen historischen Romans „Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte – Die Anfänge einer Duftdynastie“ enthüllen.

„Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte – Die Anfänge einer Duftdynastie“ von Arabella Meran

Ich selbst finde das Cover wunderschön und habe mich auf den ersten Blick darein verliebt. Wie gefällt es dir?

Und wie findest du den Buchtitel? Einen Preis für den längsten Titel unter all meinen bisherigen Romanen hat er auf jeden Fall verdient.

Darum geht es in meiner rheinischen Unternehmens- und Familiengeschichte:

Köln, 1873: Als der junge Parfümeur Ferdinand Mülhens die Leitung des Dufthauses in der Glockengasse übernimmt, muss er sein Kölnisch Wasser gegen den ärgsten Konkurrenten Farina verteidigen. Auf einer Reise nach Wien trifft er die Blumenverkäuferin Ottilie, deren Wärme und Mut ihn tief berühren. Sie folgt ihm nach Köln, wo sie von der Familie Mülhens als nicht standesgemäße Braut abgelehnt wird. Erst fernab gesellschaftlicher Zwänge, im Siebengebirge, findet sie mit Ferdinand ein stilles Glück. Doch eine geschäftliche Niederlage zwingt Ferdinand zu einer radikalen Veränderung, durch die sein Duftwasser die Welt erobern wird.

Der Roman erscheint am 9. September 2026 im Gmeiner Verlag. Ich kann es kaum erwarten und hoffe, du freust dich auch aufs Lesen dieser Herzens-Geschichte aus meiner Geburtsstadt Köln.

Roman jetzt schon vorbestellen

Du kannst meinen Roman jetzt schon online in den gängigen Shops vorbestellen:

Autorenwelt (meine Empfehlung), Amazon, Dussmann, Hugendubel oder Thalia.

Selbstverständlich kannst du das Buch auch im lokalen Buchhandel bei dir in der Nähe bestellen.

Da ich im Rheinland aufgewachsen bin, habe ich einen besonderen Bezug zu dieser Region und zur Lebensart der Menschen dort, was in meine Geschichte eingeflossen ist.

Arabella Meran

Als gebürtige Kölnerin ist Arabella Meran mit dem berühmten Duftwasser aus Köln aufgewachsen und hat so manchen Karnevalsumzug mit der Posaune begleitet. Umgeben von der inspirierenden Landschaft und den Sagen des Siebengebirges hat sie schon in jungen Jahren Geschichten geschrieben. Nach zehn Jahren als Anwältin hat sie den Sprung in ihren Traumberuf gewagt und 2020 einen Masterabschluss im »Biografischen und Kreativen Schreiben« an der ASH Berlin erworben. Seither folgt sie ihrer Berufung als Autorin und Schreiblehrerin. Sie ist Mitglied in der Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautorinnen und -autoren (DELIA).

Arabella Meran bei der Recherche im Dufthaus in der Glockengasse Nr. 4711 in Köln.

Schreibworkshop in Fulda mit Autorinnen und Autoren des Gmeiner Verlags

Der Gmeiner Verlag hat mich zum Schreibworkshop nach Fulda eingeladen. So habe ich mich am Donnerstag (22. Januar 2026) mit dem Zug von Berlin auf die Reise begeben und war dreieinhalb Stunden später an meinem Zielort.

Nach dem Einchecken in meinem Hotel nahe des Bahnhofs habe ich einen Erkundungsspaziergang in die historische Altstadt von Fulda unternommen, die mich im romantischen Abendrot und mit frostigen Temperaturen begrüßt hat.

In der Altstadt habe ich drei Buchhandlungen durchstöbert und bin in ein Café für ein Stück Donauwelle eingekehrt.

Am Abend habe ich meine Gmeiner-Kolleginnen und Kollegen bei einem gemeinsamen Essen im Brauhaus getroffen. 

Am Freitag fand der Schreibworkshop im Altstadthotel statt. Den ganzen Tag lang haben wir unter der professionellen Anleitung von Friederike Schmöe in kurzen Schreibeinheiten unsere kreative Quelle angezapft und gemeinsam über das Schreibhandwerk gesprochen.

Als Schreibimpuls diente zum Beispiel ein mitgebrachter Gegenstand, mit dem man eine besondere Erinnerung verbindet. Für mich war es die Figur einer Skifahrerin, die von Kindern einer Waldorfschule gebastelt und mir von einem lieben Menschen geschenkt worden ist.

