Lernwelten 2030: Kapitel 4 – Virtuelle Wörterwelten: Wissenschaft und Magie

Berlin: Am Campus der Ada Lovelace Universität – 12. Februar 2030, 11 Uhr – Fiona und Kibe besuchen die Learning Library

Warum werden überhaupt Regale aufgestellt, wenn die Bücher fake sind?“, fragte Kibe. Er stand mit Fiona in der Learning Library und hielt eine Buchattrappe aus Pappe in der Hand. Der große Raum wurde von Holzregalen in Bereiche unterteilt, in denen Studierende an Arbeitstischen saßen und leise an ihren Pads arbeiteten. Viele Finger flogen über die Flüstertastaturen der Notebooks. Manche Studierende machten sich Notizen auf Papier.

Ich finde das gemütlich – in dieser Atmo komme ich in Lesestimmung. Und es ist leise“, sagte Fiona. „Pass auf, was gleich um 11 Uhr passiert.“

Ein leiser Gong durchbrach die Stille, die Lichtstimmung änderte sich und es kam Bewegung in den Raum. Einige Studierende verließen ihre Stillarbeitsplätze, andere kamen herein, suchten sich alleine oder in Tandems Plätze und ein leises Murmeln und Rascheln erfüllte den Raum.

Von 7 bis 11 Uhr ist nämlich Stille-Phase angesagt und zwischen 11 und 17 Uhr ist Dialog-Phase, dann ist leises Reden erlaubt. In den Abendstunden ist es dann wieder stiller. Hörst du jetzt dieses busy buzzing? Das klingt wie lauter Arbeiterinnen in einem Bienenstock, findest du nicht? Wenn ich höre, wie die anderen hier fleißig in allen Nischen arbeiten, krieg ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich hier nur herum sagge!“

Kibe lauschte und nickte. Sie machten einen Rundgang durch die Learning Library. Es gab keinen zentralen Lesesaal, wie Kibe es aus klassischen Bibliotheken kannte, sondern viele verschiedene Zonen, die um die Lichthöfe herum angeordnet waren. Während Kibe sich umschaute, lehnte es sich gegen eines der Bücherregale, das plötzlich nachgab, Kibe strauchelte und fand dann geschickt sein Gleichgewicht wieder.

„Was ist das denn für eine wackelige Fehlkonstruktion?“, fragte er.

„Das ist extra so gemacht. Man kann das Regal auf den Rollen verschieben und sich so eine Nische bauen. Siehst du?“, zeigte Fiona ihm den Kniff. „Das mache ich gerne, da drinnen hab ich meine Ruhe und keiner guckt mir über die Schulter. Außerdem kann ich mir eine mobile Leselampe mit reinnehmen.“

Zusätzlich gab es als Leseräume einige Kaminzimmer, wo ein künstlicher Kamin und weiche Ohrensessel für Gemütlichkeit sorgten. Dort waren die Still- und Dialogphasen genau andersherum geregelt als in den anderen Zonen. Gerade abends saßen die Studierenden hier gerne zum Plaudern beisammen.

Dann gingen Kibe und Fiona zu einem der großen Touchscreens, der ihnen die virtuelle Mediathek „ShowMe“ zeigte. Kibe loggte sich ein und schon stand er im dreidimensionalen Foyer eines futuristischen Wolkenkratzers. Schon oft hatte er diesen Raum über sein Smartphone betreten, hatte das Wegesystem durchschritten und Lernobjekte angeschaut. Wenn ihn etwas interessierte, berührte er das Sternicon, dann fand er das Lernobjekt in seinem persönlichen „My Collection Space“ wieder. Noch nie war er an die Grenzen dieses Raums gestoßen, hinter jeder Flurbiegung, hinter jeder Tür fand er neue Medien.

