Schmerz, bring mich zum Lachen! Ist die Schadenfreude in Kindergeschichten pädagogisch wertvoll?

Gerade in Zeiten von geschlossenen Schulen und Kitas sind die Eltern verstärkt gefordert, ihren Kindern Unterhaltung zu bieten und greifen ins heimische Bücherregal, wo noch Klassiker aus alten Tagen schlummern. Dort begegnen uns der Struwwelpeter und seine Leidensgenossen Daumenlutscher und Suppenkaspar. Die bösen Buben Max und Moritz dürfen auch nicht fehlen. In diesen Klassikern der Kinderliteratur ist der Schmerz ein zentrales Motiv. Aber ist solche Quälerei pädagogisch wertvoll und darf man sie heutigen Kindern überhaupt noch zumuten?

Aktuell ist eine Fortsetzung des Heinrich Hoffmann’schen Klassikers aus dem Jahr 1845 erschienen: „Struwwelpeter – Die Abrechnung. Das Kinderbuch für Erwachsene“ von den Brüdern Niklas und Johannes Kizler.

Was gibt es 175 Jahre nach Erscheinen des illustrierten Originals Neues zu entdecken? Mit moderner Sichtweise statten die Autoren die Kinderfiguren mit Hintergrundgeschichten aus – ihre Unglücksgeschichten sind nach Kizlers Deutung die Quittung für das Versagen der Eltern. So lässt sich der pubertierende Struwwelpeter seine Haare und Fingernägel als Ausdruck seiner Individualität wild wachsen und rebelliert damit gegen seine streng konformen Eltern.

Der Struwwelpeter als rebellischer Teenager – illustriert von Christina Mäckelburg

Der Suppenkaspar leidet nicht an Magersucht, wie in der literarischen Diagnose des Arztes und Psychiaters Hoffmann, sondern unter den schlechten Kochkünsten seiner Mutter.

Die 2020er-Version schockiert nicht, sondern wirbt um Verständnis und Mitgefühl für das leidende Kind. Aber mal ehrlich: Wer ist nicht fasziniert vom grausigen Schicksal der klassischen Kinderfiguren? Warum funktionieren diese alten Geschichten immer noch so gut?

„Schmerz, erzieh mich!“

„Wer nicht hören will, muss fühlen!“ Dieser Satz ist noch heute präsent, obwohl er einer Pädagogik aus dem 19. Jahrhundert entspringt. Der Schmerz hat eine erzieherische Funktion: Das unartige Kind wird für seine Fehler grausam mit Schmerz oder Tod betraft. Die Palette der Qualen ist groß: Das Kind wird entweder verspottet, verstümmelt, verbrannt oder verspeist. Kinder, die über diese grausigen Schicksale lesen, sollen vor Angst in ihrem eigenen Leben gehorsam den Regeln der Eltern und der Gesellschaft folgen.

Besonders drastisch ist der Schmerz als Erziehungsmaßnahme in der Sammlung von Kindergeschichten im „Struwwelpeter“. In der “Geschichte vom Daumenlutscher” lässt die Mutter das Kind alleine und es tröstet sich mit Daumenlutschen. Zur Strafe werden ihm beide Daumen mit einer Schere abgeschnitten.

In “Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug” spielt Paulinchen trotz des Verbots der Eltern und der wiederholten Warnungen der zwei Katzen (die als Stimmen von Vater und Mutter fungieren) mit Streichhölzern. Es kommt, wie es kommen muss: das Kinder verbrennt qualvoll.

Vergleichsweise milde kommt der Struwwelpeter davon, der sich weigert, sich die Fingernägel schneiden und die Haare kämmen zu lassen. „Pfui! ruft da ein jeder: Garst’ger Struwwelpeter.“

Diese Verspottungen lassen das Kind seelisch leiden. Hier wirken die Mittel der Demütigung und gesellschaftlichen Ausgrenzung auf das Kind ein. Das psychische Leid erscheint zunächst gegenüber körperlichen Schmerzen weniger grausam. Allerdings wissen wir nach heutigen Erkenntnissen in der Psychologie, dass Mobbing tiefgehende Verletzungen in der Psyche eines jungen Menschen anrichtet.

„Schmerz, bring mich zum Lachen!“

In manchen Geschichten ist das Kind nicht Opfer von Quälerei, sondern Täter. In „Max und Moritz“ (1865 von Wilhelm Busch) traktieren die beiden Spitzbuben die braven Spießbürger und deren Tiere mit schmerzhaften Streichen. Der Text wird von schonungslosen Illustrationen begleitet. Der ironisch-spöttische Ton sorgt für Distanz und gibt dem komischen Element Raum. Ja, beim Lesen entsteht ein unwiderstehlicher Lachreiz. Hier zeigt sich ein unerwartetes und doch willkommenes Produkt des Schmerzes: die Schadenfreude. Wer wünscht den Buben nicht Erfolg bei ihren Streichen? Wer hält nicht gespannt den Atem an und möchte sehen, wie die Witwe Bolte den unschuldigen Hund prügelt, wie der Bauch vom Meister Böck mit einem heißen Bügeleisen malträtiert wird, wie dem Lehrer Lämpel das Schwarzpulver in der Pfeife explodiert? Wir wollen diese Leute leiden sehen und lachen voller Schadenfreude über ihre Misere.

Wenn Max und Moritz am Ende von Bauer Mäcke in der Getreidemühle geschrotet und in Einzelstücken vom Federvieh gefressen werden, empfinden wir genauso wenig Trauer um die Buben, wie die Dorfgemeinschaft – nicht weil wir ihren grausamen Tod als gerecht empfinden, sondern weil der Schmerz jemand anderen getroffen hat.

Innere Entlastung und Befreiung durch Schadenfreude

Was lässt den Schmerz so herrlich freudvoll sein? Wir erleben den in Kindergeschichten dargestellten Schmerz aus einer sicheren Distanz, so dass kein Nähegefühl entsteht. Auch die sprachliche Ironie entlässt uns aus dem Mitleid. Anstelle von Mitgefühl empfinden wir Schadenfreude als Gefühl einer „Reinigung“. Unsere eigenen Ängste werden auflöst und wir werden von unterdrückten Gefühlen befreit. Oft sind es soziale Ungerechtigkeiten, die zu unterdrückten Aggressionen führen. Vergleicht man sich mit anderen, kann ein Gefühl von Ohnmacht und Neid entstehen. Dies ist in der heutigen Gesellschaft, die von Konkurrenzkampf und Konsumbildern geprägt ist, aktueller denn je. Aber durch das Unglück wird die Konkurrentin oder der Konkurrent „einen Kopf kürzer“ gemacht. Die Schadenfreude hat damit eine entlastende Wirkung auf die Psyche und löst im Gehirn ähnlich Reaktionen aus, wie bei einer Belohnung.

Was ist also pädagogisch wertvoll an grausamen Kindergeschichten? Es ist nicht der mahnende Zeigefinger und das abschreckende Beispiel. Vielmehr erlaubt die Schadenfreude, die beim Lesen der schmerzvollen Lehrstücke entsteht, einen befreienden Ausbruch aus genau den rigiden Erziehungsmustern, die in diesen Geschichten für schmerzhafte Bestrafung sorgen.

Eine Fassung dieses Artikels ist am 23.04.2020 in der Rheinpfalz (Zweibrücken) erschienen. Hier als pdf, wer es sich anschauen möchte: Lachen mit Max und Moritz_DIE RHEINPFALZ

Münchhausen feiert seinen 300. Geburtstag und mit ihm die Erfolgsgeschichte der Lüge

Der Ritt auf der Kanonenkugel hat Münchhausen weltberühmt gemacht. Nicht nur seine Zeitgenossen staunen über diesen wagemutigen Soldaten, der die Gesetze der Natur überlistet und auf einer Kanonenkugel über das Schlachtfeld in Richtung feindliche Festung fliegt. Auf halber Strecke bekommt er Zweifel und springt kurzerhand wie ein Voltigierreiter auf die entgegenkommende Kanonenkugel des Feindes über, um wohlbehalten wieder im eigenen Lager zu landen. Kann das wahr sein?

Die haarsträubenden Erlebnisse von Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen (1720-1797) als Soldat im Krieg gegen das Osmanische Reich wurden von verschiedenen Autoren ab 1761 niederschrieben. In Deutschland erschienen die Lügengeschichten des Münchhausen im Jahr 1785.

Seinem windigen Abenteuer auf der Kanonenkugel huldigen unzählige Zeichnungen und Verfilmungen (z.B. mit Hans Albers, D 1943). Niemanden stört es, dass die Geschichte komplett erfunden und erlogen ist. Die Lüge ist so herrlich unterhaltsam und befreit uns aus dem Alltagsgrau, dass wir sie gerne glauben. Und dem Lügner selbst vergeben wir allzu gerne seine Täuschung.

Don Quixote belügt sich selbst und wird so zum Ritter

Kein Wunder, dass Lügner sich zu Hauf in Büchern wiederfinden. Don Quixote, aus der Feder von Miguel des Cervantes (1605 veröffentlicht), könnte als großer Bruder vom Lügenbaron durchgehen. Auch dieser „Ritter von der traurigen Gestalt“ erfindet sich seine eigene Welt, in der er selbst der Held ist. Er ist süchtig nach Ritterromanen und bildet sich bald ein, selbst ein Ritter zu sein und zieht mit seinem gutmütigen Knappen Sancho Panza in die Welt aus, um Abenteuer zu suchen. Auf diesem Ritt kämpft Don Quixote für die Ehre edler Damen, die in Wirklichkeit Prostituierte sind, und gegen Riesen, die eigentlich Windmühlen sind. Die Welt muss sich der Wahrheit von Don Quixote anpassen – aus Wunschfantasie wird Realität. So verschwimmen die Grenzen zwischen Imagination, Selbsttäuschung und Lüge.