Zudem haben wir einen Koffer für eine Reise gepackt und eine Liste von Dingen geschrieben, die bei uns großes Unbehagen auslösen. Und was gibt es, was auf einer Beerdigung für die größtmöglich Irritation sorgen könnte? Ein Lachanfall eines Trauergastes? Oder ein Klopfen aus dem Sarg?

Besonders erfreulich und wertvoll für mich war das Kennenlernen und der Austausch mit meinen Kolleginnen und Kollegen. Im Workshop und auch beim gemeinsamen Essen haben wir uns bestens unterhalten und gegenseitig ermutigt.

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Ausrichten dieses tollen Workshops, an den Programmleiter René Stein, der auch dabei war, und an Friederike Schmöe, die den Workshop mit ihrer sympathischen Art sehr anregend und inspirierend gestaltet hat.

Die menschliche Fantasie ist wie ein Kaleidoskop, der Kopf eine Schatzkiste mit Bildern, die man nur öffnen und dann aufs Papier bringen muss.

Ich freue mich sehr, dass mein dritter historischer Roman als Arabella Meran bereits im Juli 2026 im Gmeiner Verlag erscheinen wird. Bald schon darf ich euch mehr dazu verraten…

Jahresrückblick 2025 auf mein Autorinnenleben

Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu und es ist Zeit, innezuhalten und zurückzublicken. Für mich als Autorin war es ein Jahr voller Inspiration und Wörter, die zu Geschichten wurden. Voller Hoffnungen, von denen sich einige erfüllt haben. Und ein Jahr reich an wunderbaren Begegnungen mit anderen Büchermenschen.

Was ich geschrieben habe

Im Januar 2025 habe ich das letzte Drittel meines Piemont-Romans geschrieben. Für diese Geschichte war ich im Oktober auf Recherchereise vor Ort und bin ab 1. November 2024 ins tägliche Schreiben eingestiegen. Das Manuskript in der ersten Fassung habe ich mit 550 Normseiten (130.000 Wörtern) fertiggestellt. Im Februar folgte dann nach dem super hilfreichen Feedback meiner bewährten Testleserin die erste Überarbeitung und Kürzung auf 520 Seiten.

Ohne Pause habe ich mich dann ins nächste Projekt (AT: „Wald“ / „Dorfgeheimnisse“) gestürzt, inspiriert durch eine Dokumentation über ein ganz besonderes Bergdorf im Trentino-Südtirol. Durch das Setting von Berg und Wald spielt bei meinem Gesellschaftsroman auch die Natur eine große Rolle, sodass ich den Romananfang am 3. März beim Deutschen Preis für Natur Writing eingereicht habe. Diese enge Frist hat mir zwar einerseits einigen Zeitstress gemacht, was meine Produktivität jedoch vorangetrieben hat.

In den folgenden 4 Monaten (März bis einschließlich Juni) habe ich täglich (außer sonntags) an meinem bisher ambitioniertesten Roman geschrieben. Es handelt sich um ein Gesellschaftsporträt im Mikrokosmos einer Dorfgemeinschaft mit alten Traditionen. Gleichzeitig gebe ich tiefe Einblicke in die Entwicklung einzelner Figuren, die in einer persönlichen Lebenskrise stecken (Trauer eines Witwers mit kleinen Kindern, ungewisse Herkunft eines Findelkindes und Gefangensein einer reifen Frau in häuslicher Gewalt).

Mein episches Werk hatte in seiner ersten Fassung 710 Normseiten (169.000 Wörter). Auch hier hat mir wieder eine Testleserin zur Seite gestanden, die mich ermutigt und mir kritisch-konstruktives Feedback gegeben hat. Im Juli habe ich das gesamte Manuskript überarbeitet und es auf 685 Seiten gekürzt (8.700 Wörter gestrichen, 1.600 neu geschrieben).

Unternehmens- und Familiensaga aus dem Rheinland

Dieses Projekt verfolge ich bereits seit 2021. Nach umfassender Recherche im Rheinland und in diversen Quellen hatte ich im Jahr 2023 bereits eine längere Leseprobe geschrieben (rund 200 Seiten / 48.000 Wörter. In diesem Jahr habe ich dieses Projekt wiederaufgegriffen und das Manuskript von Ende August bis Ende November vollendet. Die erste Fassung, die ich beim Gmeiner Verlag eingereicht habe, ist 530 Normseiten (118.800 Wörter) lang. Hinzu kommt noch ein Nachwort von 32 Seiten (8.170 Wörter).