Immer zur Stelle war der virtuelle Suchhelfer Wizard. Der Avatar dieser Künstlichen Intelligenz sah nach Kibes Look-Anpassung wie Shuri aus, der hilfreichen und schönen Schwester vom Superhelden König T’Challa aus seinem Lieblingsfilm Black Panther. Der Wizard verarbeitete zu den gängigen Forschungsthemen alle wissenschaftlichen Textveröffentlichungen und Lernmedien in den meistgesprochenen Sprachen der Welt. Dabei konnte er mehr als eine althergebrachte Suche nach Schlagwörtern und Hashtags, denn schließlich war er ein „smarter Wissenschaftler“, wie er für sich warb. Der Wizard durchsuchte auch die Literaturverzeichnisse, Referenzen, Zitate, Querverweise, Verlinkungen, Peer-Reviews, User Bewertungen und auch wie oft ein Lernobjekt aufgerufen und von den Usern für ihre Collection „gesammelt“ wurde. Er tauschte außerdem Daten mit Online-Warenhäusern aus und wusste, wie oft welche Bücher und Medien heruntergeladen, gestreamed und gekauft wurden. So konnte er ermitteln, welche Texte und Medien aufeinander Bezug nahmen, welche besonders beliebt, unbeliebt oder heftig diskutiert wurden.

Kibe und Fiona fragten den Wizard nun nach Wissenschaftsliteratur zu Bildungsförderprojekten in Kenia. Sofort zeigte ihnen der Wizard eine Hashtag-Wolke und eine vernetzte Visualisierung von Publikationstiteln erschien wie von Zauberhand auf dem Bildschirm.

Fiona stutzte: „Häh? Diese drei Titel landen bei meiner Suche fast immer im Topptipp.“

Das liegt daran, dass der Wizard käuflich ist“, sagte Kibe. „Das ist genauso wie bei Amazon, da sind die guten Kundenbewertungen auch fake und gekauft.“

Echt? Solche Mechanismen kenne ich von Fantasyromanen im Online-Buchhandel. Gerade wird „Fifty shades of mist“ so zum Erfolg gehyped. Aber dass der Wizard der Unis auch so manipuliert wird? Das kann ich kaum glauben!“, wandte Fiona ein.

Ich habe letzten Sommer virtuell an einem MOOC [Massive Open Online Course] hier an der Ada Lovelace Universität teilgenommen“, erklärte Kibe. „Ich wollte mehr über wissenschaftliches Arbeiten lernen, weil das im Studiengang an meiner Heimatuni nicht vorkommt. Dabei habe ich gelernt, wie ich erkenne, welche Fachliteratur gute Qualität hat und ob sie seriös ist. Einige Autoren schreiben nämlich einfach das Forschungsergebnis rein, das ihre Auftraggeber haben wollen.“

Ah, du hast Recht! Das ist ja wie verstecktes Produktsponsoring!“, rief Fiona.

Und guck dir mal die Toppautoren zu Bildungsentwicklung in Kenia an“, sagte Kibe. „Das sind doch amerikanische Autoren, die das Leben in Kenia nur von außen kennen. Wenn du was Echtes über Bildungsprojekte lesen willst, dann lies Erfahrungsberichte von Einheimischen.“ Kibe zeigte Fiona zwei autobiografische Blogs auf seinem Smartphone. „Aber der Wizard kennt diese Art von Literatur gar nicht!“

Ja, mit all so künstlerischen Sachen wie Autobiografien, Romanen, Filmen und Serien hat der Wizard nichts am Hut, dieser alte Kulturmuffel“, sagte Fiona. „Und die Klatschpresse kennt er auch nicht, aber das spricht eigentlich für seinen guten Geschmack“, kicherte sie.

Fiona schaute auf die Uhr ihres Smartphones.