Die Erfolgsgeschichte der Lüge im Märchen

„Lügen haben kurze Beine!”, heißt es im Volksmund. Märchen beweisen das Gegenteil! Dort stecken die Lügenbeine in Stiefeln und bringen den Märchenhelden ganz nach oben. So in „Der gestiefelten Kater“. Dieser gut gekleidete Kater ist ein wahres Marketinggenie, von dem PR-Manager des 21. Jahrhunderts noch lernen können. Im Handumdrehen bzw. Zungeumdrehen schafft der pelzige Stiefelträger es, seinen Herrn vom armen Schlucker zum Großgrundbesitzer, Schlossherrn und Prinzgemahl zu erheben.

Zuerst bringt der Kater dem König Rebhühner als Geschenk seines Herrn, den er als “Graf” betitelt, obwohl dieser ein armer Müller ist. Zum Dank sendet der König dem falschen Grafen säckeweise Gold. Dann lässt der Miezemeister der Illusion den Müller nackt in einem See baden und versteckt dessen armselige Kleider. Als der König in seiner Kutsche vorbei gefahren kommt, erzählt der Kater ihm eine Räuberpistole und der König glaubt alles. Er kleidet den ausgeraubten Grafen in prächtige Gewänder und lässt ihn in sein Luxusgefährt einsteigen, wo auch die Prinzessin sitzt, die er alsbald heiraten wird. Zuletzt überlistet der Kater einen Zauberer und lässt den Müller in das ergaunerte Schloss einziehen. So wird der arme Müller schließlich König. Und alles dank Lüge und Täuschung – der PR-Kater würde es allerdings “List” und „Imagepflege” nennen.

Auch in „Das tapfere Schneiderlein“ werden unehrliches Verhalten und Angeberei belohnt. Der Schneider erschlägt sieben Fliegen mit einem handelsüblichen Tuchlappen. Diese Alltagstat bauscht er zur Heldentat auf, indem er sich einen Gürtel anlegt, den er mit der Aufschrift “Sieben auf einen Streich” bestickt. Diese Übertreibung im Dienste der Selbstvermarktung wird fortan sein Wahlspruch. Im Verlauf der Geschichte erliegt so mancher Gegner dieser vorgetäuschten Heldentat und prüft sie nicht auf ihren Wahrheitsgehalt.

Pinocchios lange Nase macht die Lüge sichtbar

In der italienischen Kindererzählung „Pinocchio“ (1883 von Carlo Collodi) ist der Bube aus Holz (dessen Name „Dummköpfchen“ bedeutet) zunächst ein sorgloser Schulschwänzer und Faulenzer. Immer wenn er lügt, wächst seine Nase. So kann er seine Ausreden nicht länger verbergen und muss sich schämen. Diese Sichtbarmachung der Lüge hat eine erzieherische Wirkung auf den Jungen, der sich im Laufe der Geschichte durch viele Prüfungen von einer Marionette in einen Menschen aus Fleisch und Blut verwandelt.

Warum wir auf die Lüge nicht verzichten können

Was passiert, wenn wir nicht mehr lügen dürften, muss Jim Carrey im Film „Der Dummschwätzer“ (Originaltitel: „Liar Liar“, USA 1997) leidvoll erleben. Von seinem enttäuschten Sohn dazu verflucht, 24 Stunden lang nicht lügen zu dürfen, stolpert Carrey von einem Fettnäpfchen ins nächste: Als Anwalt verliert er durch die erzwungene Ehrlichkeit einen Prozess und landet wegen Beleidigung des Richters selbst im Gefängnis. Auch im sozialen Umgang stößt er mit schonungsloser Ehrlichkeit seine Mitmenschen vor den Kopf – er nennt sie fett und hässlich – und muss sich unfreiwillig zu jeder Peinlichkeit bekennen (ja, er war der Furzer im Aufzug) und kann sich auf keine Ausrede mehr berufen, um lästige Verpflichtungen abzuschütteln.

Die ungeschönte Wahrheit quillt über seine Lippen wie ein Gift und selbst das größte Grimassieren kann ihm den Mund nicht verschließen. Die Qualen des Mannes zeigen uns: Die Lüge hat gute Seiten, denn sie ist eine Maske der Höflichkeit, die den Menschen einen freundlichen Umgang miteinander erlaubt. Die Lüge ist auch ein Schutzschild, das uns vor Scham und Strafe schützt.

Aber Läuterung muss sein, also lernt der notorische Lügner während seines Wahrheitsfluchs auch, worauf es im Leben ankommt, nämlich ehrliche Liebe und Fürsorge für Frau und Sohn.

Der Film führt uns vor Augen, wie grotesk und schwer erträglich das soziale Miteinander wäre, wenn wir immer ehrlich sein müssten. Die Lüge ist sozial akzeptiert und für den gesellschaftlichen Frieden erforderlich – wenn sie als Form von Höflichkeit, Diskretion und Diplomatie daher kommt.

Lügen erfüllen Sehnsüchte

Was aber fasziniert uns an Lügengeschichten wie die von Baron Münchhausen so sehr? Warum möchten die Menschen an dreiste Erfindungen glauben und lassen sich sehenden Auges einen Bären aufbinden? Die wirklich gute Lügengeschichte lebt davon, dass sie die Normalität aushebelt und die Illusion wie einen schönen Schleier über die öde Alltagswelt legt. Die Lüge als fantastisches Trugbild erfüllt die menschliche Sehnsucht nach Staunen und Wundern.

Froschputtel oder Aschenprinz – Mein Beitrag zum Poetry-Slam-Wettbewerb

Das StudierendenWERK Berlin hat den Wettbewerb “Mix it! Spoken Word & Slam” ausgeschrieben und ich habe die Herausforderungs angenommen. Die Slam Poeten präsentieren ihre Texte wegen Corona nicht in einer Live-Bühnenshow (die für den 23. April angesetzt war), sondern Online. Ein Publikum samt Abstimmung gibt es trotzdem und der oder die Sieger*in zieht ins Finale ein. Ihr dürft mir Hals-und-Reim-Bruch wünschen.

Hier könnt ihr euch das Video mit allen 8 Texten der Slam Poeten anschauen:

Wenn ihr nur meinen Beitrag ansehen möchtet, könnt ihr das auch auf meinem youtube-Kanal tun:

ABSTIMMEN (man kann 2 Stimmen für 2 Favorit*innen vergeben – ich hoffe, eine davon schenkt ihr mir, wenn euch mein Text gefallen hat) könnt ihr H I E R.

ENTSTEHUNGSGESCHICHTE

Irgendwann im März habe ich mir zu mitternächtlicher Stunde Gedanken zu einem möglichen Text gemacht und bin schnell auf eines meiner Lieblingsthemen gekommen: das Märchen. Was passt dazu? Die ewige Suche nach dem Traumprinzen. Aus eigener Online-Dating-Erfahrung kann ich so einigen Honig saugen. Also habe ich in einem Brainstorming (Sprich-) Wörter rund um diese Themen in meinem Inkubations-Journal gesammelt und dort einige Wochen reifen lassen.

Als der Abgabetermin näher rückte, habe ich die Textfragmente dann in ein Dokument eingetippt und einige Abende lang daran gewerkelt. Zunächst eine Struktur mit Strophen und Refrain (der sich 3 Mal wiederholt – wie es sich im Märchen gehört). Im Feinschliff habe ich mir den Text selbst vorgelesen und mit dem Diktiergerät zur Selbstkontrolle aufgenommen und an den Reimen gefeilt.

Schließlich war mein Text fertig. Voilà:

Froschputtel oder Aschenprinz

Bildschirm, Bildschirm in der Hand:

Wer ist der Schönste im ganzen Land?

Tinder hin und Tinder her

alles was ich begehr’

die Guten nach Rechts

die Schlechten nach Links

ob Froschputtel oder Aschenprinz

du bist mein Traumtyp stimmt’s?

Mit den Fingerchen tipp tipp tipp

mit dem Köpfchen nick nick nick

mal macht es BAM

mal heißt es SPAM

viele Kandidaten möglichst schnell

rundherum so geht das Dating Karussell

 

Ich bin nicht wählerisch und schon gar nicht grimmig

will nur in Frau Holles Wolken schweben

meine Träume ausschütteln und Schleier weben

für Mr. Perfect lasse ich mein Haar herunter und reiche ihm die Hand

und folge den Brotkrumen bis zu seinem Schloss aus Sand

 

BLING BLING – ein Match – und digitale Herzen schlagen höher

Nachricht von Strahlemann76:

„Knusper knusper süßes Mäuschen

bin bei deinem Foto ganz aus dem Häuschen“

In seinem Profil ist er nicht allzu bescheiden

kann mich an allerlei Informationen weiden:

„Bin ein toller Mann mit ganz viel drin und dran

völlig behaart wie König Drosselbart

nur ungepaart und sehr apart

im Café treffen wir uns zum Start

dann gerne schnickel-schnackel oder so was ist der Art“

 

Ach, das ist mir viel zu stoppelig und womöglich hoppelig

The search must go on!

 

Bildschirm, Bildschirm in der Hand:

Wer ist der Schönste im ganzen Land?

