Wer von euch liest gerne die Federweltoder ist gespannt, dieses vielseitige Magazin rund ums Schreiben kennenzulernen?
In der aktuellen Oktoberausgabe ist ein Artikel von mir enthalten:
Mein Artikel in der Federwelt
Ist das Kunst? Oder landet das vor Gericht?
#1 Welche Fallstricke lauern, wenn reale Personen in unseren fiktiven Texten auftauchen? Und wie entkommen wir ihnen?
Im Fokus: Fallstrick Familienroman und Romanbiografie: Eine reale Person, die im Roman vorkommt, fühlt sich in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt. Sie fordert Schmerzensgeld und sogar das Verbot des Buches.
Das Magazin gibt es überall, wo es Zeitschriften gibt und es kann auch online hier bestellt werden.
Ich wünsche viel Freude und Erkenntnisgewinn bei der Lektüre.
Ich selbst lese die Federwelt schon seit einiger Zeit und finde die Artikel jedes Mal ausgesprochen unterhaltsam und informativ. Auch in der Oktober-Ausgabe gibt es wieder viele spannende Einblicke in das #autor_innenleben und die Buchbranche.
Aus dem Inhaltsverzeichnis der Federwelt im Oktober-Heft 2025: – Lehraufträge an Unis erhalten – Vom Flop zum Kinderbuch-Dauerseller – Reisebücher schreiben – Mit einem Backbuch für Teenager in die achte Auflage – Ist das Kunst oder landet das vor Gericht? Folge 1: Wenn reale Personen in fiktiven Texten auftauchen – Morally grey characters konzipieren – Die stimmige Leseprobe … und vieles mehr!
Vielen Dank an dieser Stelle an die Chefredakteurin Anke Gasch für die tolle Zusammenarbeit.
Heute habe ich doppelten Grund zur Freude: Soeben habe ich für zwei meiner Roman-Projekte einen Verlagsvertrag mit Gmeiner abgeschlossen!
Ich bin sehr glücklich, dass ich mit demGmeiner Verlagein gutes Verlagszuhause für meine Romane gefunden habe.
2026: Ein historischer Roman aus dem Rheinland
Bei Projekt Nr. 1 handelt es sich um einen historischen Roman, der in den 1870er Jahren in meiner Geburtsstadt Köln und im Siebengebirge spielt, wo ich aufgewachsen bin. Die Familien- und Unternehmensgeschichte basiert auf historischen Personen und Ereignissen, ist aber natürlich durch meine Fantasie ausgeschmückt.
Arabella Meran in Köln bei der Recherche. Man sieht das Kölner Stadtwappen und das „F“ von „Alaf“ – ich war in einer Ausstellung zum Kölner Karneval, der bereits im 19. Jahrhundert gefeiert wurde.
Ich fühle mich dieser Geschichte durch die Schauplätze sehr verbunden, denn sie sind Teil meiner Kindheit. So hat mir die Recherche an den Originalschauplätzen (u.a. in der Kölner Altstadt und auf dem Drachenfels) große Freude bereitet. Ich arbeite bereits seit 2021 an diesem Projekt und bin gerade eifrig dabei, die zweite Hälfte des Manuskripts zu schreiben – bis Anfang November 2025 habe ich noch Zeit, dann geht es ins Verlagslektorat.
Rau-romantische Ruine auf dem Drachenfels, wo nach der Nibelungensage Siegfried den Drachen getötet und in dessen Blut gebadet hat.Schloss Drachenburg am Drachenfels – ein Märchenschloss, das in den 1880er Jahren in den historischen Stilen der Neogotik und der Neorenaissance erbaut wurde. Es kommt auch in meinem Roman vor. Heute führt der Wanderweg und die Drachenfelsbahn dort vorbei.
Der historische Roman wird im Herbstprogramm 2026 (voraussichtlich im September 2026) erscheinen – die Wartezeit ist also überschaubar. Ich bin so gespannt auf die nächsten Schritte, insbesondere freue ich mich schon darauf, euch in naher Zukunft das Cover enthüllen zu können.
Arabella Meran auf dem Petersberg mit Panorama des Rheintals mit Drachenfels.