Zudem habe ich zwei Artikel für die Federwelt – Das Magazin rund ums Schreiben“ verfasst, der erste aus dieser Serie ist im Oktober-Heft (Nr. 174) erschienen. Hierbei habe ich meine Kenntnisse vom Buchmarkt mit meiner Expertise als Volljuristin verbunden: „Ist das Kunst? Oder landet das vor Gericht?“ Es geht dabei um juristische Fallstricke für Autor:innen, wie man sie erkennt und am besten vermeidet. Vielen Dank an dieser Stelle an die Chefredakteurin Anke Gasch, die meinen Vorschlag für diese Artikelserie mit Begeisterung aufgenommen hat und als Lektorin mit viel Sprachgefühl am Text mit mir gefeilt hat.

Artikel in der „Federwelt“ (Oktober 2025)
Mein Schreibjahr 2025 in Zahlen
  • 1.250 Normseiten von Manuskripten geschrieben (= 300.000 Wörter)
  • 3 Romanprojekte: zu großen Teilen neu geschrieben und komplett überarbeitet: „Piemont“ mit 550 Seiten, „Wald / Dorfgeheimnisse“ mit 710 Seiten und historische Rheinland-Unternehmensgeschichte mit 530 Seiten.
  • 1 Romananfang (50 Seiten) für den Deutschen Nature Writing Preis eingereicht (März)
  • 2 Artikel für die „Federwelt – Das Magazin rund ums Schreiben““ verfasst: „Ist das Kunst oder landet das vor Gericht“ – juristische Fallstricke für Autor:innen kennen und vermeiden (Artikel Nr. 1 ist im Oktober erschienen, Artikel Nr. 2 wird im Februar 2026 erscheinen)
  • 1 literarische Kurzgeschichte geschrieben für den Walter-Serner-Preis 2025 mit dem Thema: „money, money, money“
  • Auf 2 Literatur-Stipendien beworben (ohne mit einer Zusage belohnt zu werden). 
Welche Verträge ich unterschrieben habe

Nach einer Zeit der Ungewissheit und diverser Absagen für meine Romanprojekte haben sich doch die Türen für mich geöffnet und ich konnte im Sommer (ohne Mitwirkung einer literarischen Agentur) mit dem Gmeiner Verlag einen Zwei-Buch-Vertrag für mein Rheinland-Projekt (historisch) und meinen Gardasee-Liebesroman (zeitgenössisch) unterschreiben. Ich freue mich riesig darüber, bei diesem etablierten Verlag ein gutes Zuhause für meine Romane gefunden zu haben. Ich kann es kaum erwarten, diese auch im stationären Buchhandel entdecken zu können, was neu für mich ist.

Eine große Freude war auch die Zusage von Saga Storify, aus meinem Debütroman „Das Lachen der Pinguine“ ein Hörbuch zu machen.

Zusage von Saga Storify
Welchen Menschen ich begegnet bin

Besonders wertvoll in meinem Autorinnenleben ist mir der Austausch mit anderen Schreibenden und Büchermenschen. Ein Fixpunkt für mich ist jeden Monat das Online-Treffen mit meinen „Mastermind“-Kolleg:innen, bei dem wir uns vertrauensvoll über unsere jeweilige Situation und den Buchbranche austauschen. Sehr schön in diesem Jahr war, dann ich einige aus dieser Gruppe endlich erstmalig persönlich treffen konnte (Astrid, Stephan, Katja, Petra und Susanne T.).

Dank der Autor:innenvereinigung DELIA und Instagram bin ich mit weiteren Autorinnen vernetzt, die ich auch endlich persönlich treffen konnte (z.B. Stefanie, Camilla und Alma in Berlin).

Treffen mit meiner geschätzten Autorin-Kollegin Stefanie Hohn in Berlin

Eine besonders schöne Begegnung hatte ich in Hamburg mit Karolin Pape, die das Hörbuch von „Das Lachen der Pinguine“ ganz wunderbar eingesprochen hat, das im November 2025 erschienen ist und zu dem ich bereits einige begeisterte Rückmeldungen von Hörerinnen erhalten habe. Bevor Karolin mit der Arbeit daran begonnen hat, konnten wir uns bei einem gemeinsamen Essen über meine Romanfiguren austauschen und haben in unseren Bücher- und Tee-Vorlieben erstaunliche Ähnlichkeiten festgestellt.