Tinder hin und Tinder her

alles was ich begehr’

die Guten nach Rechts

die Schlechten nach Links

ob Froschputtel oder Aschenprinz

du bist mein Traumtyp stimmt’s?

Mit den Fingerchen tipp tipp tipp

mit dem Köpfchen nick nick nick

mal macht es BAM

mal heißt es SPAM

viele Kandidaten möglichst schnell

rundherum so geht das Dating Karussell

 

Ich bin nicht wählerisch und schon gar nicht grimmig

ob Banker oder Denker

Bürohengst oder Nachtgespenst

Autofreak oder Fahrraddieb

Traumtänzer oder Schulschwänzer

will frei wählen ohne rasten und rosten

im Abo vom Apfel der Versuchung kosten

 

BLING BLING – ein Match – und digitale Herzen schlagen höher

Nachricht von Do-it-your-self-Nick:

„Hi Prinzessin, wo drückt dir der Schuh

lass uns verschwinden im Nu

hinter den sieben Bergen

in Federbetten statt in gläsernen Särgen

ich komme hoch zu Ross und mit Kondom

befreie dich vom Schneewittchen-Syndrom“

 

Ach, das ist mir viel zu viel zu offensiv und womöglich invasiv

The search must go on!

 

Bildschirm, Bildschirm in der Hand:

Wer ist der Schönste im ganzen Land?

Tinder hin und Tinder her

alles was ich begehr’

die Guten nach Rechts

die Schlechten nach Links

ob Froschputtel oder Aschenprinz

du bist mein Traumtyp stimmt’s?

Mit den Fingerchen tipp tipp tipp

mit dem Köpfchen nick nick nick

mal macht es BAM

mal heißt es SPAM

viele Kandidaten möglichst schnell

rundherum so geht das Dating Karussell

 

Ich bin nicht wählerisch und schon gar nicht grimmig

will Goldmarie heißen und das Pech vergessen

will mit dem bösen Wolf Kreide essen

mich mit Siebenmeilenstiefeln im Wettlauf messen

und wenn sich Dornen in Rosen verwandeln

kann ich mit Bock oder Gärtner anbandeln

 

BLING BLING – ein Match – und digitale Herzen schlagen höher

Nachricht von André Ass:

„Hi Kuschelmaus, traust du dich zu mir hinaus?

Ich bin ein toller Hecht, frag nur Meister Specht

Sollst kein armes Schneiderlein kriegen

kann Finanzriesen besiegen

Steine auspressen und Sterntaler aufwiegen

schenke mir deinen Kuss – das ist leider ein Muss

dann werde ich fröhlich unter den Fröschen dein König“

 

Ach, das ist mir viel zu viel zu historisch und allzu metaphorisch

The search must go on!

 

Mit den Fingerchen tipp tipp tipp

mit dem Köpfchen nick nick nick

mal macht es BAM

mal heißt es SPAM

viele Kandidaten möglichst schnell

rundherum so geht das Dating Karussell

 

BLING BLING – sieben auf einen Streich

ein Hallo von Mr. Lück

ein Ciao von Hans-im-Unglück

ein Hi von StatusX und liebe Grüße von Perhaps

Taufrisch (51) sendet sieben Bilder

Partylöwe (33) mag es offensichtlich wilder

Do-it-your-self-Nick hat Datenstau

und André Ass sucht keine Frau

Alles gibt es auf dem Single-Markt der

Online-Prinzen und der Tinder-Troubadoure:

tätowiert, manikürt, kultiviert, rasiert

manieriert, maskiert, blasiert, triebregiert

epiliert, motiviert, motorisiert, aphrodisiert

mal reserviert, mal erotisiert und selten gut frisiert

Ich bin nicht wählerisch und schon gar nicht grimmig

bin die Prinzessin, die jede Erbse im Rücken spürt

schlafe auf dutzend Matratzen so wie es mir gebührt

aber ist dein Apfel der Versuchung giftig

ist mir jede Ausrede recht und triftig

hilft auch kein Tischlein-Deck-Dich-Zauber

werden aus Topf und Deckel keine Turteltauber

und wenn der Brautschuh mir nicht gefällt

dann gebe ich schleunigst Fersengeld

Flirte inkognito und noch lange nicht in Weiß

Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Aschenputtel heiß

 

The search must go on!

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann daten sie noch heute!

 

Dann kam die nächste Herausforderung: Meine Performance auf Video aufzunehmen. Ich musste als Regisseurin, Kamerafrau und Stylistin in Personalunion in Aktion treten.

MITTWOCH, 22 April

Dazu habe ich am Vorabend der Einsende-Deadline mein Wohnzimmer in ein Filmset verwandelt, oder besser gesagt: händeringend nach einem geeigneten Hintergrund gesucht und mit verschiedenen Lichtquellen experimentiert. Schließlich habe ich mich für die bunten Holztüren meiner Kommode entschieden (vor die ich mich im Schneidersitz auf ein Kissen platzieren musste). Schwierig war es auch, für meine Spiegelreflexkamera (mit Videofunktion) mangels Stativ einen festen Standort in der richtigen Höhe zu finden – dazu musste mein Couchtisch herhalten. Nachdem ich drei Mal mein Outfit gewechselt hatte, saß ich also auf meinem Kissen (nachdem ich vorher auf den “Record”-Knopf gedrückt und eiligst vor die Kamera gehechtet bin) und habe meinen Text vom Smartphone abgelesen  (passt ja zu “Bildschirm Bildschirm in der Hand” in meinem Vortrag) – der mein Gesicht von unten in ein zartes Blaulicht tauchte. Dabei habe ich Blickkontakt mit der Linse gesucht und meinem stummen Beobachter möglichst animiert die Geschichte erzählt. Ich habe drei Durchgänge gemacht – beim Ersten brummte der Kühlschrank geltungssüchtig dazwischen – wobei ich beim Sprechen jedes Mal lebendiger wurde, so dass ich schließlich den dritten “Take” ausgewählt habe.

DONNERSTAG, 23. April

Am nächsten Tag erwartete mich eine wahre Daten-Odysee: Meine Kamera hat die Videos im MOV-Format aufgenommen, in sehr hoher Auflösung, d.h. es galt ein mega schweres Datenpaket von 2,55 GB  zu versenden. “We Transfer” und meine Dropbox traten in Streik – Datenvolumen zu hoch. Versuche, ein kostenloses Programm zum Konvertieren und Verkleinern zu finden, scheiterten. Schließlich gab mir die nette Ansprechpartnerin vom StudierendenWerk (die ich verzweifelt anmailte) den Tipp, es mit dem Schweizer Anbieter “we send it” zu versuchen. Ja, bis 5 GB möglich. Also Video hochladen und los… S E C H S Stunden später und unzählige ruppige Wiedererweckungen meines Laptops, der ständig in seinen Dornröschen-Sleepmodus verfiel, wenn ich ihn mal alleine ließ: “Das Video steht dem Empfänger zum Download zur Verfügung.” Seufz.

Aber der nächste Rückschlag nahte schon. Ich habe dann zum Test das Video selbst auf meinem eigenen (neu eingerichteten) YOUTUBE-Kanal hochgeladen (hat “nur” 3 Stunden gedauert). Das Ergenis: Das Video ist nicht lippensynchron: Je länger es läuft (8 min), desto mehr hängen Lippen und Mimik hinterher. Das kann man sich nicht anschauen! Wenn es beim Upload von den Leuten des StudierendenWERKS auch zu diesem Effekt kommt, dann kann ich mir meinen Slam an den Hut stecken.

Außerdem gibt es beim Abspielen einige Tonausfälle /Kratzer – auch wenn ich das Video von meinem PC abspiele, je nachdem mit welchem Player. UUUUUURRRRRRRGGGGGHHHHHH!!!! Die Technik hat sich gegen mich verschworen. Ich überlege ernsthaft, ein komplett neues Video aufzunehmen, vielleicht mit dem Handy und bei Tageslicht. Aber habe ich dazu die Energie?

OOOOOOHHHHHHMMMMMMMM.

FREITAG, 24. April

Ich finde nun doch ein Konvertierungssprogramm und starte ungezählte (okay, es waren 5) Durchläufe der Umwandlung in mp4, mit unterschiedlichem Erfolg (mal ist die Tonspur verhunzt, mal geht beim Schneiden der letzte Satz verloren). Endlich bekomme ich eine perfekte Version hin – sie wiegt nur noch schlanke 418 MB und alles läuft rund. Sogar das Hochladen auf youtube gelingt ohne Reibungsverluste. Dann nochmal über Wesendit senden (geht innerhalb von 30 Minuten durch). HAAAAALLLLEEEELUUUUUJJJAAAAAA!

Ich freue mich auf die Zeiten eines Live-Auftritts! 8 Minuten, statt 8 Stunden Technik-Qualen.

Blogparade: Osterei-Elfchen mit O + Ei

Liebe Osterfreundinnen und -freunde! Weil die Ostereiersuche in diesem Jahr wegen – ihr wisst schon – nur eingeschränkt stattfinden kann, dürft ihr euch umso freudiger auf Wörtersuche machen. Die Aufgabe lautet: Schreibe ein Elfchen rund um das Osterei mit contrainte, also mit einer selbst auferlegten sprachlichen Beschränkung: Ihr dürft nur Wörter mit den Vokalen “o”, “e” und “i” verwenden, d.h. “a” und “u” sind TABU.

Ich freue mich auf zahlreiche Beiträge von euch! Die Blogparade läuft bis Ostermontag. Wer keinen eigenen Blog hat, der kann seine Kreationen gerne hier als Kommentar posten.

