Schreibworkshop in Fulda mit Autorinnen und Autoren des Gmeiner Verlags

Der Gmeiner Verlag hat mich zum Schreibworkshop nach Fulda eingeladen. So habe ich mich am Donnerstag (22. Januar 2026) mit dem Zug von Berlin auf die Reise begeben und war dreieinhalb Stunden später an meinem Zielort.

Nach dem Einchecken in meinem Hotel nahe des Bahnhofs habe ich einen Erkundungsspaziergang in die historische Altstadt von Fulda unternommen, die mich im romantischen Abendrot und mit frostigen Temperaturen begrüßt hat.

In der Altstadt habe ich drei Buchhandlungen durchstöbert und bin in ein Café für ein Stück Donauwelle eingekehrt.

Am Abend habe ich meine Gmeiner-Kolleginnen und Kollegen bei einem gemeinsamen Essen im Brauhaus getroffen. 

Am Freitag fand der Schreibworkshop im Altstadthotel statt. Den ganzen Tag lang haben wir unter der professionellen Anleitung von Friederike Schmöe in kurzen Schreibeinheiten unsere kreative Quelle angezapft und gemeinsam über das Schreibhandwerk gesprochen.

Als Schreibimpuls diente zum Beispiel ein mitgebrachter Gegenstand, mit dem man eine besondere Erinnerung verbindet. Für mich war es die Figur einer Skifahrerin, die von Kindern einer Waldorfschule gebastelt und mir von einem lieben Menschen geschenkt worden ist.

Zudem haben wir einen Koffer für eine Reise gepackt und eine Liste von Dingen geschrieben, die bei uns großes Unbehagen auslösen. Und was gibt es, was auf einer Beerdigung für die größtmöglich Irritation sorgen könnte? Ein Lachanfall eines Trauergastes? Oder ein Klopfen aus dem Sarg?

Besonders erfreulich und wertvoll für mich war das Kennenlernen und der Austausch mit meinen Kolleginnen und Kollegen. Im Workshop und auch beim gemeinsamen Essen haben wir uns bestens unterhalten und gegenseitig ermutigt.

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Ausrichten dieses tollen Workshops, an den Programmleiter René Stein, der auch dabei war, und an Friederike Schmöe, die den Workshop mit ihrer sympathischen Art sehr anregend und inspirierend gestaltet hat.

Die menschliche Fantasie ist wie ein Kaleidoskop, der Kopf eine Schatzkiste mit Bildern, die man nur öffnen und dann aufs Papier bringen muss.

Ich freue mich sehr, dass mein dritter historischer Roman als Arabella Meran bereits im Juli 2026 im Gmeiner Verlag erscheinen wird. Bald schon darf ich euch mehr dazu verraten…

Jahresrückblick 2025 auf mein Autorinnenleben

Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu und es ist Zeit, innezuhalten und zurückzublicken. Für mich als Autorin war es ein Jahr voller Inspiration und Wörter, die zu Geschichten wurden. Voller Hoffnungen, von denen sich einige erfüllt haben. Und ein Jahr reich an wunderbaren Begegnungen mit anderen Büchermenschen.

Was ich geschrieben habe

Im Januar 2025 habe ich das letzte Drittel meines Piemont-Romans geschrieben. Für diese Geschichte war ich im Oktober auf Recherchereise vor Ort und bin ab 1. November 2024 ins tägliche Schreiben eingestiegen. Das Manuskript in der ersten Fassung habe ich mit 550 Normseiten (130.000 Wörtern) fertiggestellt. Im Februar folgte dann nach dem super hilfreichen Feedback meiner bewährten Testleserin die erste Überarbeitung und Kürzung auf 520 Seiten.

Ohne Pause habe ich mich dann ins nächste Projekt (AT: „Wald“ / „Dorfgeheimnisse“) gestürzt, inspiriert durch eine Dokumentation über ein ganz besonderes Bergdorf im Trentino-Südtirol. Durch das Setting von Berg und Wald spielt bei meinem Gesellschaftsroman auch die Natur eine große Rolle, sodass ich den Romananfang am 3. März beim Deutschen Preis für Natur Writing eingereicht habe. Diese enge Frist hat mir zwar einerseits einigen Zeitstress gemacht, was meine Produktivität jedoch vorangetrieben hat.

In den folgenden 4 Monaten (März bis einschließlich Juni) habe ich täglich (außer sonntags) an meinem bisher ambitioniertesten Roman geschrieben. Es handelt sich um ein Gesellschaftsporträt im Mikrokosmos einer Dorfgemeinschaft mit alten Traditionen. Gleichzeitig gebe ich tiefe Einblicke in die Entwicklung einzelner Figuren, die in einer persönlichen Lebenskrise stecken (Trauer eines Witwers mit kleinen Kindern, ungewisse Herkunft eines Findelkindes und Gefangensein einer reifen Frau in häuslicher Gewalt).

Mein episches Werk hatte in seiner ersten Fassung 710 Normseiten (169.000 Wörter). Auch hier hat mir wieder eine Testleserin zur Seite gestanden, die mich ermutigt und mir kritisch-konstruktives Feedback gegeben hat. Im Juli habe ich das gesamte Manuskript überarbeitet und es auf 685 Seiten gekürzt (8.700 Wörter gestrichen, 1.600 neu geschrieben).

Unternehmens- und Familiensaga aus dem Rheinland

Dieses Projekt verfolge ich bereits seit 2021. Nach umfassender Recherche im Rheinland und in diversen Quellen hatte ich im Jahr 2023 bereits eine längere Leseprobe geschrieben (rund 200 Seiten / 48.000 Wörter. In diesem Jahr habe ich dieses Projekt wiederaufgegriffen und das Manuskript von Ende August bis Ende November vollendet. Die erste Fassung, die ich beim Gmeiner Verlag eingereicht habe, ist 530 Normseiten (118.800 Wörter) lang. Hinzu kommt noch ein Nachwort von 32 Seiten (8.170 Wörter).