Arabella Meran und Karolin Pape, die das Hörbuch zu „Das Lachen der Pinguine“ ganz wunderbar eingesprochen hat.
Naturliebe und kulturelle Eindrücke in Berlin und auf Reisen

Meine Wahlheimat Berlin ist für mich nach wie vor ein Ort, der für mich meine beste „Basisstation“ darstellt, wo ich im häuslichen Arbeitszimmer in Ruhe schreiben kann und direkt vor der Haustür auch Natur vorfinde, in der ich mich bei meinen täglichen Spaziergängen erholen kann. Die Natur im Wechsel der Jahreszeiten ist für mich eine stetige Quelle der Inspiration und der Kraft.

Für zusätzliche Anregung sorgen die vielfältigen kulturellen Angebote von Berlin, die ich rege in mich einsauge. Fast an jedem Sonntag zieht es mich in eine Kunstausstellung, ein Museum oder zu einem landschaftlich oder architektonisch schönen Ort. Auch in die Oper und in klassische Konzerte sowie zu Lesungen (z.B. von Marc-Uwe Kling) gehe ich regelmäßig. Bei diesen schönen Ausflügen ins Kulturleben begleitet mich häufig meine Freundin Vera.

Doch auch andere Städte locken mich mit ihrem kulturellen Angebot und zur Recherche: Im Juni und September war ich in Paris. Außerdem in Hamburg und in München.

Was ich ins neue Jahr 2026 mitnehme und was mich erwartet

Ich freue mich auf ein neues Highlight in meiner Karriere: Das Erscheinen meines historischen Rheinland-Romans bei Gmeiner im Juli 2026.

Auch meine Tätigkeit für die Federwelt geht weiter: Im nächsten Jahr werden zwei weitere Artikel von mir mit juristischer Expertise bezogen auf den Buchmarkt dort erscheinen.

Dankbarkeit, Geduld und Zuversicht

Ich habe gelernt, dass ich in meinem Autorinnenleben viel Geduld brauche. Nicht jedes Manuskript findet sofort einen Verlagsvertrag. Doch kein Wort habe ich vergeblich geschrieben. Bei jeder Geschichte habe ich tief aus meinem Innern geschöpft und mich als Autorin weiterentwickelt. Manche Manuskripte sind wie Samenkörner, die noch in der Erde ruhen und wachsen müsse und ihre Zeit brauchen, bis starke Pflanzen aus ihnen werden, die mich dann reich mit ihren Früchten beschenken werden. So vertraue ich darauf, dass es für jede meiner Geschichten den richtigen Zeitpunkt geben wird, in Buchform an die Öffentlichkeit zu gelangen und seine Leserschaft zu finden.

Bis dahin genieße ich den kreativen Prozess, das Imaginieren und Schreiben, was mir große Freude bereitet. Ich empfinde es als Privileg, meiner Berufung als Schriftstellerin folgen zu können. Ich bin frei in meiner Wahl der Stoffe, in meiner Zeiteinteilung und in kann mir aussuchen, mit welchen Menschen ich zusammenarbeiten möchte. Für diese Freiheiten bin ich dankbar. Meine lebendige Fantasie empfinde ich als das größte Geschenk, denn sie beflügelt mich täglich und lässt mich auch Schmerzhaftes und Enttäuschungen überwinden. 

Arabella Meran 2025
Ich gehe jeden Schritt mit Achtsamkeit für den Moment und Dankbarkeit für die Gaben der Natur und meine Flügel der Fantasie.

Mein Artikel in der Federwelt: Ist das Kunst? Oder landet das vor Gericht?

Wer von euch liest gerne die Federwelt oder ist gespannt, dieses vielseitige Magazin rund ums Schreiben kennenzulernen? 

In der aktuellen Oktoberausgabe ist ein Artikel von mir enthalten:

Mein Artikel in der Federwelt

Ist das Kunst? Oder landet das vor Gericht?

#1 Welche Fallstricke lauern, wenn reale Personen in unseren fiktiven Texten auftauchen? Und wie entkommen wir ihnen?

Im Fokus: Fallstrick Familienroman und Romanbiografie: Eine reale Person, die im Roman vorkommt, fühlt sich in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt. Sie fordert Schmerzensgeld und sogar das Verbot des Buches.

Das Magazin gibt es überall, wo es Zeitschriften gibt und es kann auch online hier bestellt werden.

Ich wünsche viel Freude und Erkenntnisgewinn bei der Lektüre.

Ich selbst lese die Federwelt schon seit einiger Zeit und finde die Artikel jedes Mal ausgesprochen unterhaltsam und informativ. Auch in der Oktober-Ausgabe gibt es wieder viele spannende Einblicke in das #autor_innenleben und die Buchbranche.