Jetzt müssen wir los zum Science Incubator in Berlin-Spandau. In einer halben Stunde fängt dort unser Workshop im Lernlabor von FUTURA an,“ sagte sie. „Die höheren Semester haben mir erzählt, dass man früher mit den U-Bahnen und Bussen von hier in Dahlem bis Spandau fast eine Stunde gebraucht hat. Jetzt nehmen wir einfach die Seilbahn, die ist super praktisch: umweltclean, leise und schnell! Bald soll es noch mehr davon in Berlin geben, denn der Smog und die verstopften Straßen nerven echt. Auch in den U-Bahnen ist es oft voll und stickig.“

Sie kamen bei der Seilbahnstation an. Dort wartete Nele auf sie, die Lernpsychologie studierte und zu ihrem interdisziplinären Workshopteam gehörte. Nele stürmte auf Fiona zu und sprudelte los:

Hast du schon das neuste Video von Estello gesehen?“ Sie zeigte Fiona auf InstaREAL wie der schöne Italiener auf dem roten Teppich in Cannes an der Seite der Pop Prinzessin Louane posierte.

Ob die Gerüchte stimmen, dass zwischen den beiden was läuft?“

Nee, guck dir mal ihr Styling an. Fail! Sie passt gar nicht zu ihm“, rettete Fiona den Traum von Estellos Singlestatus.

Guck, gerade hat Estello auf meinen Kommentar geantwortet“, jubilierte Nele. „Giga! Er erinnert sich sogar, dass ich ihn gefragt hatte, was seine neue RoleXX alles kann!“ Nele sprach in ihr Smartphone: „Ah, deine Watch ist fly! Wenn du sie mir schenkst, muss ich mir nicht das hässliche Fitnessarmband von meiner Omi leihen“, setzte sie den Flirt fort.

Kibe fiel auf, wie mühelos dieser Influencer die Mädels um seine Finger wickelte.

Jetzt erst bemerkte Nele ihn.

Ah, hi, bist du Fionas Mentee Kibe? Ich hab dich schon als Black-Panther-Avatar in unserem SimSeminar gesehen. In Reality siehst du ja aus wie wir! Ich dachte, dass du einen Kimono trägst“, sagte Nele und klang enttäuscht.

Nein, Kimonos trägt man nur in Japan. In Kenia heißt unsere traditionelle Kleidung Kanga. Dieses Stofftuch ist mit einem farbigen Muster bedruckt … und oft auch mit einem afrikanischen Sprichwort“, erklärte Kibe geduldig. „Frauen wickeln sich die Kanga um den Oberkörper als Kleid und auch als Tragetuch für ihre Kinder. Männer wickeln sich die Kanga um die Taille. Heutzutage tragen die meisten Leute die Kanga aber nur zu besonderen Festtagen.“

Kibe zeigte Nele und Fiona ein paar Fotos auf seinem Smartphone.

Diese Fotos sind vom letzten Sommer, da fand in meinem Heimatdorf eine große Hochzeitsfeier statt, dafür haben einige ihre Kanga angezogen. Sogar ich. Ihr könnt hier sehen, dass der Stoff bei uns Kikuyu viel braune Farbe hat. Bei den Massai hat die Kanga mehr rote Muster.“

Das sieht echt nice aus“, fand Fiona. „Ich würde auch gerne mal eine Kanga tragen!“ Auch Nele war begeistert und abonnierte sofort den Hashtag #kanga auf InstaREAL.

Dann stiegen sie in eine Seilbahnkabine und schwebten hoch über die Stadt hinweg, sogar die Sonne zeigte sich. „Wow, das ist ein ganz anderes Feeling als die google Earth Simulation von Berlin“, sagte Kibe.

Foto von Huwani Zulu , frei nutzbar nach Pixabay License

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Hier geht es zum Überblick und Wegweiser

Begriffserläuterungen: Digitales und Kenia

Bezugspunkte: Fachliteratur und Populärkultur

Personen und Schauplätze

Die Autorinnen stellen sich vor

Titelbild: Foto von Gerd Altmann, frei nutzbar nach Pixabay License

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19 Antworten auf „Lernwelten 2030: Kapitel 4 – Virtuelle Wörterwelten: Wissenschaft und Magie“