Hier sind meine bunten Wörter-Eier:

Morgensonne

weckt Ostereitoberei

Tochter wie Sohne

entdecken froh im Wiesenversteck

Schokowonne

 

Einerlei

ob Henne

oder Meister Hoppel

eilen ostereischleppend herbei so

regenbogenfroh

 

Hochzeit

dem Wetter

befohlen vom Osterhimmel

weder Gewitter noch Regen

Eiersegen

 

Ooooohweiiiii

Meister Hoppel

in großer Not

im Polizeiverhör wegen Eierliköreigendosis

Hochprozentigdoppelhoppel

Die Parade ist los gehoppelt:

Wo versteckte
der Osterbote
meinen Schokopreis?
Dort schimmert er im Klee!

Ich beiße rein
und schmecke
ollen Eigelbschleim
wo ich Schokoschmelz erhoffte!

Ostern
Frische Wiesen
Hier ein Nest
Fröhlich singen die Kinder
Heiterkeit

Heiterkeit
Helle Vogelstimmen
Begleiten diese Lieder
Seeliges Kindheitsgedenken birgt Frieden
Innerlichkeit

Innerlichkeit
Mein Reichtum
Liebevoll coloriert honoriert
Keimzelle der Freude immer
Ressource

  • Bei Sonja sehnt sich die SchrEIberin nach österlichem Eis:

Oweih,
welch Schreiber-Ei!
Schriftstellers Ostergeschichten
Erfinden lesen schreiben zoomen
Dichten

Spielideen
selbst kreiert
Kein Corona Stoff!
Lieber coole tolle Osterelfchen
schneidern

Osterfest
Eier roh
oder doch kochen?
Pinseln bleu-rot flieder gelb
Osterheld!

Ostern
Kinder Ferienzeit
Kopf geht reisen.
Eier pinseln, Briefe schreiben.
Fröhlichkeit!

Spitzenwetter!
Trotz Kleingeld
ohne Cookie-Eis.
Wo bleibt mein leckerschlecker
Eis r e t t e r ?

 

Blogparade eindeutig-uneindeutig: Ambivalenter Abstand

Mein Schreibgefährte Urs hat zu einer Blogparade mit dem Thema: „eindeutig-uneindeutig: Ambivalenz schreiben“ eingeladen:  “Aus aktuellem Anlass empfinden wir wohl alle gerade höchst ambivalente Gefühle und unsere Haltung ist wahrscheinlich ziemlich eindeutig-uneindeutig. Ich starte deshalb eine Blogparade mit unterem Beitrag. (…) Bitte erkundet die Ambivalenz fiktional. (…) Eurer Widersprüchlichkeit seien keine Grenzen gesetzt!”

Hier ist meine Interpretation des Themas:

Ambivalenter Abstand

Ich soll Abstand achten

zu meinen Artgenossen

das Areal in Abschnitte schneiden

in angespannter Atmosphäre meinen Atem anhalten

in der Kassenschlange artig aufpassen

zu nah! – Alarm aus aufgerissenen Augen

besser ausweichen auf achtfache Armeslänge

Achtung: Ansteckungsgefahr*

 

Ich soll Abstand aushalten

zu meiner atemlosen Angst

pausenlos Analysen anschauen

Anschauungen analysieren

alles auf die schwere Schulter nehmen

kein Attest für Andersdenkende

Arrest für Auslauffreudige

Achtung: Ausdeutungsgefahr*

 

Ich soll Abstand ausloten

zu Aktienkursen im Abflug

die alarmierte Anleger hyperventilieren lassen

zu aufmüpfigen Anarchisten

die Ampeln ausblenden und in Ansammlungen saufen

zu aufgeschreckten Arbeitgebern

die Augen wischend Ausverkauf ausloben

Achtung: Abschreckungsgefahr*

 

Ich soll Abstand aufweichen

ausbrechen aus meiner Ausgeschlossenheit

mich ausgiebig austauschen

auf alternative Angebote aufspringen

von Fenstern und Balkonen Allianz ausrufen

mich abstrakt anschmiegen

an Auserwählte und Anonyme

Achtung: Auswederodergefahr*

 

Ich soll Abstand annullieren

mich meinen Angehörigen annähern

ein Albtraum für manche Angetraute und Angegraute

den Ausnahmezustand im Apartment aussitzen

mich paarweise oder alleine im Außen austoben

aus meiner Achtlosigkeit aussteigen

dem Amselgesang aufmerksam lauschen

Achtung: Ausschweifungsgefahr*

 

Ich soll Abstand abmessen

mit Augenmaß den Mittelweg anpeilen

navigieren zwischen Panik und Vernunft

allzeit aufrichtig Anstand zeigen

Anteil nehmen und dabei Abstand geben

Optimismus aufschwingen lassen

und meine Solidarität aufrüsten

Achtung: Außerstandesgefahr*

 

* angelegentliche Anmerkung der Autorin: Antrag auf Abschaffung des Attributs „-gefahr“ allseits allgemeingültig angenommen, ausgenommen in außerordentlichen Ausnahmesituationen

Selbst fotografiert am Bahnhof Frankfurt am Main – in Zeiten vor Corona
Die Grenzen sind klar gezogen…

Schnipseljagt-Blogparade: Corona-Blues

Meine Schreibgefährtin Mo hat zur Blogparade eingeladen – mit dieser inspirierenden Collage:

Aus diesem fabelhaften Wörterfundus ist mein folgendes Gedicht entstanden.

Corona-Blues

Alle reden über C – ununterbrochen

der Kosmos hat C ins Rollen gebracht

C dreht auf – explodiert – ziemlich lunar

findet den Menschen und den einsamen Wolf

 

Alle reden über C – ununterbrochen

ein Schimmer von wunderbarem Chaos

je nach Lichteinfall

Poet, knips das Licht an!

 

Alle reden über C – ununterbrochen

sammelt euch nicht – nein, gib mir fünf

lauter schräge Gestalten

Erwischt!

 

Alle reden über C – ununterbrochen

Traumtänzerin, Genie & Sinnsucher

sind empfindlich gestrandet

niemand wärmt unsere Seelen

 

Alle reden über C – ununterbrochen

Musik im Kopf – mach lauter!

letzter Aufruf an alle Kosmoskinder

Sprich mit mir!

 

Zum Abschluss noch ein Elfchen:

Vereinzelung

ist sicher

in meinem Innenraum

blicke hinein und hinaus

Seelenschau

 

Blogparade Lernwelten 2030

Wir laden dich herzlich zu unserer Blogparade vom 1. März bis 1. Juli 2020 ein! Moderation durch die Autorinnen

Was denkst du, wie dein Leben und Lernen in 10 Jahren in der digitalisierten Welt aussehen wird?

Die Kurzgeschichte “Lernwelten 2030” entwirft ein Zukunftsszenario zum Studieren an einer fiktiven deutschen Hochschule im Jahr 2030 im Kontext der Digitalisierung. Die Geschichte greift Trendprognosen und Themen aus dem aktuellen Diskurs rund um (virtualisierte) Lernarchitekturen, zukunftsweisende Lehr-Lernszenarien, heterogene Bildungsbiografien sowie die Auswirkungen von künstlicher Intelligenz auf die Lebens- und Bildungswelt auf.  Mit der Kurzgeschichte möchten die Autorinnen Ulrike Günther und Dorit Günther diesen Themen ein menschliches Gesicht geben und die interessierte Community zur Diskussion über die Potenziale und Grenzen der Digitalisierung einladen.

So machst du mit: Schreibe auf deinem eigenen Blog einen Artikel oder einen Kommentar hier im Blog. Worüber du schreibst, steht dir frei  – lass dich von der Geschichte “Lernwelten 2030” inspirieren! Du kannst entweder in der Story bleiben und die Handlung weiterschreiben oder einen Text im Stil deiner Wahl schreiben (z.B. Essay, Gedicht, Collage). Wir freuen uns auf deinen Beitrag!

Hier ist die Parade unterwegs…

  • Den Anfang macht Sandra mit einer Fortsetzungs-Szene zu Kapitel 7, in der Fiona, Kibe und Micky über die Menschenkenntnis bei Menschen und K.I.’s diskutieren – wie unterschiedlich ist sie ausgeprägt, gehört Einfühlungsvermögen auch dazu und wie beeinflusst sie Verhalten und Entscheidungen?
  • Im Anschluss-Dialog zu Kapitel 7 von Elisa findet Fiona, dass die Einbeziehung von Emotionen, Handlungen und Denkweisen auf jeden Fall zur Menschenkenntnis dazu gehören. Kibe glaubt, dass eine K.I. in Zukunft den Menschen vielleicht doch übertreffen kann. Aber kann sie jemals unfehlbar sein?
  • Im dystopischen Zukunftszenario von Urs ermächtigt sich die K.I. Micky selbst, indem sie sich einen Namen gibt. Seine menschlichen Schöpfer verlieren sich in intellektuellen Debatten über diese Namenswahl, während sie von ihren selbst programmierten Drohnen zu Gefangenen gemacht werden. Kann die archaische Spielkonsole Atari die Menschen aus dieser digitalen Diktatur befreien?
  • Im utopischen Gegenentwurf von Miss Novice trifft Kibe Fiona im Sommer 2032 in einer bäuerlichen Kommune auf dem Lande wieder. Hier gibt es Hounderblütensirup mit Brunnenwasser und eine alternative Schule. Kein WLAN? Kein Problem. Auch Kibe ist Lehrer geworden – aber wen unterrichtet er und worin?
  • Auch Sabine entführt uns ins Jahr 2032, allerdings in ein Raumschiff in ferne Galaxien. Womit hat sich Micky wohl infiziert und wird er dadurch menschlicher?
  • Mo lädt uns in ihrer Collage in die Welten des digitalen Lernens und der virtuellen Begegnungen ein.
  • Anne nimmt uns mit ins Altenheim im Jahr 2030 zur lesebegeisterten Agathe, die vom Pflegeroboter Pingu betreut wird – ihre Gespräche kreisen natürlich um Bücher, was kuriose Nebenwirkungen hat…
  • Henning führt das Gespräch zwischen Kibe und Fiona fort – warum zeigt Fiona eigentlich so wenig Mitgefühl für die Enttäuschung von Kibe? Dann geht Kibe ein Licht auf…
  • Elisa hat eine aussdrucksstarke Collage gestaltet, inspiriert von der Learning Library mit dem K.I. Wizard (Kapitel 4)  :