Zudem habe ich zwei Artikel für die Federwelt – Das Magazin rund ums Schreiben“ verfasst, der erste aus dieser Serie ist im Oktober-Heft (Nr. 174) erschienen. Hierbei habe ich meine Kenntnisse vom Buchmarkt mit meiner Expertise als Volljuristin verbunden: „Ist das Kunst? Oder landet das vor Gericht?“ Es geht dabei um juristische Fallstricke für Autor:innen, wie man sie erkennt und am besten vermeidet. Vielen Dank an dieser Stelle an die Chefredakteurin Anke Gasch, die meinen Vorschlag für diese Artikelserie mit Begeisterung aufgenommen hat und als Lektorin mit viel Sprachgefühl am Text mit mir gefeilt hat.

Artikel in der „Federwelt“ (Oktober 2025)
Mein Schreibjahr 2025 in Zahlen
  • 1.250 Normseiten von Manuskripten geschrieben (= 300.000 Wörter)
  • 3 Romanprojekte: zu großen Teilen neu geschrieben und komplett überarbeitet: „Piemont“ mit 550 Seiten, „Wald / Dorfgeheimnisse“ mit 710 Seiten und historische Rheinland-Unternehmensgeschichte mit 530 Seiten.
  • 1 Romananfang (50 Seiten) für den Deutschen Nature Writing Preis eingereicht (März)
  • 2 Artikel für die „Federwelt – Das Magazin rund ums Schreiben““ verfasst: „Ist das Kunst oder landet das vor Gericht“ – juristische Fallstricke für Autor:innen kennen und vermeiden (Artikel Nr. 1 ist im Oktober erschienen, Artikel Nr. 2 wird im Februar 2026 erscheinen)
  • 1 literarische Kurzgeschichte geschrieben für den Walter-Serner-Preis 2025 mit dem Thema: „money, money, money“
  • Auf 2 Literatur-Stipendien beworben (ohne mit einer Zusage belohnt zu werden). 
Welche Verträge ich unterschrieben habe

Nach einer Zeit der Ungewissheit und diverser Absagen für meine Romanprojekte haben sich doch die Türen für mich geöffnet und ich konnte im Sommer (ohne Mitwirkung einer literarischen Agentur) mit dem Gmeiner Verlag einen Zwei-Buch-Vertrag für mein Rheinland-Projekt (historisch) und meinen Gardasee-Liebesroman (zeitgenössisch) unterschreiben. Ich freue mich riesig darüber, bei diesem etablierten Verlag ein gutes Zuhause für meine Romane gefunden zu haben. Ich kann es kaum erwarten, diese auch im stationären Buchhandel entdecken zu können, was neu für mich ist.

Eine große Freude war auch die Zusage von Saga Storify, aus meinem Debütroman „Das Lachen der Pinguine“ ein Hörbuch zu machen.

Zusage von Saga Storify
Welchen Menschen ich begegnet bin

Besonders wertvoll in meinem Autorinnenleben ist mir der Austausch mit anderen Schreibenden und Büchermenschen. Ein Fixpunkt für mich ist jeden Monat das Online-Treffen mit meinen „Mastermind“-Kolleg:innen, bei dem wir uns vertrauensvoll über unsere jeweilige Situation und den Buchbranche austauschen. Sehr schön in diesem Jahr war, dann ich einige aus dieser Gruppe endlich erstmalig persönlich treffen konnte (Astrid, Stephan, Katja, Petra und Susanne T.).

Dank der Autor:innenvereinigung DELIA und Instagram bin ich mit weiteren Autorinnen vernetzt, die ich auch endlich persönlich treffen konnte (z.B. Stefanie, Camilla und Alma in Berlin).

Treffen mit meiner geschätzten Autorin-Kollegin Stefanie Hohn in Berlin

Eine besonders schöne Begegnung hatte ich in Hamburg mit Karolin Pape, die das Hörbuch von „Das Lachen der Pinguine“ ganz wunderbar eingesprochen hat, das im November 2025 erschienen ist und zu dem ich bereits einige begeisterte Rückmeldungen von Hörerinnen erhalten habe. Bevor Karolin mit der Arbeit daran begonnen hat, konnten wir uns bei einem gemeinsamen Essen über meine Romanfiguren austauschen und haben in unseren Bücher- und Tee-Vorlieben erstaunliche Ähnlichkeiten festgestellt.

Arabella Meran und Karolin Pape, die das Hörbuch zu „Das Lachen der Pinguine“ ganz wunderbar eingesprochen hat.
Naturliebe und kulturelle Eindrücke in Berlin und auf Reisen

Meine Wahlheimat Berlin ist für mich nach wie vor ein Ort, der für mich meine beste „Basisstation“ darstellt, wo ich im häuslichen Arbeitszimmer in Ruhe schreiben kann und direkt vor der Haustür auch Natur vorfinde, in der ich mich bei meinen täglichen Spaziergängen erholen kann. Die Natur im Wechsel der Jahreszeiten ist für mich eine stetige Quelle der Inspiration und der Kraft.

Für zusätzliche Anregung sorgen die vielfältigen kulturellen Angebote von Berlin, die ich rege in mich einsauge. Fast an jedem Sonntag zieht es mich in eine Kunstausstellung, ein Museum oder zu einem landschaftlich oder architektonisch schönen Ort. Auch in die Oper und in klassische Konzerte sowie zu Lesungen (z.B. von Marc-Uwe Kling) gehe ich regelmäßig. Bei diesen schönen Ausflügen ins Kulturleben begleitet mich häufig meine Freundin Vera.

Doch auch andere Städte locken mich mit ihrem kulturellen Angebot und zur Recherche: Im Juni und September war ich in Paris. Außerdem in Hamburg und in München.

Was ich ins neue Jahr 2026 mitnehme und was mich erwartet

Ich freue mich auf ein neues Highlight in meiner Karriere: Das Erscheinen meines historischen Rheinland-Romans bei Gmeiner im Juli 2026.

Auch meine Tätigkeit für die Federwelt geht weiter: Im nächsten Jahr werden zwei weitere Artikel von mir mit juristischer Expertise bezogen auf den Buchmarkt dort erscheinen.