  1. Liebe Ulrike, Liebe Dorit,
    mit diesem Kapitel habt ihr es wieder geschafft spannende Aspekte der Zukunftsvision aufzuzeigen. Zunächst möchte ich auf den Schlussteil des Kapitels eingehen: Ich muss tatsächlich sagen, dass mir die Beschreibung von und Gespräche über InstaREAL, abgesehen von den vielen Anglizismen, doch schon sehr bekannt vorkommen. Es ist wohl schon ein Teil der Zukunft in unserer Gegenwart, wenn man das so sagen kann :).
    Der spannendste Aspekt war für mich in diesem Kapitel die Technologie von Wizard. Einerseits finde ich die Vorstellung klasse, dass man bei der sonst so trockenen Literaturrecherche von einem Avatar mithilfe von KI unterstützt wird und dies in einem virtuellen Wolkenkratzer stattfindet, allerdings halte ich andere aufgezeigte Aspekte für bedenklich. Es ist weiterhin schwierig gute Fachliteratur zu erkennen, Wizard ist käuflich und es gibt undurchsichtige Strukturen,…Ist das überhaupt eine Verbesserung oder Erleichterung im Vergleich zum Status quo?
    Viele Grüße
    Elisa

    1. Vielen Dank liebe Elisa. 🙂 Ich denke auch, dass die Literaturrecherche mit einem Avatar nach dem Geschmack der Userin/des Users mehr Spaß macht, als auf herkömmliche Art. Ob das Suchergebnis besser ist… Zweifel sind angebracht.

  2. Liebe Ulrike, liebe Dorit,

    irgendwie mag ich es und beruhigt mich, dass der Wizard eben nicht perfekt ist. Und auch hier gibt es wie in den vorherigen Kapiteln klare Bezüge zur Wirklichkeit, wenn Ergebnisse gekauft werden … Auch die Sprache ist mir mit vielen Begriffen ebenso vertraut wie gewöhnungsbedürftig …
    Nachdenkliche Grüße,
    Sabine

  3. Liebe Ulrike und Dorit,

    wieder hat mich das Lesen des Kapitels total gepackt und in diese Welt hineinversetzt. Doch auch mir kamen einige Bedenken. Die allumfassende Digitalisierung ist vielleicht auch nicht nur von Vorteil. Was würde passieren, wenn all dieses Wissen eines Tages nicht mehr zugänglich wäre (z.B. durch einen Hack oder die Polumkehrung des Erdmagnetfelds ( Chou et al. (2018), doi: 10.1073/pnas.1720404115 )). Der “Verlust” des Internets (oder von Elektronik im Allgemeinen), wenn auch nur für einige Wochen, könnte fatale Folgen haben.
    Und wie schon Elisa angemerkt hat, ist die Käufichkeit des Wizards sehr bedenklich. Gerade an einer Universität sollte solch ein Zustand nicht herrschen. Dies würde einen sehr starken Bias in der Forschung/Literaturrecherche verursachen, welcher heute schon schwer zu eliminieren ist…
    Ich finde es sehr cool, dass der Wizard von Kibe aussieht wie Shuri, weil das auch mein Lieblingscharakter aus Black Panther war. 🙂

    Liebe Grüße,
    Sandra

  4. Liebe Ulrike, liebe Dorit
    Ich schaue durch das von Euch geöffnete Loch in eine wissenschaftliche Welt der Zukunft und schwanke sehr, ob ich mich damit anfreunden mag. So ein Wizard bei der Literaturrecherche wäre schon nicht schlecht, aber lesen tät ich immer noch gern in richtigen Büchern. Die Idee mit der Seilbahn über die Stadt zu fahren, begeistert mich. Für Frankfurt wird das auch schon diskutiert https://www.youtube.com/watch?v=C4E1azhvihs Ich bin gespannt, ob ich so eine Art Beförderungsmittel noch erleben werde,
    Liebe Grüße
    Anne