  • Dorit hat im März 2020 an der Bauhaus-Universität Weimar einen Workshop zur digitalisieren Hochschule der Zukunft geleitet, bei dem die Kurzgeschichte “Lernwelten 2030” Impulsgeber war: Hier eine Zusammenfassung der Diskussionsergebnisse.
  • Maria stellt in Ihrem Blog “die Trotzphase” interessante Überlegungen an, wie sich die Digitalisierung auf die verschiedenen Lebensbereiche eines Kindes auswirkt.
  • Sandra und Elisa haben auf dem Blog des Hochschulforums Digitalsierung anknüpfend an die Lernwelten 2030 Kurzgeschichte den Artikel “Was ich mir als Studentin von heute für die digitalisierte Hochschule von morgen wünsche” veröffentlicht: Teil 1 und Teil 2

 

Wir Autorinnen haben uns mal angeschaut, welche Wörter ihr Leserinnen und Leser in euren sämtlichen Kommentaretexten zu “Lernwelten 2030” (im Zeitraum Januar bis 30. April 2020)  am häufigsten verwendet habt (dazu gibt es ein Textanalysetool). Hier sind die häufigsten “bedeutungsvollen” Begriffe in einer Word Cloud dargestellt:

 

Für weitere interessierte Mitschreiber*innen:

Schreibimpulse für ein Weiterschreiben der Handlung (siehe Kapitel 7)

  • Wie könnte das Gespräch zwischen Fiona, Kibe und Micky weitergehen?
  • Kibe telefoniert mit seiner Mutter über SkypeMAX. Gibt er zu, dass er enttäuscht ist oder hält er für sie das Bild der heilen Welt aufrecht? Hat er vielleicht Heimweh?
  • Was postet Fiona auf Instagram / InstaREAL?
  • Stellt Fiona ihren Vater zur Rede? Du könntest eine Szene in der Küche beim Abendessen schreiben, vielleicht ist Micky auch eingeladen…

Denkanstöße 

  • Welche menschlichen Bedürfnisse sind unveränderlich und welche Kommunikations- und Lernpraktiken werden sich durch das verstärkte Agieren in einer augmentierten und virtuellen Realität verändern?

  • Welche Lernarchitekturen bieten die Hochschulen der Zukunft für ein Zusammenspiel aus physischen und virtuellen Lernräumen und Werkzeugen?

  • Wie sehen ein innovatives Learning Center und eine Bibliothek der Zukunft aus?

  • Wodurch zeichnen sich die vielfältigen Bildungsbiografien der Zukunft aus? Welche (über)fachlichen Kompetenzen benötigen Studierende für den künftigen Arbeitsmarkt und wie stellen Hochschulen die Weichen?

  • Werden ethische und pädagogische Leitprinzipen (z. B. hinsichtlich einer Persönlichkeitsentwicklung) künftig eher Ballast oder „Rettungsanker“ sein?

  • Welche (bildungsbezogenen) Handlungsfelder des Menschen werden künftig am meisten von der Digitalisierung und K.I. verändert werden?

  • Wird sich die Unterscheidbarkeit zwischen realen und virtuellen (künstlich intelligenten) Dingen und Menschen künftig verstärkt auflösen? In welchen Kontexten ist die Abgrenzung zwischen „echt“ und „fake“ überhaupt wichtig? 

Titelbild von Gerd Altmann, frei nutzbar nach Pixabay Licence

Schalttag statt Alltag – Ein Manifest & mehr

EIN MANIFEST CONTRA CALARIUS und PRO SOLARIS

Nieder mit der Diktatur der Uhren! Alle Macht den solarischen Sekunden!

Wir, die Gruppe 366, sind eine Vereinigung von Sonnenanbetern und Tropentrojanern. Wir haben uns der Rückkehr zur natürlichen Zeitmessung und der Abschaffung der diktatorischen Zeitverfälschung verschrieben.

Die Zeit ist in ihrer Ausführung und Richtung vom Kalender und den Uhren abhängig, in deren Korsett sie lebt, ein Korsett erdacht von den Menschen und Sklaven ihrer Epoche. Die höchste Zeit wird diejenige sein, die in ihren Bewusstseinsinhalten die tausendfachen Probleme der Zeit präsentiert, der man anmerkt, dass sie sich von den Explosionen der letzten Woche werfen ließ, die ihre Glieder immer wieder unter dem Stoß des letzten Tages zusammensucht.

Hat der Kalender unsere Erwartungen auf eine solche Zeit erfüllt, die eine Ballotage unserer vitalsten Angelegenheiten ist?

Nein! Nein! Nein!

Haben die Uhren unsere Erwartungen auf eine Zeit erfüllt, die uns die Essenz des Lebens ins Fleisch brennt?

Nein! Nein! Nein!

Wir, die Gruppe 366, haben uns zusammen getan, um eine Zeit durchzusetzen, von der wir die Verwirklichung unserer Ideale erwarten.

Wir fordern ab sofort:

5. Das annus intercalarius bzw. annus bissextus (im Volksmund Schaltjahr genannt) wird abgeschafft.

1. Alle Chronometer (im Volksmund: Uhren) werden abgeschafft. Das gleiche gilt für jede Art von Chronologie.

7. Die Länge der Tage wird ausschließlich vom Sonnenkalender bemessen, auch tropischer Kalender genannt.

3. Jeder Mensch, jedes Tier und jede Pflanze hat das Recht, die volle Länge des tropischen Jahres auszuleben, nämlich 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,261 Sekunden. Das entspricht einer zusätzlichen täglichen Bonuszeit von durchschnittlich 57,329 Sekunden. Diese Sekunden sollen aber nicht gezählt, sondern genossen werden. Sie heißen fortan: solarische Sekunden.

2. Zur Zeitmessung werden ekliptische Frühlingspunkte bezogen auf die Sonne in gleichmäßiger Präzession und Nutuation angesetzt. Hierfür wird ab sofort das Tulpen-Chronometer eingeführt. Solange die Tulpe ihren Kopf nicht neigt, ist der Tag noch nicht zu Ende.

4. In einer Welt ohne Uhren gibt es auch keine Verspätungen mehr. Folgerichtig fordern wir die Ersetzung des Wortes “Verspätung” in allen Sprachen dieser Welt durch das Wort: „Solarequivalenz“.

6. Jeder, der versucht, die Lebensausdehnung über das diktatorische Tagesmaß von 24 Stunden hinaus einzuschränken, wird auf unbestimmte Zeit ins Solarium verbannt, inklusive Sonnenbrand.

Wir, die Gruppe 366, verpflichten uns gegenüber dem Universum, den Menschen, Tieren und Pflanzen, die Einhaltung dieser Forderungen niemals chronometrisch zu überwachen.

Lang lebe die Zeitlosigkeit!

gez. PRO SOLARIS 366

Die Sprecher der Gruppe 366 beim Verlesen des Manifests. Urs und Ulrike

Diesen Text habe ich heute, am 29. Februar 2020, bei der Lesung “Der geschenkte Tag” in der Lettrétage vorgetragen. Diese Lesung habe ich gemeinsam mit anderen Absolventinnen und Absolventen meines Jahrgangs BKS 11 – Biografisches und Kreatives Schreiben an der ASH Berlin – gestaltet.

In einem weiteren Text habe ich das Thema lyrisch  interpretiert:

SIE

Sie ist die Schönste und die Höchste, die es gibt

seit jeher bist du schon mit ihr zusammen

Du kannst auf sie spielen und ohne sie nicht sein

manchmal würdest du sie am liebsten totschlagen

Du hättest sie so gern für dich allein

doch musst du sie mit allen anderen teilen

 

Du möchtest mit ihr gehen

doch oft rennt sie dir davon

je mehr du mit ihr Schritt zu halten versuchst

desto mehr hinkst du ihr hinterher

doch manchmal steht sie still mit dir

dann bist du ganz versöhnt mit ihr

 

Sie heilt so manche Wunden

und hinterlässt doch tiefe Spuren

an ihrem Zahn möchtest du sein

ihren Nerv treffen und sie reif sein lassen

wenn sie kommt, dann kommt auch Rat

ihr Rad dreht sich ganz ohne Tat

 

Mit ihr kannst du nur voran gehen

sie lässt sich nicht von dir zurück drehen

Für die einen ist sie gleichermaßen Geld

die anderen wollen sie mit vollen Händen verschwenden

Manche sind sehr darauf versessen

sie ganz genau zu messen um sie ja nicht zu vergessen

 

Du kannst nicht von ihr lassen

und sie trotzdem nicht fassen

Sie weilt mit dir lange oder in Eile

Sie teilt mit dir dein Glück und deine Not

Ob traurig oder heiter

mit ihr geht es immer weiter

zusammen seid ihr schon zu zweit

Ach, du liebe ZEIT

Hier könnt ihr euch einen Einruck von meiner Lesung machen:

 

Meinen dritten Text “Schalttag statt Alltag” möchte ich euch zum Anhören präsentieren.