Dankbarkeit, Geduld und Zuversicht

Ich habe gelernt, dass ich in meinem Autorinnenleben viel Geduld brauche. Nicht jedes Manuskript findet sofort einen Verlagsvertrag. Doch kein Wort habe ich vergeblich geschrieben. Bei jeder Geschichte habe ich tief aus meinem Innern geschöpft und mich als Autorin weiterentwickelt. Manche Manuskripte sind wie Samenkörner, die noch in der Erde ruhen und wachsen müsse und ihre Zeit brauchen, bis starke Pflanzen aus ihnen werden, die mich dann reich mit ihren Früchten beschenken werden. So vertraue ich darauf, dass es für jede meiner Geschichten den richtigen Zeitpunkt geben wird, in Buchform an die Öffentlichkeit zu gelangen und seine Leserschaft zu finden.

Bis dahin genieße ich den kreativen Prozess, das Imaginieren und Schreiben, was mir große Freude bereitet. Ich empfinde es als Privileg, meiner Berufung als Schriftstellerin folgen zu können. Ich bin frei in meiner Wahl der Stoffe, in meiner Zeiteinteilung und in kann mir aussuchen, mit welchen Menschen ich zusammenarbeiten möchte. Für diese Freiheiten bin ich dankbar. Meine lebendige Fantasie empfinde ich als das größte Geschenk, denn sie beflügelt mich täglich und lässt mich auch Schmerzhaftes und Enttäuschungen überwinden. 

Arabella Meran 2025
Ich gehe jeden Schritt mit Achtsamkeit für den Moment und Dankbarkeit für die Gaben der Natur und meine Flügel der Fantasie.

Mein Artikel in der Federwelt: Ist das Kunst? Oder landet das vor Gericht?

Wer von euch liest gerne die Federwelt oder ist gespannt, dieses vielseitige Magazin rund ums Schreiben kennenzulernen? 

In der aktuellen Oktoberausgabe ist ein Artikel von mir enthalten:

Mein Artikel in der Federwelt

Ist das Kunst? Oder landet das vor Gericht?

#1 Welche Fallstricke lauern, wenn reale Personen in unseren fiktiven Texten auftauchen? Und wie entkommen wir ihnen?

Im Fokus: Fallstrick Familienroman und Romanbiografie: Eine reale Person, die im Roman vorkommt, fühlt sich in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt. Sie fordert Schmerzensgeld und sogar das Verbot des Buches.

Das Magazin gibt es überall, wo es Zeitschriften gibt und es kann auch online hier bestellt werden.

Ich wünsche viel Freude und Erkenntnisgewinn bei der Lektüre.

Ich selbst lese die Federwelt schon seit einiger Zeit und finde die Artikel jedes Mal ausgesprochen unterhaltsam und informativ. Auch in der Oktober-Ausgabe gibt es wieder viele spannende Einblicke in das #autor_innenleben und die Buchbranche.

Aus dem Inhaltsverzeichnis der Federwelt im Oktober-Heft 2025:
– Lehraufträge an Unis erhalten
– Vom Flop zum Kinderbuch-Dauerseller
– Reisebücher schreiben
– Mit einem Backbuch für Teenager in die achte Auflage
– Ist das Kunst oder landet das vor Gericht? Folge 1: Wenn reale Personen in fiktiven Texten auftauchen
– Morally grey characters konzipieren
– Die stimmige Leseprobe … und vieles mehr!

Vielen Dank an dieser Stelle an die Chefredakteurin Anke Gasch für die tolle Zusammenarbeit.

Meine Belegexemplare der Federwelt

Zwei Buchverträge mit dem Gmeiner Verlag

Heute habe ich doppelten Grund zur Freude: Soeben habe ich für zwei meiner Roman-Projekte einen Verlagsvertrag mit Gmeiner abgeschlossen!

Ich bin sehr glücklich, dass ich mit dem Gmeiner Verlag ein gutes Verlagszuhause für meine Romane gefunden habe.

2026: Ein historischer Roman aus dem Rheinland

Bei Projekt Nr. 1 handelt es sich um einen historischen Roman, der in den 1870er Jahren in meiner Geburtsstadt Köln und im Siebengebirge spielt, wo ich aufgewachsen bin. Die Familien- und Unternehmensgeschichte basiert auf historischen Personen und Ereignissen, ist aber natürlich durch meine Fantasie ausgeschmückt.

Arabella Meran in Köln bei der Recherche. Man sieht das Kölner Stadtwappen und das „F“ von „Alaf“ – ich war in einer Ausstellung zum Kölner Karneval, der bereits im 19. Jahrhundert gefeiert wurde.

Ich fühle mich dieser Geschichte durch die Schauplätze sehr verbunden, denn sie sind Teil meiner Kindheit. So hat mir die Recherche an den Originalschauplätzen (u.a. in der Kölner Altstadt und auf dem Drachenfels) große Freude bereitet. Ich arbeite bereits seit 2021 an diesem Projekt und bin gerade eifrig dabei, die zweite Hälfte des Manuskripts zu schreiben – bis Anfang November 2025 habe ich noch Zeit, dann geht es ins Verlagslektorat.

Rau-romantische Ruine auf dem Drachenfels, wo nach der Nibelungensage Siegfried den Drachen getötet und in dessen Blut gebadet hat.
Schloss Drachenburg am Drachenfels – ein Märchenschloss, das in den 1880er Jahren in den historischen Stilen der Neogotik und der Neorenaissance erbaut wurde. Es kommt auch in meinem Roman vor. Heute führt der Wanderweg und die Drachenfelsbahn dort vorbei.

Der historische Roman wird im Herbstprogramm 2026 (voraussichtlich im September 2026) erscheinen – die Wartezeit ist also überschaubar. Ich bin so gespannt auf die nächsten Schritte, insbesondere freue ich mich schon darauf, euch in naher Zukunft das Cover enthüllen zu können.

Arabella Meran auf dem Petersberg mit Panorama des Rheintals mit Drachenfels.

2027: Ein Liebesroman im Sehnsuchtsland Italien

Projekt Nr. 2 ist ein zeitgenössischer Liebesroman, der in meinem Sehnsuchtsland Italien spielt. Das Erscheinen des Buches ist für das Frühjahr 2027 geplant. Hier habe ich das Manuskript bereits vollständig geschrieben und freue mich, dass diese tiefgründige Second-Chance-Lovestory vor malerischer Kulisse in absehbarer Zukunft ihre Leserschaft finden wird.