2027: Ein Liebesroman im Sehnsuchtsland Italien
Projekt Nr. 2 ist ein zeitgenössischer Liebesroman, der in meinem Sehnsuchtsland Italien spielt. Das Erscheinen des Buches ist für das Frühjahr 2027 geplant. Hier habe ich das Manuskript bereits vollständig geschrieben und freue mich, dass diese tiefgründige Second-Chance-Lovestory vor malerischer Kulisse in absehbarer Zukunft ihre Leserschaft finden wird.
Italien – das Land, wo die Zitronen blühn.
Ich hoffe, ihr freut euch mit mir und seid gespannt auf Lese-Nachschub von Arabella Meran.#
Am Freitag, den 12. April 2024 habe ich meine erste abendfüllende Lesung mit „Im Takt ihrer Träume“ gegeben.
Ich habe mich sehr gefreut, dass über 15 Menschen den Weg ins Kulturhaus Karlshorst (Berlin) gefunden und meiner Lesung sehr interessiert gelauscht haben.
Schon beim Einlass haben mich zwei freundliche Besucherinnen angesprochen, die sowohl „Das Lachen der Pinguine“ als auch „Im Takt ihrer Träume“ schon gelesen hatten und richtige Fans meiner Bücher sind. Das ist natürlich das schönste Lob, was ich als Autorin hören kann.
Arabella Meran liest aus „Im Takt ihrer Träume“ (Berlin, April 2024)Arabella Meran liest aus „Im Takt ihrer Träume“ (Berlin, April 2024)Arabella Meran liest aus „Im Takt ihrer Träume“ (Berlin, April 2024)
Um 19:30 Uhr ging es los und ich habe zwei Szenen vorgelesen, in denen Johanna nach Wien kommt, um sich im Operntheater als Dirigentin zu bewerben, jedoch bereits an der Pforte harsch abgewiesen wird. In ihrer Verkleidung als Mann mogelt sie sich dann doch zum Vorspielen und kann die Juroren von ihren musikalischen Qualitäten überzeugen – darunter auch den brasilianischen Dirigenten Eduardo Breuer, der ihr Herz höher schlagen lässt, obwohl er als Mann natürlich tabu für sie ist.
In zwei weiteren Szene haben wir Johanna in der Pension für Frauen mit ihren drei lebenslustigen Mitbewohnerinnen Dana, Tessa und Martha kennengelernt, die Johanna modisch im Style der 1920er Jahre einkleiden und ins Wiener Nachtleben (ins Stummfilmkino) ausführen.
Arabella Meran liest aus „Im Takt ihrer Träume“ (Berlin, April 2024)
Im Finale meiner Lesung durfte Jo die „Tosca“ dirigieren und ist ihrem Kollegen Eduardo nach einer skandalträchtigen „Walküre“ im Künstlerkeller näher als erlaubt gekommen.
Zwischen den insgesamt sechs Lesepassagen habe ich etwas zu den historischen Hintergründen und meiner Recherche erzählt. Für kleine Entspannungspausen haben die musikalischen Einspielungen aus der Soundanlage gesorgt, natürlich passend zum Thema klassische Musik.
Nach der Lesung habe ich noch einige Bücher signiert.
Arabella Meran signiert „Im Takt ihrer Träume“ (Berlin, April 2024)
Für mich war es ein rundum gelungener Abend – ich hoffe, für mein Publikum auch.
Bildnachweis: Herzlichen Dank für die Fotos an Vera M. und Simona W.
In meinem letzten Blogbeitrag habe ich die verkaufsfördernde Figur des Autors auf dem Buchmarkt unter die Lupe genommen, heute möchte ich zeigen, welche Stoffe zurzeit im Trend liegen.
Der Weg von der Debüt-Autorin zur Profi-Autorin mit Veröffentlichung in einem Publikumsverlag ist ein langer und beschwerlicher, gepflastert mit Zurückweisungen und Enttäuschungen. Die Pforte ins gelobte Land der Verlagswelt ist nur einen winzigen Spalt weit geöffnet und die Literaturagent:innen sind die Torwächter:innen, die eine erbarmungslose Auslese vornehmen.