Hier noch ein Video-Auszug aus der Lesung meines Textes “Schalttag statt Alltag”:

Wir haben uns über ein sehr interessiertes Publikum in der Lettretage gefreut. Hier liest gerade Urs seinen Text, der 29 x das Wort 29 enthält.

Wer noch mehr Texte zum geschenkten Tag entdecken möchte, der wird auf den Blogs meiner Mitleserinnen und Mitleser fündig:

Urs Küenzi: Twentynine Palms

Christiane Henkel: Der geschenkte Tag

Sabine Hinterberger: Der geschenkte Tag oder Henni und die Schlagsahne

 

Lernwelten 2030: Kapitel 7 – Eine Frage der Menschenkenntnis

Berlin: Am Campus der Ada Lovelace Universität – 28. Mai 2030, 9 Uhr – Fiona Kibe und Micky Mentor diskutieren über die Vorteile und Defizite einer K.I. in der Studienberatung

Fiona und Kibe saßen zusammen mit Micky Mentor in einem Gruppenarbeitsraum am Campus. Micky hatte einen sehr hilfsbereiten Charakter. Gerade schenkte er Fiona frisch aufgebrühten Kaffee aus einem All-in-One-Pot in eine Tasse auf dem Beistelltisch ein – und verschüttete dabei die Hälfte.

„Stopp Micky!“, rief Fiona und sprang auf, damit der heiße Kaffee nicht auf ihr Bein lief. Mickys große Augen in seinem blass schimmernden Gesicht schauten sie unverwandt an, dann erklang seine freundliche helle Stimme:

„Hast du dich erschrocken, Fiona? Kann ich sonst noch etwas für dich tun?“

„Beratungsmodus“, sagte Fiona knapp und um Mickys Augen leuchteten blaue Lämpchen auf, die ein Augenblinzeln imitierten. Micky war nämlich ein Roboter.

Kibe konnte sich ein Grinsen nicht verkneife, als er mit einigen Papiertüchern die Sauerei auf dem Tisch aufwischte.

„Als Praktikant würde Micky seine Probezeit jedenfalls nicht überstehen – wo er noch nicht einmal Kaffee servieren kann,“ lachte Kibe. „Da waren die Soft Robots aus meiner Ausbildung in Nairobi geschickter. Dafür hat Micky ein niedlicheres Gesicht.“

„Immerhin hat er an meiner Stimme erkannt, dass mich seine missglückte Einschenk-Aktion erschreckt hat“, sagte Fiona. Auch sie war amüsiert. Der humanoide Roboter mit seiner Größe von 1,40 Metern, seinem hübschen hellen Gesicht mit den riesigen Kulleraugen, die Kameralinsen waren, erfüllte das Kindchen-Schema und löste einen mütterlichen Beschützerinstinkt in Fiona aus – besonders, wenn er so ungeschickt war. Man sah Micky nicht an, wie intelligent er war.

FUTURA hatte eine Künstliche Intelligenz entwickelt, der für jeden studentischen User die komplette Studienplanung übernahm mit individualisierten Lern- und Qualifikationszielen, Fortschrittskontrollen, Motivationsboosts und Beratungsgesprächen. Das Ziel war, auf diese Weise jeden Studierenden individuell zur perfekt passenden Berufsqualifikation hinzuführen. Sie hatten die Künstliche Intelligenz „Micky Mentor“ getauft. Nun wollten Fiona und Kibe Micky auf seine Beratungsfähigkeiten testen. Kibe rief auf dem Smartboard die 3D-Mindmap mit ihrer bisherigen Ideensammlung auf.

„Ich kann besser denken, wenn ich hier was handschriftlich auf die bunten Karten schreibe und zeichne“, sagte Fiona. Dann befestigte sie die neuen Karten am Smartboard.

„So können wir die Zusammenhänge besser visualisieren. Ich denke besser mit den Händen.“

„Denken mit den Händen oder Thinking with Hands ist eine Kreativmethode, die Workshops kreativer, innovativer und wirksamer macht!“, meldete sich Micky ungefragt zu Wort.

„Danke für die Definition“, sagte Fiona ironisch.

„Bitte sehr“, antwortete Micky, der Ironie nicht verstand, und blinzelte sie blauäugig an.

Fiona und Kibe testeten Micky Mentor nun in mehreren Durchläufen von Beratungsgesprächen und die K.I. gab schlüssige Antworten und machte plausible Vorschläge.

„Ich finde, ab sofort können wir Micky in echten Beratungsgesprächen einsetzen und selbst als stille Beobachter dabei sitzen“, sagte Kibe enthusiastisch.

„Du willst einfach in die Pilotphase gehen? Aber wir müssen uns vorher Gedanken machen, ob wir diese K.I. überhaupt auf Menschen loslassen dürfen! Vor allem das mit der Reaktion auf Emotionen kann ganz schön daneben gehen. Wenn ein Studierender in der Beratung Entscheidungen treffen soll, die seine oder ihre Zukunft prägen, dann sollte die Mentor-Instanz auch so etwas wie Einfühlungsvermögen und Lebenserfahrung mitbringen“, sagte Fiona skeptisch. Sie dachte an die Sprechstunde bei Professorin Lindenbaum und wie wohl und gut verstanden sie sich dort gefühlt hatte. Dieser lächerliche Roboter konnte da doch niemals mithalten. 

„Kommst du jetzt schon wieder mit deinen ethischen und pädagogischen Bedenken? In den Algorithmen, die FUTURA entwickelt hat, steckt doch die Lebenserfahrung aus den gesammelten Daten drinnen“, hielt Kibe dagegen.

„Aber diese Algorithmen müssen auch ethischen Prinzipien folgen. Diese müssen wir Menschen ihnen einprogrammieren“, sagte Fiona. „Dass die K.I. meine Lernaktivitäten auswertet und mir zum Beispiel fürs My-Path-Portfolio Vorschläge für meine nächsten Lerneinheiten macht, ist natürlich praktisch. Aber meine Lernbiografie gehört mir! Wenn die K.I. demnächst mein Leben steuern will, weil sie angeblich besser als ich weiß, welche Qualifikationen ich für meinen Traumjob sammeln muss, kriege ich Zweifel!“, gab Fiona vehement zu bedenken.

„Warum? Kein Mensch kann das alles so gut überblicken, was die K.I. weiß. Mit den vielen ‘Profilen’ aus den vorigen Bildungs- und Berufswegen kann die K.I. dich sehr wohl passgenau anleiten. Es hat sich in vielen Feldern bewährt, dass aus Daten der Vergangenheit Prognosen für die Zukunft getroffen werden“, sagte Kibe.

„Das mag sein. Aber ich habe ein Problem damit, wie diese Profile von den anderen Usern erstellt und ausgewertet werden. Guck dir doch nur an, wie die Algorithmen mit Daten zu Geschlecht und Ethnie der Lernenden umgehen. Wenn in der Vergangenheit vor allem „weiße Männer“ in den Chefetagen saßen, dann ist deren Bildungsweg zum Erfolg doch keine Blaupause für dich oder mich! Deshalb müssen wir uns gut überlegen, welche Algorithmen wir der K.I. geben, denn da steckt unsere Ethik drin!“ 

Kibe schwieg und dachte nach. Das Vibrieren seines Smartphones riss ihn aus seinen Gedanken. Er schaute auf die neu eingegangene Nachricht.

 

„Was ist das denn?! Dein Vater hat mich für die Praktikumsstelle bei FUTURA abgelehnt? Dabei hatte er mich doch selbst eingeladen!“, rief Kibe. „Und was soll diese Gap Analysis? Da steht: „Um die ausgeschriebene Stelle anzutreten, müssen Sie diese fehlenden Qualifikationen erwerben…“ 

„Dass du rausgefiltert wurdest, wundert mich nicht. Mein Vater setzt für die Bewerbungsauswahl die K.I. „Select the Best“ ein“, erklärte Fiona. „Da siehst du mal, wie schlecht dich diese Algorithmen eingeschätzt haben! Gerade hast du noch ihr Loblied gesungen.“

„Dein Vater vertraut also mehr auf diese K.I., als auf seine eigene Menschenkenntnis. Er hatte mir doch gesagt, dass ich mich in seinem Workshop bewährt hatte“, stellte Kibe verbittert fest.

„Menschenkenntnis wird definiert als das Vermögen, andere Menschen richtig zu beurteilen,“ sagte Micky und schaute Kibe treuherzig aus seinen Kameraaugen an. Fiona und Kibe starrten den Roboter überrascht an. Während ihrer Diskussion hatten sie völlig vergessen, dass die K.I. jedes ihrer Worte mithörte und auf Schlüsselwörter reagierte.

„Micky, wer hat die bessere Menschenkenntnis, ein Mensch oder eine K.I.?“, fragte Kibe und fixierte das freundliche Robotergesicht mit wütend zusammen gezogenen Augenbrauen.