Italien – das Land, wo die Zitronen blühn.

Ich hoffe, ihr freut euch mit mir und seid gespannt auf Lese-Nachschub von Arabella Meran.#

Neuerscheinung meines Hörbuchs: Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen

Ich habe gute Nachrichten für euch: Endlich gibt es „Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen“ auch als Hörbuch!

Für die Vertonung von Band 1 meiner romantischen „Alles grün“-Reihe konnte ich die sympathische Sprecherin Christiane Frankenstein gewinnen.

Mein Hörbuch „Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen“ ist ab sofort in allen gängigen Online-Shops verfügbar. Eine Hörprobe steht auch für dich bereit: LINK.

Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen von Lilli Meinhardis (Hörbuch gelesen von Christiane Frankenstein)

Du kannst das Hörbuch sogar gratis im Probeabo anhören – zum Beispiel bei BookBeat. Oder bei Spotify.

Das Hörbuch ist z.B. erhältlich bei Thalia zum Download oder im Abo.

Schau auch gerne bei unserem Hörbuchverlag Piet Henry Records vorbei. Dort findest du zum Beispiel mein Autorinnen-Porträt: Lilli Meinhardis.

Lilli Meinhardis freut sich über den Release des Hörbuchs „Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen“ (September 2024). Foto: privat

KLAPPENTEXT

Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen

Eine leichte und witzig-spritzige Sommerkomödie voller Romantik und Genuss

»So gegensätzlich Isa und Natália auch waren, so einträchtig waren sie in ihrem Geschmack: Grün musste es schmecken. Ob ein Kraut oder ein Gemüse – jede Speise wurde erst durch das gewisse Grün zu einem besonderen Gaumenerlebnis.«

Natália hat sich inmitten der Wolkenkratzer der Bankenmetropole am Main eine Oase geschaffen: Auf ihrem Dachgarten baut sie aromatische Kräuter für ihr aufstrebendes Café »Alles grün« an. Die Blondine hat allerdings auch ein Talent dafür, in Fettnäpfchen zu treten: In ihrem Nebenjob in einer Bank fährt sie zuerst mit ihrem Putzwagen über die polierten Schuhe des charmanten Bankers Marco, der ganz verzückt von ihrem Temperament ist. Kurz darauf wird sie beim heimlichen Umkleiden im Büro vom zugeknöpften Robert erwischt. Der ist hingerissen von der geheimnisvollen Unbekannten und hält sie irrtümlich für eine neue Kollegin. Als dann ein plötzlicher Stromausfall ganz Frankfurt in Dunkelheit taucht, ist das Verwirrspiel der Verliebten perfekt.

Lilli Meinhardis freut sich über ihr neues Hörbuch: Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen. Foto: privat (2024)

Unboxing:

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Lesung mit „Im Takt ihrer Träume“ im Kulturhaus Karlshorst

Am Freitag, den 12. April 2024 habe ich meine erste abendfüllende Lesung mit „Im Takt ihrer Träume“ gegeben.

Ich habe mich sehr gefreut, dass über 15 Menschen den Weg ins Kulturhaus Karlshorst (Berlin) gefunden und meiner Lesung sehr interessiert gelauscht haben.

Schon beim Einlass haben mich zwei freundliche Besucherinnen angesprochen, die sowohl „Das Lachen der Pinguine“ als auch „Im Takt ihrer Träume“ schon gelesen hatten und richtige Fans meiner Bücher sind. Das ist natürlich das schönste Lob, was ich als Autorin hören kann.

Arabella Meran liest aus „Im Takt ihrer Träume“ (Berlin, April 2024)
Arabella Meran liest aus „Im Takt ihrer Träume“ (Berlin, April 2024)
Arabella Meran liest aus „Im Takt ihrer Träume“ (Berlin, April 2024)

Um 19:30 Uhr ging es los und ich habe zwei Szenen vorgelesen, in denen Johanna nach Wien kommt, um sich im Operntheater als Dirigentin zu bewerben, jedoch bereits an der Pforte harsch abgewiesen wird. In ihrer Verkleidung als Mann mogelt sie sich dann doch zum Vorspielen und kann die Juroren von ihren musikalischen Qualitäten überzeugen – darunter auch den brasilianischen Dirigenten Eduardo Breuer, der ihr Herz höher schlagen lässt, obwohl er als Mann natürlich tabu für sie ist.

In zwei weiteren Szene haben wir Johanna in der Pension für Frauen mit ihren drei lebenslustigen Mitbewohnerinnen Dana, Tessa und Martha kennengelernt, die Johanna modisch im Style der 1920er Jahre einkleiden und ins Wiener Nachtleben (ins Stummfilmkino) ausführen.

Arabella Meran liest aus „Im Takt ihrer Träume“ (Berlin, April 2024)

Im Finale meiner Lesung durfte Jo die „Tosca“ dirigieren und ist ihrem Kollegen Eduardo nach einer skandalträchtigen „Walküre“ im Künstlerkeller näher als erlaubt gekommen.

Zwischen den insgesamt sechs Lesepassagen habe ich etwas zu den historischen Hintergründen und meiner Recherche erzählt. Für kleine Entspannungspausen haben die musikalischen Einspielungen aus der Soundanlage gesorgt, natürlich passend zum Thema klassische Musik.

Nach der Lesung habe ich noch einige Bücher signiert.

Arabella Meran signiert „Im Takt ihrer Träume“ (Berlin, April 2024)

Für mich war es ein rundum gelungener Abend – ich hoffe, für mein Publikum auch.

Bildnachweis: Herzlichen Dank für die Fotos an Vera M. und Simona W.

Welche Rolle spielt der Perfektionismus beim Schreiben eines Romans?

Für mich als Autorin bedeutet Perfektionismus beim Schreiben nicht, ein makelloses und fehlerfreies Endprodukt (das gedruckte Buch) zu produzieren.