Wenn man es jedoch einmal geschafft hat, werden offenbar auch mittelmäßige bis schlechte Manuskripte von den Verlagslektor:innen durchgewunken – Hauptsache, die/der Autor:in hat schon einen bekannten Namen – nur so kann ich mir erklären, warum ich schon so oft so unausgereifte oder hingeschluderte Bücher gelesen habe.
Nach meinen Erfahrungen der letzten Monate scheint es weniger auf die schriftstellerische Qualität eines Manuskripts anzukommen, damit man als Debüt-Autorin bei Agenturen oder Verlagen durchdringen kann, sondern es zählt alleine die Vermarktbarkeit eines Stoffes. Hier scheint es ganz feste Schubladen und Labels zu geben, die bedient werden müssen.
Bei meiner Marktschau zu Romanen für Frauen (also dem Genre, in dem ich selbst schreibe) haben sich für mich folgende Erfolgsparameter heraus kristallisiert:
bekannte Marke, Institution oder berühmter Name (Künstler, Erfinder, Denker wie in „Fräulein Einstein„, Politiker wie in „Lady Churchill„) kommt vor
Deutschland als Schauplatz, vorzugsweise starker Bezug zu einer Region (Lokalkolorit)
Frauen- oder Familien-Schicksal in bewegten Zeiten (19. und 20. Jahrhundert)
Serien-fähig, am besten eine Trilogie
Ein gutes Beispiel hierfür ist das Programm der Aufbau Verlage: „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“ – auch hier dienen große Namen als Zugpferde: Maria Callas, Edith Piaf, Coco Chanel, Grace Kelly, Marlene Dietrich, Frida Kahlo und Maria Montessori. Das Feld scheint mir aber schon ziemlich abgegrast zu sein.
Bei diesem eng eingezäunten Trend-Feld der Verlage wundert es nicht, dass die Agentur Lianne Kolf auf ihrer Homepage schreibt:
„Manuskripteinsendungen Aktuell suchen wir Historische Romane mit den folgenden Eckdaten: *Weibliche Protagonistin/nen *Zeitraum: Ende des 19. Jahrhunderts – ca. 1960er Jahre *Handlungsort: Deutschland mit Bezug zu Nachbarländern *Reihenfähig; pro Band ca. 300-350 Normseiten“
Diesen Trend verfolgt zurzeit Bastei Lübbe sehr intensiv: „Starke Frauen in bewegten Zeiten“ lautet das Motto ihres Programms. Auf einer Landkarte Deutschlands findet man zu jeder Region ein Frauenschicksal in bewegten Zeiten – natürlich immer als Trilogie.
Der Verlag kooperiert mit der „Lesejury“ – hier erhalten Lesebegeisterte kostenlose Exemplare vor dem Erscheinungstermin und verfassen hierfür Rezensionen – meisten sehr wohlwollend bis enthusiastisch (sehr effektives und kostengünstiges Marketing). Ich habe mich auch dort als „Wortfee“ angemeldet – um meine Konkurrenz zu analysieren und zu lernen, wie man schreiben muss, um veröffentlicht zu werden. Mittlerweile habe ich schon zwei Lübbe-Romane rezensiert.
Meinen Einstand hatte ich mit dem zweiten Teil der Trilogie „Palais Heiligendamm“ (also Ostsee mit Hotelstory kombiniert in 1920er Jahren bis in die Nazizeit). Das Machwerk hat mich alles andere als überzeugt. Meine kritische Rezension könnt ihr hier nachlesen (*** „Flache Figuren enttäuschen“). Ich hatte den Eindruck, bei dieser Trilogie handelte es sich um ein Auftragswerk seitens des Verlags bei der etablierten Autorin, die dann vom Reißbrett diese dünne Story geschrieben hat, die perfekt in die Verkaufsschublade des Verlags passt.