„’Menschenkenntnis ist das einzige Fach, in dem man ständig unterrichtet wird’. Das ist ein Spruch von Alberto Moravia. Möchtest du weitere Zitate aus der Literaturdatenbank zur Menschenkenntnis oder Hintergrundinformationen zu Alberto Moravia?“, fragte Micky. Als Kibe nicht antwortete, fuhr die Roboterstimme gleichmütig fort:

„K.I. steht für Künstliche Intelligenz. Diese bezeichnet den Versuch, bestimmte Entscheidungsstrukturen des Menschen nachzubilden, indem zum Beispiel ein Computer so gebaut und programmiert wird, dass er relativ eigenständig Probleme bearbeiten kann. Im Verständnis des Begriffs Künstliche Intelligenz spiegelt sich die aus der Aufklärung stammende Vorstellung vom „Menschen als Maschine“ wider, dessen Nachahmung sich die sogenannte starke KI zum Ziel setzt: eine Intelligenz zu erschaffen, die das menschliche Denken mechanisieren soll, bzw. eine Maschine zu konstruieren und zu bauen, die intelligent reagiert oder sich eben wie ein Mensch verhält.“

Micky blinzelte wieder blauäugig und wartete auf weitere Fragen oder Befehle. Kibe schnaubte frustriert.

„Auf Oder-Fragen kann Micky immer noch nicht antworten,“ stellte Fiona fest.

„Hast du denn eine Antwort auf meine Frage?“, sagte Kibe und schaute Fiona herausfordernd an, seine Augen glänzten. Im Gegensatz zu Micky erkannte sie, dass dieses Glänzen Tränen der Enttäuschung waren.

Hier endet die Gesprächsaufzeichnung. Wie könnte das Gespräch weitergehen? Wir möchten Sie, liebe Leserinnen und Leser, dazu einladen, diese Szene weiterzuschreiben und zu diskutieren.

Foto von Gerd Altmann, frei nutzbar nach Pixabay License

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Hier geht es zum Überblick und Wegweiser

Begriffserläuterungen: Digitales und Kenia

Bezugspunkte: Fachliteratur und Populärkultur

Personen und Schauplätze

Die Autorinnen stellen sich vor

Titelbild:  Foto von Gerd Altmann, frei nutzbar nach Pixabay License

Lernwelten 2030: Kapitel 6 – Lernerfahrungen und Vorbilder

Berlin Spandau: Innovation Hub der Firma FUTURA – 8. Mai 2030

I. Fiona und Kibe im Workshop von Dozent Steven Frankenfels – 11 Uhr

Können wir endlich zum praktischen Teil kommen?“, dachte Kibe und unterdrückte ein Gähnen. Seit zwei Stunden saß er mit Fiona, Nele und neun weiteren Studierenden im Stuhlkreis im Innovation Hub der Firma FUTURA in Berlin-Spandau. Der Workshop des Professors für Lernpsychologie fand dort statt, weil die Studierenden an einem Kooperationsprojekt zwischen der Universität und der IT-Firma mitarbeiteten. In den letzten Tagen hatten die Studierenden im virtuellen Lernraum die 3D-Darstellung der neuen K.I.-LearnerPads mit Notizen versehen. Nun sollten sie Forschungsfragen entwickeln.

Kibe rollte auf seinem Drehstuhl näher an Fiona heran und flüsterte ihr zu:

Immer wenn dieser Prof unsere Diskussion moderiert, dauert es so lange. Nach seiner Pädagogik ist es scheinbar streng verboten, klare Antworten auf unsere Fragen zu geben.“

Ja, er ist nur dann zufrieden, wenn er alle Klarheiten beseitigt hat“, wisperte Fiona. „’Umgehen mit Unsicherheit’ nennt er das.“

Ich würde lieber was Brauchbares für meine spätere Arbeit lernen“, dachte Kibe.

Dann kam der Co-Dozent Steven Frankenfels in den Raum und zog die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Er begrüßte die Studierenden mit einem strahlenden Lächeln. Fiona sah, wie er beiläufig die RoleXX an seinem Handgelenk berührte und wusste, dass er den Aufnahmemodus seiner smarten Uhr aktiviert hatte. Nach dem Seminar würde er eine genaue Auswertung seiner Performance erhalten. Anhand der Stimmaufnahme erstellte das Gerät ein Profil seiner Emotionen und eine Animation zeigte ihm, wann seine Stimme in der optimalen „Teaching Modulation“ – die durch ein Expertenteam an Psychologen und 1000 Testpersonen ermittelt worden war – gewesen war und wann nicht. Er benutzte seit einigen Monaten diese in seiner Firma entwickelte „Your Voice Your Choice“ Selfcoaching-App und hatte seine Stimmmodulation erfolgreich damit trainiert.

In seinem maßgeschneiderten Dreiteiler aus chinesischer Zuchtseide sah er aus, als sei er eben den Hochglanzseiten eines Manager Magazins entsprungen. Er bewegte sich mit der Geschmeidigkeit eines Artisten zwischen den Stühlen, bezog jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer ein, nichts schien ihm zu entgehen. Fiona hatte schon oft erlebt, wie ihr Vater sein Charisma zu seinem Erfolg einsetzte. Erst kürzlich hatte ihm seine Nominierung als „Visionary of the Year“ einen lukrativen Deal als Markenbotschafter für den neusten autonom fahrenden BMW eingebracht.

Frankenfels erklärte den Studierenden nun den Arbeitsauftrag und dann testeten sie die K.I.-LearnerPads. Dafür setzten alle ihre Mixed-Reality-Brillen auf, mit denen sie sehen konnten, wie die virtuellen Lernobjekte den physischen Raum überlagerten. Sie spielten ein interaktives Lernszenario durch und probierten dabei aus, wie die K.I. nicht nur auf die Spracheingaben, sondern auch auf die Gesichtsmimik der Lernenden reagierte und sie psychologisch auswertete.

Fiona fand es seltsam, ihren Vater als Dozenten zu haben. Sie hatte das Gefühl, sie würde von ihm besonders kritisch beobachtet. Aber sie war auch fasziniert davon, ihn in Aktion zu erleben. Er kam ihr vor wie ein Trapezkünstler in der Manege, der sein Publikum immer wieder zum Staunen brachte. Ihr fiel auf, wie schnell er zwischen den Welten wechselte. Im einen Moment zeigte er Kibe etwas in der Mixed Reality, im nächsten regelte er Geschäftliches. Dazu sprach er leise in seine intelligente Smartphone App „Director“ und gab so seinem Assistenten Lasse Anckarström Arbeitsaufträge. Für manche Eingaben musste er nur in einem bestimmten Rhythmus auf ein Sensorfeld tippen. Das funktionierte wie bei alten Morsezeichen, hatte Frankenfels seiner Tochter erklärt. Vom Morsen hatte Fiona noch nie gehört.

Fiona schmunzelte, als sie entdeckte, dass ihr Vater die neuen Sneakers der Marke „Nature Lover“ trug. Ihr zuliebe hatte er seine Lederschuhe gegen dieses klimaneutral und vegan hergestellte Produkt eingetauscht.

Plötzlich stand Steven Frankenfels neben seiner Tochter.

Wieso hältst du dich bei der Teamarbeit immer im Hintergrund? Du solltest hier Erfahrungen als Team Leader sammeln“, sagte er und Fiona fühlte sich wie ein Schulmädchen aus der letzten Reihe.

Papa, es ist doch giga unfair, wenn ich meinem Team die Lösungswege verrate, die du mir gestern erklärt hast. Damit mache ich ihnen das Learning by Testing kaputt.“

Das sind deine Mitbewerber im Business, du musst jeden Vorteil nutzen“, sagte ihr Vater mit gesenkter Stimme, die seinen Unmut verriet. Die RoleXX an seinem Handgelenk blinkte rot auf – offensichtlich war Frankenfels von seiner stimmlichen Optimalmodulation abgewichen. Fiona verkniff sich eine trotzige Antwort, schließlich war ihr Vater auch ihr Dozent und da konnte sie sich nicht alles herausnehmen. Schon wendete sich ihr Vater mit einem eleganten Schwung ab und sprach wohl moduliert mit einem ihrer „Mitbewerber“.

Soll er doch sagen, was er will! Ich gehe mit meinen Mitstudis so um, wie ich es richtig finde“, dachte Fiona und zwirbelte eine Haarlocke um ihren Zeigefinger. Diese kleine Marotte hatte ihr Vater ihr nicht abgewöhnen können.

Fiona dachte an den Workshop bei Professorin Lindenbaum, in dem sie erst gestern einige gute „Peergroup Learning“-Techniken ausprobiert hatte. Genau so wollte sie ihr Team beim Lernen anleiten. Auch wenn sie dann vielleicht nicht die Lorbeeren einheimste, die ihr Vater von ihr erwartete.

II. Kibe holt Rat bei Steven Frankenfels ein und erzählt von seinem Bildungsweg – 8. Mai 2030 – 14 Uhr

Nach dem Workshop ging Kibe zu seinem Dozenten Steven Frankenfels in die Sprechstunde, um ihn zu seinem geplanten Startup „Boost Kenya“ um Rat zu fragen.

Frankenfels war in den vergangenen Wochen bereits aufgefallen, dass der junge Kenianer viele gute Ideen in die Workshops einbrachte und sich zum Einsatz der Lerntechnologien im Alltag Gedanken machte. Er fragte Kibe nach dessen Berufserfahrung.