Perfektion ist für mich ein Ideal, nach dem ich strebe, es aber niemals erreichen werde. Vielmehr kommt es auf das unermüdliche Anstreben dieses Zieles an.

Perfektionismus beim Schreiben und Überarbeiten

Beim Schreiben und Überarbeiten eines Manuskripts richtet sich mein Streben also darauf, das Bestmögliche aus meiner Geschichte und dem Sprachmaterial herauszuholen. Das erfordert einen großen Einsatz, ich muss mir meinen Text immer wieder vornehmen und daran schleifen – an der Dramaturgie, der emotionalen Entwicklung der Figuren und nicht zuletzt an der Sprache – hier könnte man wirklich unendlich weitermachen, denn ein Text lässt sich sprachlich immer wieder umformen.

Bei meinen beiden historischen Romanen „Das Lachen der Pinguine“ und „Im Takt ihrer Träume“ habe ich das jeweilige Manuskript zuerst in der Rohfassung geschrieben, dann nach Feedback einer Testleserin zwei Mal überarbeitet und schließlich an meinen Verlag Tinte & Feder gegeben. Dort habe ich zwei Lektoratsrunden (zuerst Inhalt, dann Stil) und zwei Korrektoratsrunden durchlaufen. Also habe ich einen Text von rund 500 Seiten (ca. 110.000 Wörtern) rund sieben Mal durchgearbeitet. Damit einem hierbei nicht die Puste ausgeht, ist der Wunsch nach Perfektion für mich ein wichtiger Motor.

Ich kann jedoch sagen, dass mir dieser Prozess viel Freude bereitet. Es ist zwar anstrengend, aber gleichzeitig auch ein schönes Gefühl, wenn ich währenddessen und am Ende immer den Eindruck habe, eine Verbesserung erzielt zu haben – wobei dies natürlich immer subjektiv ist: Was möchte ich als Autorin ausdrücken? Habe ich alle Tiefen und Möglichkeiten ausgeschöpft? Am Ende dieses Prozesses steht idealerweise ein Buch, mit dem ich selbst vollständig zufrieden bin.

Dann ist der Zeitpunkt gekommen, einen Text loszulassen und in die Welt zu entlassen. Ob und wie der Roman dann der individuellen Leser:in gefällt, ist höchst unterschiedlich und liegt auch außerhalb meines Einflussbereichs.

Wichtig für meinen inneren Frieden ist, insbesondere, wenn ich auch Kritik für mein Buch einstecken muss, dass ich selbst im Reinen damit bin, weil ich weiß, dass ich das (für mein Empfinden) Bestmögliche herausgeholt habe.

Fehler nach der Veröffentlichung gefunden

Auch nach Veröffentlichung eines Buches kommt es vor, dass mir Lesende einen Fehler melden, den sie im Buch entdeckt haben.

Dass es fast unmöglich ist, ein formal (Rechtschreibung und Grammatik) perfektes Buch zu veröffentlichen, habe ich kürzlich erst wieder gemerkt. Einen Monat nach Veröffentlichung hat mir eine Leserin den folgenden Tippfehler gemeldet:

Finde den Fehler: »Zu Feier des Tages lade ich dich ins Kaffeehaus ein«, verkündete Johanna.

Da frage ich mich: Wie kann das bloß sein, wo doch zwei Lektorinnen, zwei Korrektorinnen und ich das Manuskript so gründlich durchleuchtet haben? Menschen arbeiten eben nicht perfekt (Rechtschreibsoftware noch weniger). Hier ist es an der Zeit, andere Stimmen meiner Autorin-Persönlichkeit zu aktivieren:

Die Gelassenen und die Großzügige: „Let it be“, singen sie mir zu. „Okay, Fehler passieren“, gibt die Perfektionistin seufzend zu.

Was macht ein „perfektes“ Buch für Sie bzw.  dich als Lesende/r aus?

Supermom oder Rabenmutter? Die Mutterrolle im Roman

Wie sieht die Mutterrolle in Büchern aus? Als ich darüber nachgedacht habe, welche Rolle die Mutterschaft in meinen bisher fünf Romanen spielt, war ich selbst erstaunt, wie zentral diese ist.

Was eigentlich nicht verwundern sollte, denn die Mutter spielt im Leben eines jeden Menschen eine prägende Rolle. Sie schenkt einem das Leben, nährt, beschützt und bestraft ihr Kind. In der Literatur wird die Mutter oft in Extremen geschildert: Wer kennt nicht die böse Stiefmutter aus der Märchenwelt, das „Schwiegermonster“ und die „Rabenmutter“?

Oder die Mutter wird als Glucke, „Supermom“ oder Heilige in ihrer Aufopferung porträtiert. Dabei denke ich zum Beispiel an Fantine in „Die Elenden“ von Victor Hugo, die als ledige Mutter für den Unterhalt von Töchterchen Cosette zuerst ihre Haare abschneidet, dann ihre Zähne ziehen lässt und zuletzt ihren ganzen Körper in der Prostitution verkauft und schließlich ausgelaugt stirbt.

Ich liebe die peinliche Mutter von Elizabeth Bennet in „Pride and Prejudice“ (dt. „Stolz und Vorurteil“) von Jane Austen. Sie ist eine herrlich komische Figur, die ihre Tochter gehörig in Verlegenheit bringt und auch einen Bremsklotz für ihr Liebesglück darstellt, denn Mr. Darcy ist wegen dieser Mutter zunächst abgeschreckt und nimmt sie schließlich nur zähneknirschend in Kauf bei seinem Heiratsantrag.

Kennst du den Film „Meine liebe Rabenmutter“ (1981) mit Faye Dunaway als eitle und cholerische Hollywood Diva Joan Crawford? Der Film basiert auf der Autobiografie ihre Tochter Christina: „Mommy dearest“ und hat bei ihrem Erscheinen ein mediales Beben in den USA ausgelöst, weil das perfekte Image des MGM Stars des Goldenen Hollywoods erstmals Risse bekam. Ich habe diesen Film als Teenager mit meinen Schwestern unzählige Male angeschaut und war fasziniert und abgestoßen von der psychischen Gewalt, die die Mutter gegenüber der Adoptivtochter ausübt (z.B. Machtkampf, ob Christina ein Stück blutiges Fleisch aufessen muss), bis hin zu einer drastischen Szene, in der Mutter Crawford ihre Tochter mit einem Drahtbügel verprügelt (auch optisch hexenhaft mit weißem Puder im Gesicht). Am Ende des Film gelingt es der Tochter allerdings, ihrer Mutter all die seelischen und körperlichen Verletzungen zu vergeben (obwohl sie sogar im Testament enterbt wird). Das hat mich an diesem Film sehr bewegt und beschäftigt.