Ein zweites Erfolgsrezept ist: Die eigene Familiengeschichte. Seit über einem Jahr steht „Zwei Handvoll Leben“ von Katharina Fuchs erschienen bei Droemer Knaur auf der Spiegel-Bestsellerliste. Diesen Roman habe ich gelesen – hier muss ich zugeben, dass die Autorin wirklich gut schreiben kann und die Geschichte ihrer beiden Großmütter (vom ersten Weltkrieg über die 1920er Jahre in Berlin, dort im KaDeWe, bis zum Ende des zweiten Weltkriegs – also hochdramatische Zeiten deutscher Geschichte aus dem Erleben von zwei einfachen Frauen) packend und authentisch erzählt hat. Ich war so angetan, dass ich mir auch die Fortsetzung „Neuleben“ über ihre Tante und Mutter (in West-Berlin und DDR der 1950er Jahre) gekauft und mit viel Vergnügen gelesen habe.
Hiermit scheint ein weiterer Trend etabliert zu sein: Die Geschichte und Figuren sollen „echt“ sein.
Wenn ich an meinen Antarktis-Roman denke, dann hätte ich bestimmt schon einen Verlag gefunden, wenn Caroline Mikkelsen meine Großmutter wäre (oder ich mich einfach als ihre Nachfahrin ausgeben würde) und ich das Manuskript mit dem Label: „meine wahre Familiengeschichte“ versehen könnte.
Das bringt mich wieder zurück zur Frage, ob ich als Autorin nur über selbst Erlebtes (mittelbar über Familienbande) schreiben darf oder ob ich nicht genauso gut einer historischen Person über gute Recherche nahe kommen kann. Ich bin von Letzterem überzeugt.
Ich habe eine Weile darüber nachgedacht, ob ich nicht auch die bewegte Kriegsgeschichte meiner Großeltern erzählen könnte. Hier kenne ich einige eindrucksvolle Erzählungen und mein Opa väterlicherseits hat auch Aufzeichnungen gemacht, auf die ich zurückgreifen könnte. Trotzdem weiß ich nur Bruchstücke und kenne nur die Episoden, die als „kindertauglich“ im Familienkreis erzählt wurden. Auch bei der Geschichte meiner Großeltern müsste ich sehr genau recherchieren.
Meine Vorfahren (Ur-Großeltern)
Aber ich spüre, dass ich eine innere Hemmung habe, die Erlebnisse meiner Großeltern für einen Roman zu „melken“.
Außerdem habe ich die verklärte liebevolle Sicht eines Kindes auf Oma und Opa – diese müsste ich als Autorin abstreifen und einen nüchternen bis schonungslosen Blick auf meine Großeltern werfen (Wie haben sie sich in der Nazi-Zeit verhalten? Haben sie auch Schuld auf sich geladen?). Das will ich aber eigentlich nicht. Mir fehlt die nötige schriftstellerische Distanz zu den Figuren, ich fühle mich befangen. Ich fürchte, eine freie Figurenentwicklung und dramaturgische Verdichtung wäre mir nicht möglich. Ich komme zu dem Schluss, dass ich nicht über meine Familienmitglieder schreiben möchte. Wenn ich historische Personen für einen Roman auswähle, dann möchte ich mich ihnen völlig unvoreingenommen und unbefangen nähern.
FAZIT: TRENDS NACHJAGEN ODER EIGENER ÜBERZEUGUNG UND INSPIRATION FOLGEN?
Was ziehe ich also nach dieser Marktschau für Schlüsse für meine zukünftigen Romanprojekte – die bitteschön in einen Trend der Verlage passen sollen, damit ich nicht nur für die eigene Schublade schreibe?
Ich denke, es tut weder der Kreativität noch dem schriftstellerischen Ergebnis gut, wenn ich als Autorin stumpf einem bestimmten Trend nachjage oder ein ausgeleiertes Strickmuster reproduziere.
Der Stoff soll mich begeistern, ich will dafür brennen – so wie bei meinem Wiener-Oper-Roman, den ich mit Feuereifer und Herzblut geschrieben habe, obwohl meine damalige Agentin mir davon abgeraten hat – das Klassik-Thema sei nicht massentauglich, bei Verlagen würden da sofort die Rollladen runter gehen. Ob das wirklich so ist, muss sich noch zeigen – ich biete mein Manuskript aktuell an.
Es wäre jedoch naiv, Markttrends völlig zu ignorieren. Ich denke, es kann nicht schaden, einige Erfolgselemente aufzugreifen und einzubauen – wenn sie zu meiner individuellen Geschichte passen.