    1. Vielen Dank liebe Anne! Ich würde auch zu gerne mit der Seilbahn über Berlin gondeln (anstatt in der stickigen U-Bahn zu fahren, wo ich mich fast jedes Mal mit einer Erkältung anstecke). Bisher gibt es die Gondeln ja nur über den “Gärten der Welt” (bin schon damit durch die Lüfte), ist aber eher ein touristisches, als alltagstaugliches Transportmittel.
      Das wäre toll, wenn es in Frankfurt mit der Seilbahn klappen würde. Da wäre ich sofort mit an Bord! 🙂

  5. Ja, der Bau von urbanen Seilbahnen wird gerade in einigen Städten in Deutschland vorangetrieben, (es gibt im Ausland bereits einige Erfolgsmodell, z. B. in La Paz in Bolivien: 30 km langes Seilbahn-Netz in der Innenstadt), so zum Beispiel in München. Dort wird aktuell eine Machbarkeitsstudien für den Bau einer urbanen Seilbahn (über dem Frankfurter Ring) gemach: siehe https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Referat-fuer-Stadtplanung-und-Bauordnung/Verkehrsplanung/Oeffentlicher-Personennahverkehr/Seilbahn.html

    Ich denke, dass sich die Seilbahn als Ergänzung und Entlastung der bestehenden innerstädtischen Verkehrsmittel in naher Zukunft durchsetzen könnte.

  6. Liebe Ulrike, liebe Dorit,

    ein gelungenes Kapitel, welches viele interessante Aspekte aufgreift: Gerade was die Bibliotheken angeht, besteht bei uns extrem viel Nachholbedarf. An unserer Uni gibt es beispielsweise kein voll elektronisches Kommunikations- und Buchungssystem, womit man Ausleihe, Rückgabe und Bezahlung online erledigen kann. Die TU Darmstadt ist da schon etwas fortschrittlicher, deren Bibliothek ist mit einem intelligentem Bücherregal ausgestattet, mit dem ganz ohne Mitarbeiter 24/7 Bücher zurückgegeben werden können. Auch die Ausleihe erfolgt über Selbstbedienung. Und um eure visualisierte Bibliothek zu thematisieren: Sicher können diese dazu beitragen, die Ressourcen besser verfügbar zu machen und auch die Bestände übersichtlicher zu gestalten, insbesondere in der Breite/Vielfalt.

    Die Seilbahn als urbanes Transportmittel ist ja zumindest aus technischer Sicht erstmal nichts Neues, wurde sie doch bereits z.B. in urbanen Ballungsräumen in Süd-/Lateinamerika implementiert. Spannend wird es, wenn es um Seilbahnen im Stadtgebiet hier in Deutschland geht, das wäre ein echtes Novum. Ich selbst habe sie bisher nur aus touristischen Zwecken genutzt, jedoch sind sie im Bau und Betrieb kostengünstiger als beispielsweise eine U-Bahn, die Stützen benötigen wenig Platz, sie können den (Individual-) Verkehr entlasten, Zeit sparen, sind leise und sorgen für Transport auf der kürzesten Verbindung…all das spricht doch für die Seilbahn als zukunftsfähiges Transportmittel. Die Kabinen könnte man ja auch mit einer Menge high-tech ausstatten (Multimedia/Infotainment…) Gab es nicht auch vor einigen Jahren in Trier ein Projekt, den Campus mit dem Stadtzentrum über eine Seilbahn zu verknüpfen?

    Viele Grüße und einen schönen Sonntag,

    Denise

    1. Hallo Denise,
      vielen Dank für dein Feedback. Das Beispiel von der Bibliothek der TU Darmstadt ist interessant! Daran sieht man, was heute technisch und in puncto Serviceorientierung bereits gut umsetzbar ist, leider hinken viele Unis hinterher.
      Deine Idee, dass man die Seilbahnkabinen mit high tech Medien ausstatten und mit Infotainment und Learning Nuggets bespielen könnte, finde ich super!
      Viele Grüße
      Dorit