Aus dem Inhaltsverzeichnis der Federwelt im Oktober-Heft 2025:
– Lehraufträge an Unis erhalten
– Vom Flop zum Kinderbuch-Dauerseller
– Reisebücher schreiben
– Mit einem Backbuch für Teenager in die achte Auflage
– Ist das Kunst oder landet das vor Gericht? Folge 1: Wenn reale Personen in fiktiven Texten auftauchen
– Morally grey characters konzipieren
– Die stimmige Leseprobe … und vieles mehr!

Vielen Dank an dieser Stelle an die Chefredakteurin Anke Gasch für die tolle Zusammenarbeit.

Meine Belegexemplare der Federwelt

Zwei Buchverträge mit dem Gmeiner Verlag

Heute habe ich doppelten Grund zur Freude: Soeben habe ich für zwei meiner Roman-Projekte einen Verlagsvertrag mit Gmeiner abgeschlossen!

Ich bin sehr glücklich, dass ich mit dem Gmeiner Verlag ein gutes Verlagszuhause für meine Romane gefunden habe.

2026: Ein historischer Roman aus dem Rheinland

Bei Projekt Nr. 1 handelt es sich um einen historischen Roman, der in den 1870er Jahren in meiner Geburtsstadt Köln und im Siebengebirge spielt, wo ich aufgewachsen bin. Die Familien- und Unternehmensgeschichte basiert auf historischen Personen und Ereignissen, ist aber natürlich durch meine Fantasie ausgeschmückt.

Arabella Meran in Köln bei der Recherche. Man sieht das Kölner Stadtwappen und das „F“ von „Alaf“ – ich war in einer Ausstellung zum Kölner Karneval, der bereits im 19. Jahrhundert gefeiert wurde.

Ich fühle mich dieser Geschichte durch die Schauplätze sehr verbunden, denn sie sind Teil meiner Kindheit. So hat mir die Recherche an den Originalschauplätzen (u.a. in der Kölner Altstadt und auf dem Drachenfels) große Freude bereitet. Ich arbeite bereits seit 2021 an diesem Projekt und bin gerade eifrig dabei, die zweite Hälfte des Manuskripts zu schreiben – bis Anfang November 2025 habe ich noch Zeit, dann geht es ins Verlagslektorat.

Rau-romantische Ruine auf dem Drachenfels, wo nach der Nibelungensage Siegfried den Drachen getötet und in dessen Blut gebadet hat.
Schloss Drachenburg am Drachenfels – ein Märchenschloss, das in den 1880er Jahren in den historischen Stilen der Neogotik und der Neorenaissance erbaut wurde. Es kommt auch in meinem Roman vor. Heute führt der Wanderweg und die Drachenfelsbahn dort vorbei.

Der historische Roman wird im Herbstprogramm 2026 (voraussichtlich im September 2026) erscheinen – die Wartezeit ist also überschaubar. Ich bin so gespannt auf die nächsten Schritte, insbesondere freue ich mich schon darauf, euch in naher Zukunft das Cover enthüllen zu können.

Arabella Meran auf dem Petersberg mit Panorama des Rheintals mit Drachenfels.

2027: Ein Liebesroman im Sehnsuchtsland Italien

Projekt Nr. 2 ist ein zeitgenössischer Liebesroman, der in meinem Sehnsuchtsland Italien spielt. Das Erscheinen des Buches ist für das Frühjahr 2027 geplant. Hier habe ich das Manuskript bereits vollständig geschrieben und freue mich, dass diese tiefgründige Second-Chance-Lovestory vor malerischer Kulisse in absehbarer Zukunft ihre Leserschaft finden wird.

Italien – das Land, wo die Zitronen blühn.

Ich hoffe, ihr freut euch mit mir und seid gespannt auf Lese-Nachschub von Arabella Meran.#

Neuerscheinung meines Hörbuchs: Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen

Ich habe gute Nachrichten für euch: Endlich gibt es „Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen“ auch als Hörbuch!

Für die Vertonung von Band 1 meiner romantischen „Alles grün“-Reihe konnte ich die sympathische Sprecherin Christiane Frankenstein gewinnen.

Mein Hörbuch „Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen“ ist ab sofort in allen gängigen Online-Shops verfügbar. Eine Hörprobe steht auch für dich bereit: LINK.

Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen von Lilli Meinhardis (Hörbuch gelesen von Christiane Frankenstein)

Du kannst das Hörbuch sogar gratis im Probeabo anhören – zum Beispiel bei BookBeat. Oder bei Spotify.

Das Hörbuch ist z.B. erhältlich bei Thalia zum Download oder im Abo.

Schau auch gerne bei unserem Hörbuchverlag Piet Henry Records vorbei. Dort findest du zum Beispiel mein Autorinnen-Porträt: Lilli Meinhardis.

Lilli Meinhardis freut sich über den Release des Hörbuchs „Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen“ (September 2024). Foto: privat

KLAPPENTEXT

Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen

Eine leichte und witzig-spritzige Sommerkomödie voller Romantik und Genuss

»So gegensätzlich Isa und Natália auch waren, so einträchtig waren sie in ihrem Geschmack: Grün musste es schmecken. Ob ein Kraut oder ein Gemüse – jede Speise wurde erst durch das gewisse Grün zu einem besonderen Gaumenerlebnis.«

Natália hat sich inmitten der Wolkenkratzer der Bankenmetropole am Main eine Oase geschaffen: Auf ihrem Dachgarten baut sie aromatische Kräuter für ihr aufstrebendes Café »Alles grün« an. Die Blondine hat allerdings auch ein Talent dafür, in Fettnäpfchen zu treten: In ihrem Nebenjob in einer Bank fährt sie zuerst mit ihrem Putzwagen über die polierten Schuhe des charmanten Bankers Marco, der ganz verzückt von ihrem Temperament ist. Kurz darauf wird sie beim heimlichen Umkleiden im Büro vom zugeknöpften Robert erwischt. Der ist hingerissen von der geheimnisvollen Unbekannten und hält sie irrtümlich für eine neue Kollegin. Als dann ein plötzlicher Stromausfall ganz Frankfurt in Dunkelheit taucht, ist das Verwirrspiel der Verliebten perfekt.

Lilli Meinhardis freut sich über ihr neues Hörbuch: Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen. Foto: privat (2024)

Unboxing:

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Lesung mit „Im Takt ihrer Träume“ im Kulturhaus Karlshorst

Am Freitag, den 12. April 2024 habe ich meine erste abendfüllende Lesung mit „Im Takt ihrer Träume“ gegeben.

Ich habe mich sehr gefreut, dass über 15 Menschen den Weg ins Kulturhaus Karlshorst (Berlin) gefunden und meiner Lesung sehr interessiert gelauscht haben.

Schon beim Einlass haben mich zwei freundliche Besucherinnen angesprochen, die sowohl „Das Lachen der Pinguine“ als auch „Im Takt ihrer Träume“ schon gelesen hatten und richtige Fans meiner Bücher sind. Das ist natürlich das schönste Lob, was ich als Autorin hören kann.

Arabella Meran liest aus „Im Takt ihrer Träume“ (Berlin, April 2024)
Arabella Meran liest aus „Im Takt ihrer Träume“ (Berlin, April 2024)
Arabella Meran liest aus „Im Takt ihrer Träume“ (Berlin, April 2024)

Um 19:30 Uhr ging es los und ich habe zwei Szenen vorgelesen, in denen Johanna nach Wien kommt, um sich im Operntheater als Dirigentin zu bewerben, jedoch bereits an der Pforte harsch abgewiesen wird. In ihrer Verkleidung als Mann mogelt sie sich dann doch zum Vorspielen und kann die Juroren von ihren musikalischen Qualitäten überzeugen – darunter auch den brasilianischen Dirigenten Eduardo Breuer, der ihr Herz höher schlagen lässt, obwohl er als Mann natürlich tabu für sie ist.

In zwei weiteren Szene haben wir Johanna in der Pension für Frauen mit ihren drei lebenslustigen Mitbewohnerinnen Dana, Tessa und Martha kennengelernt, die Johanna modisch im Style der 1920er Jahre einkleiden und ins Wiener Nachtleben (ins Stummfilmkino) ausführen.

Arabella Meran liest aus „Im Takt ihrer Träume“ (Berlin, April 2024)

Im Finale meiner Lesung durfte Jo die „Tosca“ dirigieren und ist ihrem Kollegen Eduardo nach einer skandalträchtigen „Walküre“ im Künstlerkeller näher als erlaubt gekommen.

Zwischen den insgesamt sechs Lesepassagen habe ich etwas zu den historischen Hintergründen und meiner Recherche erzählt. Für kleine Entspannungspausen haben die musikalischen Einspielungen aus der Soundanlage gesorgt, natürlich passend zum Thema klassische Musik.