Die Realität des Mutterdaseins liegt sicherlich zwischen diesen Polen – ich denke, jede Mutter möchte das Beste für ihr Kind, was aber im Resultat nicht immer optimal ist. Hierbei wird die Mutter ständig von allen Seiten beäugt und bewertet: Tut sie zu viel, zu wenig oder das Falsche?

Das alles macht die Figur der Mutter für mich sehr reizvoll beim Schreiben. Ich versuche stets, sie als vielschichtige Figur zu zeichnen, die ständig mit sich ringt und in dem Spannungsfeld zwischen Selbstverwirklichung und Aufopferung steht.

So wird meine Protagonistin Johanna in „Im Takt ihrer Träume“ (Wien 1925) von ihrer Schwangerschaft überrumpelt und muss sich zwischen Kind und Karriere entscheiden – oder gibt es vielleicht doch einen Mittelweg?

Die 25-jährige Caroline Mikkelsen in „Das Lachen der Pinguine“ muss lernen, sich von ihrer dominanten Mutter abzugrenzen und ihre eigenen Wünsche gegenüber der Fremdbestimmung durchzusetzen.

Isa in „Das kleine Kräutercafé“ ist alleinerziehende Mutter des risikofreudigen Teenagers Yul. Sie muss erfahren, was es heißt, loszulassen und sein Kind seine eigenen Fehler machen zu lassen.

Welche Mütter aus Büchern sind dir besonders in Erinnerung geblieben – als Vorbild, Hassfigur oder Nervensäge?

Meine Lesung aus „Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen“ in Berlin-Karlshorst

Lesungspremiere für mein kleines Kräutercafé

Am Donnerstag, den 28. September 2023 war es soweit und ich habe meinen neuen Liebesroman „Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen“ im sympathischen Kaffee & Korn unverpackt Laden in Berlin-Karlshorst einem interessierten Publikum vorgestellt.

Hier sind einige bildliche Eindrücke.

Der Tag davor

Auswahl und Probelesen der Passagen aus meinem Leseexemplar

Der Tag der Lesung

Mein Koffer ist gepackt.

Die Lesung

Der Büchertisch

Im Anschluss an meine Lesung gab es ein kleines Publikumsgespräch und ich habe meine Bücher signiert.

Vielen Dank für die Einladung und den schönen Abend in der passenden Location des unverpackt Ladens Kaffee & Korn, der mit seinem nachhaltigen Konzept auch inhaltlich bestens zu meinem Roman passte.

Darum geht es im Roman

Eine Liebeskomödie voller turbulenter Verwicklungen um ein kleines Café im Herzen Frankfurts. Für alle Leser:innen von Nicolas Barreau und Katharina Herzog

»So gegensätzlich Isa und Natália auch waren, so einträchtig waren sie in ihrem Geschmack: Grün musste es schmecken. Ob ein Kraut oder ein Gemüse – jede Speise wurde erst durch das gewisse Grün zu einem besonderen Gaumenerlebnis.«

Natália hat sich inmitten der Wolkenkratzer der Bankenmetropole am Main eine Oase geschaffen: Auf ihrem Dachgarten baut sie aromatische Kräuter für ihr aufstrebendes Café »Alles grün« an. Die Blondine hat allerdings auch ein Talent dafür, in Fettnäpfchen zu treten: In ihrem Nebenjob in einer Bank fährt sie zuerst mit ihrem Putzwagen über die polierten Schuhe des charmanten Bankers Marco, der ganz verzückt von ihrem Temperament ist. Kurz darauf wird sie beim heimlichen Umkleiden im Büro vom zugeknöpften Robert erwischt. Der ist hingerissen von der geheimnisvollen Unbekannten und hält sie irrtümlich für eine neue Kollegin. Als dann ein plötzlicher Stromausfall ganz Frankfurt in Dunkelheit taucht, ist das Verwirrspiel der Verliebten perfekt.

Im Grünen mit den Samen für die 7 Kräuter für die Frankfurter Grüne Soße

Wenn die Prinzessin zur Magd wird und die Dragqueen der großen Liebe entgegen stöckelt – beliebte Tropes in Literatur und Film

Gute Geschichten greifen oft auf wiederkehrende Umstände, Figurentypen oder Beziehungskonstellationen zurück, die den Lesenden oder Zuschauenden bekannt und bei ihnen beliebt sind. Diese Erzählmuster nennt man „Tropes“.

Hier möchte ich dir einige meiner liebsten Tropes aus Büchern und Filmen vorstellen, die ich auch schon selbst in meinen Romanen eingesetzt habe.

Princess goes slumming und der Prinz wird zum Schweinehirt

Einer meiner liebsten Tropes ist „Princess goes slumming“ und „Der Prinz wird zum Schweinehirt“. Hier befindet sich die Heldin/der Held in einer privilegierten Postion (früher adelig, heutzutage superreich), dabei jedoch gefangen im goldenen Käfig. Sie träumt davon, einmal das simple und unbeschwerte Leben kennenzulernen. So schlüpft sie in die Rolle eines „Normalos“ und mischt sich unter das „einfache Volk“.

Goldie Hawn im Film „Overboard“

Dabei verliebt sie sich verbotenerweise in jemanden unter ihrem Stand. Diese Geschichten lösen sich meist märchenhaft auf, denn wenn die wahre Identität und Stellung des Verkleideten enthüllt wird, ist dessen Reichtum kein Hindernis mehr für die Liebenden, sondern ein Bonus. Das Romantische daran: Die Liebe der niedriger gestellten Person ist blind entstanden, also ohne den Anreiz des Aufstiegs in den höheren Stand – diese Liebe erscheint somit besonders rein.