  7. Hallo!
    Die Tatsache, dass der beschriebene „Wizard“ der Uni Mediathek, welcher wie in der Geschichte oben beschrieben wird, manipuliert wird, empfinde ich als Studentin erschreckend. Ich kann mir kaum vorstellen, worauf man sich verlassen könnte, um eine gute Quelle zu finde, wenn die Informationen hierzu nicht der vollkommenen Wahrheit entsprächen. Darüber mache ich mir zu heutigen Zeit beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten gar keine Gedanken und verlasse mich auf die Richtigkeit von angegeben Informationen in wissenschaftlichen Werken.
    Dennoch finde ich, würde es sich um einen riesigen Vorteil handeln, Zugang zu allen wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Welt auf einer Seite gesammelt vorzufinden.

    1. Hallo Lya,
      vielen Dank für dein Feedback. Ja, ich denke auch, dass für Studierende, Wissenschaftler*innen und interessierte Bürger der Zugang zu relevanten Quellen weltweit (Texte, Medien…) sehr wichtig ist.
      “Data Literacy”, sprich Kompetenzen zum Auswählen und Einschätzen von seriösen und kommerzUNabhängigen Quellen wird immer wichtiger werden. Diese Kompetenzen müssten die Menschen in Schulen und Hochschulen ebenso wie in niedrigschwelligen Kursen (z.B. Abendschule, Online-Tutorials…) künftig auf attraktivem Wege erwerben können.
      Viele Grüße
      Dorit

    2. Vielen Dank liebe Lya für deine interessanten Gedanken. Mir fällt bei meiner eigenen Literaturrecherche (z.B. kürzlich für meine Masterarbeit) auf, dass ich wohl zu wenig hinterfrage, nach welchen Kriterien ich welches Buch auswähle (manchmal einfach druch den Griff ins Bücherregal, ein Blick ins Inhaltsverzeichnis, da scheint etwas zu stehen, was zu meinem Thema passt, also nehme ich das Buch). Ich würde gerne einen Helfer wie den Wizard bei der Literaturrecherche zu Rate ziehen – aber so, dass seine Vorschläge transparent sind und ich entscheiden/vorgeben kann, nach welchen Kriterien die K.I. die Auswahl trifft, z.B. beliebtesten Titel, nach Expertenstatus der Autorin/des Autors…

  8. Hallo zusammen,

    vielen Dank euch wieder für das Kapitel. Die Geschichte ist sehr spannend.

    Ich muss mich hier einigen Meinungen anschließen: Ich fand die Tatsache sehr erschreckend, dass der Wizard der Universität manipulierbar ist. Das der Wizard käuflich ist, lässt mich auch an den Prioritäten der Ada-Lovelace Unviersität zweifeln.
    Schade finde ich es persönlich, dass es in der Bibliothek keine Literatur gibt. Ich persönlich kann viel besser mit „richtigen“ Büchern lernen. Das würde mir in der Zukunft sehr fehlen.

    Ich muss das Kommentar von Neele belächeln, was sie an Kibe gerichtet hat. Mit solchen Vorurteilen muss man immer vorsichtig sein, um die Person nicht zu verletzten. Leider sind solche Situationen aber sehr alltagsgetreu. Man wird häufig gefragt: „Wo kommst du wirklich her?“ oder hört sowas wie „du kannst echt gut deutsch“.

    Ich persönlich finde solche Kommentare manchmal unangebracht, aber meistens muss man sowas einfach belächeln. Kibe hat sehr gut reagiert.

    Liebe Grüße,
    Michelle

    1. Liebe Michelle,
      vielen Dank für dein Feedback. Ja, ich denke auch, dass einige/viele Menschen gedruckte Bücher und das haptische Leseerlebnis weiterhin schätzen werden.
      Als Co-Autorin freut es mich, dass die Figur Nele kritische Gedanken in dir hervorgerufen hat – das war beabsichtigt. 🙂
      Viele Grüße
      Dorit

    2. Hallo Michelle!

      Ja du hast recht, es stellt sich definitiv als kein leichtes dar, um auf dem Tablet oder ähnlichem, kurz Sachen aus verschiedenen virtuellen Bücher zu vergleichen oder aus einem virtuellem Buch unterschiedliche Seite zu vergleichen.