Als ich mit 18 mit der High School fertig war, dachte ich nicht daran, an eine Uni zu gehen. Keiner in meiner Familie hat das gemacht“, erzählte Kibe. „Mein älterer Bruder arbeitet bis heute in Nairobi in einer Firma, die Soft Robots herstellt. Das gefällt ihm gut. Also habe ich dort eine Ausbildung als Mechanical Engineer gemacht. Zuerst war es echt was Neues, am Fließband Seite an Seite mit den Robotern zu arbeiten. Die waren aber nicht besonders gesprächig, sie konnten nur präzise Handgriffe“, sagte Kibe lächelnd. „Unsere gebauten Soft Robots waren natürlich viel schlauer. Und ich wollte dann immer mehr wissen, wie man so eine Künstliche Intelligenz herstellt.“

Frankenfels hörte interessiert zu. Kibe kam sich wie in einer Prüfung vor und strengte sich an, seine Qualitäten herauszustellen. Er erzählte, wie er nach vier Arbeitsjahren genug gespart hatte, um ein IT-Bachelorstudium an der Murang’a University of Technology aufzunehmen. Dort gab es aber zu wenige Dozenten, da die Ehrgeizigen abwanderten. Deshalb füllte Kibe diese Lücken, indem er sich mit YouTube-Tutorials und MOOCs weiterbildete. Was anfangs eine Notlösung war, zeigte sich bald als Türöffner für ihn.

Dann habe ich am MIT einen „MicroMasters“ zu den Grundlagen von Künstlicher Intelligenz geschafft. Das war ganz schön anstrengend, aber damit konnte ich mich für das Stipendium hier in Berlin bewerben“, sagte Kibe.

Und was ist Ihr Konzept für Ihre Startup Firma?“, fragte Frankenfels.

Das Bildungssystem in Kenia hat Lücken. Dann ist es eine riesige Chance, wenn man an Online-Kursen an anderen Schulen und Unis teilnimmt. Das habe ich selbst erlebt“, erzählte Kibe enthusiastisch. „Und dafür muss der digitale Zugang geschaffen werden.“

Kibe erklärte, dass es in Nairobi eine Stiftung gab, die Tablets an Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten verlieh, die sich Bildung sonst nicht leisten könnten. Das Problem war, dass sie mit der digitalen Ausrüstung dann allein gelassen wurden. Kibe hatte vor, für diese Tablets einen künstlich intelligenten Tutor zu entwickeln, der die Lernenden in Kenia bei selbständigen Lernphasen inhaltlich unterstützte.

Natürlich brauche ich auch Menschen vor Ort als Tutoren, die das Ganze begleiten. Für diese Tutoren könnten wir Weiterbildungsworkshops organisieren. Das lässt sich vielleicht über Spenden finanzieren, die wir mit einem „Harambee“-Event sammeln.“

Das klingt nach einem tragfähigen Konzept. Als Kreativdirektor Ihres Startups müssen Sie nicht der Experte in allen Details sein“, sagte Frankenfels, „aber Sie müssen alle Fäden zusammenführen, Konzepte entwerfen und die Aufgaben an die passenden Experten geben. Sie begeistern Ihr Team am besten für Ihre Ideen, wenn Sie ihm Spielräume zum Ausprobieren geben.“

Mir ist schon aufgefallen, wie gut die kreativen Teams bei FUTURA zusammenarbeiten. Ich könnte bei Ihnen viel für mein eigenes Startup lernen“, sagte Kibe. Er gab sich einen Ruck, schließlich war ihm beigebracht worden, dass man persönliche Connections für seine Karriere nutzen sollte.

Ihre Tochter Fiona hat mir erzählt, dass es bei FUTURA einige Praktikumsplätze gibt. Ich würde mich gerne darauf bewerben“, sagte Kibe hastig.

Das können Sie gerne tun“, sagte Frankenfels erfreut. „Aber auf unsere Stellen bei FUTURA bewerben sich so viele, dass unsere K.I. „Select the Best“ [SeB] eine Vorauswahl trifft und herausfiltert, wer Facetime für einen Pitch bei mir bekommt. Dabei wertet SeB für jeden Bewerber die gesamte bisherige Bildungs- und Beschäftigungsvita aus und erstellt so ein Qualifikationsprofil. Das wird dann mit dem Idealprofil verglichen, das wir für diese Stelle haben. Sie wissen sicherlich, dass es den Datenpool „Stories of Failure and Success“ gibt, in dem Algorithmen unzählige Berufsvitas auswerten und so beziffern können, welche Personen in welchen Job-Positionen erfolgreich sind und sein werden. Unsere SeB zieht sich aus diesem Pool die Idealprofile für unsere Stellen raus. So finden wir zuverlässig die Besten für jedes gewünschte Anforderungsprofil.“

Kibe schwieg eingeschüchtert. „Wie soll ich in so einem harten System je einen Job bekommen?“, dachte er. „Wie können diese Algorithmen wissen, wie viele Hürden ich genommen habe, um das zu erreichen, was Anderen in den Schoß gefallen ist?“

Aber manchmal fallen mir helle Köpfe auf und ich lade sie direkt zum Pitch ein“, fügte Frankenfels mit freundlicher Stimme hinzu. „Bei Ihnen, Kibe, sehe ich Potenzial. Wenn Sie Interesse an einem Praktikum bei FUTURA haben, können Sie Ihr Bewerbungsportfolio an meinen Assistenten Lasse Anckarström mailen.“ Frankenfels zeigte Kibe seine digitale Visitenkarte und Kibe scannte die Kontaktdaten mit seinem Smartphone ab.

Das mache ich sofort! Vielen Dank für diese Chance!“, sagte Kibe und konnte sein Glück kaum fassen. Kibe ging mit leuchtenden Augen aus dem Gespräch mit Frankenfels. Mit diesen neuen Gedanken und Möglichkeiten nahm sein Weg in die Zukunft Gestalt an.

III. Steven Frankenfels hat einen neuen Werbeauftrag für die Kunstfigur „Estello“ und entscheidet über Kibes Bewerbung als Praktikant – 18. Mai

Steven Frankenfels hatte im Innovation Hub seiner Firma FUTURA gerade die neuen K.I.-Features seiner RoleXX getestet. Nun ging er zu einem „Private Meeting Cube“, schloss die Tür und aktivierte den Privatsphäre-Modus, der die Glaswände in Milchglas verwandelte, und skypte mit Andy von der Social Media Marketing Agentur, die sich auf das Erschaffen von Influencer-Kunstfiguren spezialisiert hatte.

Hallo Andy, Danke für den Report zu meinem vorigen Auftrag. Die Reihe mit Estello in Cannes ist wirklich gut gelaufen: 7.000 neue Abonnenten auf InstaREAL. Das Red Carpet Video hatte fast eine Millionen Viewer“, stellte Steven fest.

Ja, bei den Kommentaren dazu gab es auch einen Rekord. Das Flirting Update bei unserer Estello-K.I. hat sich ausgezahlt“, sagte Andy. „Wenn Sie weitere Red Carpet Live Appearances buchen wollen, reserviere ich unser Model Marco für diese Termine.“

Ja, ich buche drei Mal Red Carpet mit Marco für die nächsten sechs Wochen. Was sagen Ihre Datenkraken zum aktuellen Interessenprofil unserer Zielgruppe? Was eignet sich für die Daily Posts von Estello?“

Die Typen ‘Fashion Fail’ und ‘Backstage Peek’ haben sich in den letzten zwei Wochen ausgereizt. Upcoming Favorites sind ‘Homestorys’ und ‘Urban Gardening’ mit Frühlingsblumen“, empfahl Andy.

Gut, dann machen Sie in den nächsten Tagen eine mehrteilige Homestory, in der Estello mit intelligentem Support seiner RoleXX seinen Dachgarten bepflanzt. Die Details überlasse ich Ihnen. Ich schicke Ihnen gleich den Text zu den Features, die beworben werden sollen“, schloss Steven Frankenfels den Auftrag ab.

Schon stand der nächste Termin an. Pünktlich zu ihrem Meeting kam Lasse Anckarström, der persönliche Assistent von Frankenfels, in den Cube. Der junge Schwede hatte sich innerhalb von zwei Jahren bei FUTURA in diese Position hochgearbeitet. Frankenfels schätzte die Zielstrebigkeit, mit der Anckarström bereits als Student die passenden Qualifikationen für diesen Job erworben hatte. Unter dem langen blonden Haar, das Anckarström in einem trendigen Knoten trug, steckte ein präzise arbeitender Verstand.

Nun besprachen sie, welche FUTURA Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich auf welche anstehenden Projektaufgaben beworben hatten.

Die eine Praktikumsstelle ist noch unbesetzt. Das hier sind die Bewerbungsportfolios der drei besten Kandidaten, die SeB ermittelt hat“, briefte Anckarström seinen Chef.

Wie hat mein Student Kibe Ndung‘u abgeschnitten?“, fragte Frankenfels.

Moment, ich schaue nach“, sagte Anckarström. „Beim Abgleich mit dem Idealprofil für diese Stellenausschreibung hat er nur 69 Prozent erzielt. Seine Zusatzpunkte für „Personal Recommendation“ haben ihn auf 89 Prozent hochgebracht, aber damit liegt er auf Platz 5 im Ranking.“

Hm. Dann klappt es diesmal nicht. Bitte schicken Sie ihm die übliche Gap Analysis, damit er weiß, an welchen fehlenden Qualifikationen er bis zu seiner nächsten Bewerbung arbeiten muss“, entschied Frankenfels.

Foto von Gerd Altmann, frei nutzbar nach Pixabay License

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Begriffserläuterungen: Digitales und Kenia

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