Filmklassiker „Roman Holiday – Ein Herz und eine Krone“

Einer meiner liebsten Filmklassiker ist „Roman Holiday – Ein Herz und eine Krone“ (1953) mit der bezaubernden Audrey Hepburn als Prinzessin, die ihren Pflichten entflieht und einen Tag in Rom als normales Mädchen zusammen mit einem Journalisten (Gregory Peck) verbringt, der eine Enthüllungsstory über sie schreiben will (sie ahnt nicht, dass er ihr Inkognito durchschaut hat). Befreit von allen Zwängen schleckt sie genüsslich Eis, lässt sich eine Kurzhaarfrisur schneiden und düst auf einer Vespa durch Rom. Es gibt einige innige Küsse und einen bitter-süßen Abschied, denn die Prinzessin und der Bürgerliche dürfen eben doch nicht heiraten.

Filmkomödie „Overboard – ein Goldfisch fällt ins Wasser“

Wunderbar witzig ist die Filmkomödie „Overboard – ein Goldfisch fällt ins Wasser“ (1987) mit Goldie Hawn als Millionärin auf einer Luxusyacht, die den Handwerker Kurt Russell herum kommandiert. Als sie über Bord geht und ihr Gedächtnis verliert, wittert er seine Chance auf Rache und behauptet, ihr Ehemann zu sein. Die verwöhnte Lady muss nun im Schlabberkittel seine freche Kinderschar versorgen und den Haushalt machen. Doch in der Armut lernt sie erstmalig die Liebe kennen. Die geläuterte „Prinzessin“ wird mit einem Happy End belohnt.

Mein Liebesroman „Das kleine Kräutercafé – Herzkirschen“

Auch in meinem LiebesromanDas kleine Kräutercafé – Herzkirschen (erscheint am 31. August 2023) spielen der Standesunterschied und eine Verwechslung eine Rolle, denn die Protagonistin Natália ist eigentlich nur Köchin und Putzfrau, doch der reiche Banker Robert hält sie irrtümlich für eine „ebenbürtige“ Kollegin.

Lange Tradition: Der Strandesunterschied trennt das Liebespaar

Das Hindernis des Standesunterschieds war in früheren Zeiten für Liebende noch höher, so dass dieser Trope sich bereits im 18. und 19. Jahrhundert bei den Schriftstellern großer Beliebtheit erfreute. So lässt Friedrich Schiller in seinem Drama „Kabale und Liebe“ (1784) den Adelssohn Ferdinand von Walter sich der bürgerlichen Louise Miller in der Verkleidung eines Bürgerlichen annähern. Erst, wenn Ferdinands Vater von der Mesalliance erfährt, stellt es sich gegen die Verbindung und eine Reihe von Intrigen führt schließlich zum tragischen Tod der Liebenden, die sich gegenseitig vergiften.

Auch in Giuseppe Verdis Oper „Rigoletto“ von 1851 (die auf Victor Hugos: „Le roi s’amuse“ basiert) stellt sich der Herzog von Mantua seiner verehrten Gilda (Tochter des Hofnarrs) als armer Student vor und gewinnt damit ihr Vertrauen. Auch in der Oper „Adriana Lecouvreur“ von Francesco Cilea, 1902) gibt sich Maurizio, Graf von Sachsen, als einfacher Offizier aus, wenn er mit der Schauspielerin Adriana anbandelt. In beiden Opern endet die Affäre mit dem Tod der getäuschten Frau.

Jonas Kaufmann und Angela Gheorghiu in „Adriana Lecouvreur“ am Royal Opera House 2010.

Weniger dramatisch, dafür umso witziger geht es im Hollywoodfilm Let’s make love (1960) zu, in dem sich ein Millionär (Yves Montand) unter eine Schauspielgruppe mischt und das gutherzigen und sexy Showgirl (Marilyn Monroe) verführt.

Frau in Männerkleidung und Mann in drag

Ein weiterer persönlicher Favorit unter den Tropes ist die Frau in Männerkleidung oder der Mann „dressed as girl“ (drag). Hieraus ergeben sich wunderbar romantische (die unmögliche Liebe) und auch komödiantische Situationen.

Toni Curtis und Jack Lemmon im Film „Some like it hot“

Bereits Shakespeare hat mit dieser Geschlechterverwirrung gespielt in „Twelfth Night“ („Was ihr wollt“) – Viola strandet in einem fremden Land, verkleidet sich als Diener und tritt in den Dienst des Herzogs von Orsino ein, in den sie sich verbotenerweise verliebt. Und auch im Film „Shakespeare in Love“ (1998) verwandelt sich die adelige Viola (Gwyneth Paltrow) in einen Schauspieler, um auf der Bühne stehen zu können – zwischen ihr und dem Poeten Shakespeare funkt es gewaltig.

Kein Wunder also, dass ich diesen Trope genussvoll in meinem bald erscheinenden Roman Im Takt ihrer Träume aufgegriffen habe: Hier schlüpft die Dirigentin Johanna in die Rolle eines Mannes, um ihren Traumberuf ausüben zu können. Aber dann kommt ihr die Liebe in Gestalt des leidenschaftlichen Kollegen Eduardo in die Quere.

Wo wir schon in der Opernwelt sind: Auch in „Arabella“ von Richard Strauss muss die jüngere Schwester Zdenka als Knabe herumlaufen, weil die verarmten Eltern nur die schöne Arabella standesgemäß in die feine Gesellschaft einführen können. Zdenka ist heimlich verliebt in Matteo, der eigentlich für Arabella schwärmt, aber mit ihrem „Bruder“ so manche Vertraulichkeit austauscht.

Wenn Männer in drag herumstöckeln, wird es immer turbulent, wie in der herrlichen Filmkomödie „Some like it hot“ (1959) mit Marilyn Monroe, Jack Lemmon und Toni Curtis. Sicher kennst du auch „Tootsie“ (1982) und „Mrs. Doubtfire“ (1993). In all diesen Geschichten bekommt der Mann als „beste Freundin“ seiner Angebeteten immer einen besonderen Zugang zu ihr und lernt sie durch die eigene Frauenrolle besser verstehen.