    3. Hallo Michelle,

      mir geht es auch so, dass ich lieber mit echten Büchern arbeite (aber nicht nur im Bildungskontext). Ich mag den Geruch und das Gefühl einfach, außerdem kann man sich Bücher schön ins Regal stellen, sie prima verleihen oder auch verschenken…praktisch an eBooks ist natürlich, dass man seine komplette Bibliothek in der Hand haben und überallhin mitnehmen kann.

  9. Eine Bibliothek ohne Bücher aber als heimeliger Leseraum mit Buchattrappen – dieses Szenario muss ich erst einmal sacken lassen. Klar, Bücher braucht man in der modernen meist virtuellen Welt eher nicht mehr – vermutlich haben die Studierenden der Zukunft online Zugriff auf mehr Werke, als sich an einem realen Ort körperlich unterbringen ließen. Hierfür gefällt mir die Idee in den Kommentaren mit einer virtuellen Wolkenkratzer-Bibliothek und einem Avatar-Wizard unheimlich gut. Dennoch – kein echtes Buch mehr in einer Unibibliothek, das stimmt mich traurig, da fehlt etwas! Das ist wie Kaffee ohne Koffein 😉 Ich bin gespannt, ob der Mensch in 10 Jahren wirklich schon komplett auf Gedrucktes verzichtet, darauf würde ich nicht wetten. Aktuell wollen unsere Fernstudierenden nach wie vor ihre Lernunterlagen alternativ zum PDF auch in Druckform und auch ich habe mich riesig gefreut, die „Lernwelten“ von Dorit in Druckform erhalten zu haben. Die Natur hält der Zukunftsmensch ja auch noch gerne fest, haben wir in den vorherigen beiden Kapiteln gesehen, daher wird es spannend werden, ob man sich in Zukunft vom Papier trennt – symbolisch für die Lernwelten war ja schon ein Omen, als Fiona im Traum in Kapitel 2 gegen den bösen Blätterbaum gekämpft hat 😉

    Zu Recht wird auch thematisiert, wie die Suche nach den virtuellen Werken im Wizard wohl programmiert ist – spielen hier Lobby-Gesichtspunkte eine Rolle? Das kann man vermuten, wenn man die heutigen Google-Algorithmen und Amazon-Fake-Bewertungen bedenkt. Die Frage wird daher sein – wer finanziert die Programmierung des Wizards? Es müsste sich um ein streng definiertes akademisches Projekt handeln, bei dem keine Werbung oder Verkaufsinteressen einfließen dürfen. Durch einen wissenschaftlich motivierten open source Zugang müsste zudem sichergestellt werden, dass eine reichhaltige Auswahl an weltweiten Werken aller Denkschulen repräsentiert wird – so auch z.B. lokale Publizisten aus Afrika, wie im Text thematisiert. Aktuell haben wir z.B. im Recht das Problem, dass die Im Internet frei verfügbare Literatur eine geschlossene Blase bildet, die sich immer wieder selbst zitiert und damit zementiert – und dabei wiederholt Werke, die nicht frei erhältlich sind, ausschließt. Das verengt den Blick von Studierenden, die auf das freie Netz angewiesen sind sich nicht in teure Datenbanken zurückgreifen können.

    Nachdem sich das Kapitel um viele Fakes gedreht hat (Bibliothek mit Attrappen, beeinflusste Suchalgorithmen) kommt am Ende die Kommilitonin Nele gerade recht, die einen Influencer anschmachtet, der vermutlich auch nicht authentisch ist. Auch die heutigen Influencer bauen einen Mythos auf, der unrealistisch ist. Wir dürfen gespannt sein, was unsere drei Studierenden noch erleben …

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