Nach der Lesung habe ich noch einige Bücher signiert.

Arabella Meran signiert „Im Takt ihrer Träume“ (Berlin, April 2024)

Für mich war es ein rundum gelungener Abend – ich hoffe, für mein Publikum auch.

Bildnachweis: Herzlichen Dank für die Fotos an Vera M. und Simona W.

Welche Rolle spielt der Perfektionismus beim Schreiben eines Romans?

Für mich als Autorin bedeutet Perfektionismus beim Schreiben nicht, ein makelloses und fehlerfreies Endprodukt (das gedruckte Buch) zu produzieren.

Perfektion ist für mich ein Ideal, nach dem ich strebe, es aber niemals erreichen werde. Vielmehr kommt es auf das unermüdliche Anstreben dieses Zieles an.

Perfektionismus beim Schreiben und Überarbeiten

Beim Schreiben und Überarbeiten eines Manuskripts richtet sich mein Streben also darauf, das Bestmögliche aus meiner Geschichte und dem Sprachmaterial herauszuholen. Das erfordert einen großen Einsatz, ich muss mir meinen Text immer wieder vornehmen und daran schleifen – an der Dramaturgie, der emotionalen Entwicklung der Figuren und nicht zuletzt an der Sprache – hier könnte man wirklich unendlich weitermachen, denn ein Text lässt sich sprachlich immer wieder umformen.

Bei meinen beiden historischen Romanen „Das Lachen der Pinguine“ und „Im Takt ihrer Träume“ habe ich das jeweilige Manuskript zuerst in der Rohfassung geschrieben, dann nach Feedback einer Testleserin zwei Mal überarbeitet und schließlich an meinen Verlag Tinte & Feder gegeben. Dort habe ich zwei Lektoratsrunden (zuerst Inhalt, dann Stil) und zwei Korrektoratsrunden durchlaufen. Also habe ich einen Text von rund 500 Seiten (ca. 110.000 Wörtern) rund sieben Mal durchgearbeitet. Damit einem hierbei nicht die Puste ausgeht, ist der Wunsch nach Perfektion für mich ein wichtiger Motor.

Ich kann jedoch sagen, dass mir dieser Prozess viel Freude bereitet. Es ist zwar anstrengend, aber gleichzeitig auch ein schönes Gefühl, wenn ich währenddessen und am Ende immer den Eindruck habe, eine Verbesserung erzielt zu haben – wobei dies natürlich immer subjektiv ist: Was möchte ich als Autorin ausdrücken? Habe ich alle Tiefen und Möglichkeiten ausgeschöpft? Am Ende dieses Prozesses steht idealerweise ein Buch, mit dem ich selbst vollständig zufrieden bin.

Dann ist der Zeitpunkt gekommen, einen Text loszulassen und in die Welt zu entlassen. Ob und wie der Roman dann der individuellen Leser:in gefällt, ist höchst unterschiedlich und liegt auch außerhalb meines Einflussbereichs.

Wichtig für meinen inneren Frieden ist, insbesondere, wenn ich auch Kritik für mein Buch einstecken muss, dass ich selbst im Reinen damit bin, weil ich weiß, dass ich das (für mein Empfinden) Bestmögliche herausgeholt habe.

Fehler nach der Veröffentlichung gefunden

Auch nach Veröffentlichung eines Buches kommt es vor, dass mir Lesende einen Fehler melden, den sie im Buch entdeckt haben.

Dass es fast unmöglich ist, ein formal (Rechtschreibung und Grammatik) perfektes Buch zu veröffentlichen, habe ich kürzlich erst wieder gemerkt. Einen Monat nach Veröffentlichung hat mir eine Leserin den folgenden Tippfehler gemeldet:

Finde den Fehler: »Zu Feier des Tages lade ich dich ins Kaffeehaus ein«, verkündete Johanna.

Da frage ich mich: Wie kann das bloß sein, wo doch zwei Lektorinnen, zwei Korrektorinnen und ich das Manuskript so gründlich durchleuchtet haben? Menschen arbeiten eben nicht perfekt (Rechtschreibsoftware noch weniger). Hier ist es an der Zeit, andere Stimmen meiner Autorin-Persönlichkeit zu aktivieren:

Die Gelassenen und die Großzügige: „Let it be“, singen sie mir zu. „Okay, Fehler passieren“, gibt die Perfektionistin seufzend zu.