Magst du auch Geschichten, die mit dem Geschlechterrollentausch oder mit dem Standesunterschied (Prinzessin wird zur Magd) spielen? Welche Bücher und Filme mit diesen Tropes kennst du noch?

Übrigens gibt es noch einige weitere Tropes in (Liebes-) Geschichten:

  • Enemies / Rivals to lovers (z.B. „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen. Von beruflichen Rivalen zu Liebenden: „You’ve got mail“ mit Meg Ryan & Tom Hanks)
  • Fake dating (z.B. „Selbst ist die Braut“ mit Sandra Bullock & Ryan Reynolds, „Wedding Date“ mit Debra Messing & Dermot Mulroney, „Green Card“ mit Gérard Depardieu & Andie MacDowell)
  • Die Wette (Variante von fake dating) (z.B. „Wie werde ich ihn los in 10 Tage“, „10 Dinge, die ich an dir hasse“)
  • Vom Aschenputtel zur Prinzessin / hässliches Entlein zum schönen Schwan (z.B. in „Pretty Woman“, „My fair Lady“ und „Sabrina“ mit Audrey Hepburn, „Plötzlich Prinzessin“)
  • Mauerblümchen (Wallflower) (z.B. Fanny Price in „Mansfield Park“ von Jane Austen, Baby in „Dirty Dancing“, Will (Hugh Grant) in „Notting Hill“)
  • Strangers to lovers (z.B. „Titanic“, „Before Sunrise“)
  • Friends to lovers (z.B. „Emma“ von Jane Austen und „Harry und Sally“ mit Meg Ryan & Billy Crystal)
  • Love triangle (z.B. „Die Hochzeit meines besten Freundes“ mit Julia Roberts, Cameron Diaz & Dermot Mulroney, „Bridget Jones“, „Vicky Christina Barcelona“, „Ein unmoralisches Angebot“, „Tequila Sunrise“, „Vom Winde verweht“)
  • Second chance (z.B. erfolgreiche Großstädterin kehrt in ihr Heimatdorf zurück und trifft ihre Jugendliebe wieder wie in „Sweet Home Alabama“ mit Reese Witherspoon)
  • Forced proximity – erzwungene Nähe u.a. eingeschlossen sein oder aneinander gekettet, gemeinsamer Auftrag, Roadtrip (z.B. „Speed“, „The Mountain between us – Zwischen zwei Leben“, „Passengers“ – Mann und Frau alleine in einem Raumschiff, „Der Kautions-Cop“, „So spielt das Leben„, wo sich Mann und Frau, die sich nicht leiden können, gemeinsam um ein Baby kümmern müssen, „Der Duft der Frauen“ – ein Collegejunge soll auf einen blinden Mann aufpassen – mit Al Pacino & Chris O’Donnell)
  • Only one bed – zusammen in einem Bett (z.B. „Verlobung auf Umwegen„, „Selbst ist die Braut„, „In einem fernen Land“ mit Tom Cruise & Nicole Kidman)
  • Verbotene Liebe (z.B. Priester, Lehrer:in, Stiefvater wie in „Lolita“, oder Bruder /Schwester der/s eigenen Verlobten, z.B. „Die Familie Stone„)
  • Boss Romance / Office Romance spielt auch mit der verbotenen Liebe und einem Standesunterschied, denn eine Person des Paares ist der Chef/die Chefin (z.B. „Top Gun“ wo Tom Cruise eine Liaison mit seiner Ausbilderin Kelly McGillis eingeht, „Was Frauen wollen“ mit Mel Gibson & Helen Hunt, „Ein Chef zum Verlieben“ mit Sandra Bullock & Hugh Grant)
  • Heimliche Beziehung (z.B. „Romeo und Julia“, „Brokeback Mountain“, „Abbitte“)
  • Found family – die Wahlfamilie, d.h. eine Gruppe von Menschen findet sich zu einer neuen Familie zusammen, ohne biologisch miteinaner verwandt zu sein  (z.B. „Zusammen ist man weniger allein“ (Originaltitel: Ensemble, c’est tout), Film mit Audrey Tautou, basiert auf dem gleichnamigen Roman von Anna Gavalda (2004), „About a Boy oder: Der Tag der toten Ente“ mit Hugh Grant & Nicholas Hoult & Toni Collette, „Harry Potter“, „Die Tribute von Panem“)
  • Soulmates – Seelenverwandte (z.B.  „Der Pferdeflüsterer“, „Sleepless in Seattle“, „Ghost“, „Bridges of Madison County – Die Brücken am Fluss“)
  • Briefe von einem Fremden / aus der Vergangenheit / von einem Verstorbenen (z.B. „Message in a bottle – Der Beginn einer großen Liebe“ von Nicholas Sparks, „P.S. I love you„, „Briefe an Julia“)
  • Tödliche Krankheit verkürzt die Zeit, die die Liebenden miteinander haben. Manchmal verliebt sich dabei die Krankenschwester in ihren Patienten (z.B. „Entscheidung aus Liebe“ mit Julia Roberts, „Love Story“, „Sweet November“, „Ein ganzes halbes Jahr“ – Film nach dem Roman von Jojo Moyes)
  • Gedächtnisverlust (z.B. „Für immer Liebe„, „Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser“, „Vergiss mein nicht“, „Good Bye, Lenin“, „Hangover“; im Spannungs-Genre: „Bourne Identity“, „Ich. Darf. Nicht. Schlafen“, „Memento“, „Mulholland Drive“, „Spellbound – Ich kämpfe um dich“ mit Ingrid Bergmann & Gregory Peck)
  • Familienfeier / Thanksgiving / Essen mit Freunden läuft aus dem Ruder (z.B. „Die Familie Stone“, „Im August in Osage County“ und „Familiensache“ beide mit Meryl Streep, „Das perfekte Geheimnis“, „Der Vorname“)
  • Böse Schwiegereltern (z.B. „Meine Braut, ihr Vater und ich“ mit Robert de Niro, „Das Schwiegermonster“ mit Jane Fonda)
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