Was macht ein „perfektes“ Buch für Sie bzw.  dich als Lesende/r aus?

Supermom oder Rabenmutter? Die Mutterrolle im Roman

Wie sieht die Mutterrolle in Büchern aus? Als ich darüber nachgedacht habe, welche Rolle die Mutterschaft in meinen bisher fünf Romanen spielt, war ich selbst erstaunt, wie zentral diese ist.

Was eigentlich nicht verwundern sollte, denn die Mutter spielt im Leben eines jeden Menschen eine prägende Rolle. Sie schenkt einem das Leben, nährt, beschützt und bestraft ihr Kind. In der Literatur wird die Mutter oft in Extremen geschildert: Wer kennt nicht die böse Stiefmutter aus der Märchenwelt, das „Schwiegermonster“ und die „Rabenmutter“?

Oder die Mutter wird als Glucke, „Supermom“ oder Heilige in ihrer Aufopferung porträtiert. Dabei denke ich zum Beispiel an Fantine in „Die Elenden“ von Victor Hugo, die als ledige Mutter für den Unterhalt von Töchterchen Cosette zuerst ihre Haare abschneidet, dann ihre Zähne ziehen lässt und zuletzt ihren ganzen Körper in der Prostitution verkauft und schließlich ausgelaugt stirbt.

Ich liebe die peinliche Mutter von Elizabeth Bennet in „Pride and Prejudice“ (dt. „Stolz und Vorurteil“) von Jane Austen. Sie ist eine herrlich komische Figur, die ihre Tochter gehörig in Verlegenheit bringt und auch einen Bremsklotz für ihr Liebesglück darstellt, denn Mr. Darcy ist wegen dieser Mutter zunächst abgeschreckt und nimmt sie schließlich nur zähneknirschend in Kauf bei seinem Heiratsantrag.

Kennst du den Film „Meine liebe Rabenmutter“ (1981) mit Faye Dunaway als eitle und cholerische Hollywood Diva Joan Crawford? Der Film basiert auf der Autobiografie ihre Tochter Christina: „Mommy dearest“ und hat bei ihrem Erscheinen ein mediales Beben in den USA ausgelöst, weil das perfekte Image des MGM Stars des Goldenen Hollywoods erstmals Risse bekam. Ich habe diesen Film als Teenager mit meinen Schwestern unzählige Male angeschaut und war fasziniert und abgestoßen von der psychischen Gewalt, die die Mutter gegenüber der Adoptivtochter ausübt (z.B. Machtkampf, ob Christina ein Stück blutiges Fleisch aufessen muss), bis hin zu einer drastischen Szene, in der Mutter Crawford ihre Tochter mit einem Drahtbügel verprügelt (auch optisch hexenhaft mit weißem Puder im Gesicht). Am Ende des Film gelingt es der Tochter allerdings, ihrer Mutter all die seelischen und körperlichen Verletzungen zu vergeben (obwohl sie sogar im Testament enterbt wird). Das hat mich an diesem Film sehr bewegt und beschäftigt.

Die Realität des Mutterdaseins liegt sicherlich zwischen diesen Polen – ich denke, jede Mutter möchte das Beste für ihr Kind, was aber im Resultat nicht immer optimal ist. Hierbei wird die Mutter ständig von allen Seiten beäugt und bewertet: Tut sie zu viel, zu wenig oder das Falsche?

Das alles macht die Figur der Mutter für mich sehr reizvoll beim Schreiben. Ich versuche stets, sie als vielschichtige Figur zu zeichnen, die ständig mit sich ringt und in dem Spannungsfeld zwischen Selbstverwirklichung und Aufopferung steht.

So wird meine Protagonistin Johanna in „Im Takt ihrer Träume“ (Wien 1925) von ihrer Schwangerschaft überrumpelt und muss sich zwischen Kind und Karriere entscheiden – oder gibt es vielleicht doch einen Mittelweg?

Die 25-jährige Caroline Mikkelsen in „Das Lachen der Pinguine“ muss lernen, sich von ihrer dominanten Mutter abzugrenzen und ihre eigenen Wünsche gegenüber der Fremdbestimmung durchzusetzen.

Isa in „Das kleine Kräutercafé“ ist alleinerziehende Mutter des risikofreudigen Teenagers Yul. Sie muss erfahren, was es heißt, loszulassen und sein Kind seine eigenen Fehler machen zu lassen.

Welche Mütter aus Büchern sind dir besonders in Erinnerung geblieben – als Vorbild, Hassfigur oder Nervensäge?

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